Er engagiert sich auf vielfältige Weise in Oythe
Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben zehn Fragen: Dieses Mal stellt sich Florian Schmedes aus Oythe (Stadt Vechta) dem Interview.
Matthias Niehues | 08.02.2025
Sehr persönliche Ansichten – immer dieselben zehn Fragen: Dieses Mal stellt sich Florian Schmedes aus Oythe (Stadt Vechta) dem Interview.
Matthias Niehues | 08.02.2025

Hat am Samstag Geburtstag: Florian Schmedes vor dem Denkmal „Dei Müse van Aite“. Foto: M. Niehues
Und? Wie ging es in letzter Zeit? Was haben Sie sich einmal so richtig gegönnt? Wenn Sie König von Deutschland wären – was gehört abgeschafft? Welchen Traum würden Sie sich als Nächstes erfüllen? Was tun Sie am liebsten? Welche Eigenschaften mögen Sie an sich selbst? Und welche nicht? Welche TV-Sendung mögen Sie am liebsten? Mit wem würden Sie sich gerne einmal treffen? Was würden Sie gerne einmal wieder essen? Welches Thema in den lokalen Medien hat Sie am meisten beschäftigt?
Aktuell ist in Oythe immer was los! Ende Februar steht die Oyther Ballnacht an – ein
Abend voller Gemeinschaft, bei dem sich Menschen aus dem Ort treffen, austauschen und zusammen feiern. Danach geht’s direkt weiter mit den Planungen für das Osterfeuer. Ich mag diese Feste, weil sie Menschen verbinden – es ist schön, wenn man weiß, wer in der Nachbarschaft wohnt, und diese Menschen auch wirklich kennenlernt. Aber bevor das alles losgeht, steht heute erst mal mein Geburtstag an – den feiere ich mit Familie und Freunden.
Im September 2024 wollte ich mir einen kleinen Traum erfüllen: König vom Kühl werden! Ich musste allerdings erst warten, bis meine Kinder alt genug waren und meine Frau überzeugt war. Dann haben wir es spannend gemacht: Drei von uns haben abgemacht, gemeinsam auf den Adler zu schießen. Wir alle hatten richtig Bock, ihn runterzuholen und König zu werden. Als mein Kumpel Oli dann tatsächlich König wurde, war der erste Moment ein kurzer Stich – aber dann haben wir gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Am Ende bin ich jetzt Minister, und es wird sicher noch weitere Chancen geben, selbst mal König zu werden. Die Spannung beim Königsschuss hatte ich zumindest schon mal.
Definitiv das ständige Jammern auf hohem Niveau. Ich habe großen Respekt vor Menschen, die wirklich viel leisten – aber ich glaube, dass wir insgesamt mehr Positives sehen könnten. Ich würde mir mehr gesellschaftliches Engagement wünschen und dass uns das Miteinander und Zwischenmenschliche nicht egal wird. Als König von Deutschland würde ich dafür sorgen, dass gesellschaftlicher Einsatz steuerlich belohnt wird – wer sich engagiert, sollte auch erleben, dass es sich lohnt.
Mein Traum riecht nach Freiheit, nach Abenteuer, nach Straßen, die ins Unbekannte führen: Ich möchte mir ein Wohnmobil anschaffen und quer durch Deutschland und Europa reisen. Deutschland habe ich mit meiner Familie in den letzten 10 Jahren intensiv erkundet – und ich habe unser Land wirklich schätzen und lieben gelernt. Jetzt will ich mich auf dieselbe Weise von Europa überraschen lassen. Meine Route? Am liebsten von Portugal nach Norwegen – mit so vielen Zwischenstopps wie möglich, besonders in Skandinavien.
Ganz ehrlich? Ich liebe Samstage, an denen ich ausschlafen kann. Danach ein bisschen in der Garage oder im Garten tüfteln – und wenn der Tag dann noch mit einem Stadionbesuch bei Werder Bremen gekrönt wird, ist er perfekt. Am liebsten mag ich es, wenn ich meine Zeit frei gestalten kann, ohne Hektik und Termindruck.
Meine frühere Kunstlehrerin würde es vermutlich niemals bestätigen, aber ich bezeichne mich als kreativ. Egal ob handwerkliche Herausforderungen oder praktische Probleme – mir fallen meist schnell Lösungen ein. Meine Frau nennt mich manchmal „MacGyver“, weil ich mit wenigen Materialien gute Ergebnisse hinbekomme. Was ich weniger an mir mag? Meine tiefe Bassstimme. Ich habe eine Weile gebraucht, sie zu akzeptieren, aber vielleicht hat sie mich genau deshalb in den Männergesangverein Frohsinn Oythe geführt – natürlich in den zweiten Bass.
Ich bin ein bisschen nerdig unterwegs und feiere aktuell den Youtuber Fritz Meinecke. Er macht Abenteuer-Dokus – zum Beispiel ist er mit dem Fahrrad quer durch Europa und Asien gefahren. Besonders beeindruckend fand ich seine Tour von Berlin nach Istanbul. Mich faszinieren der Gedanke an völlige Freiheit und das Prinzip „einfach machen“. Ich selbst habe noch keine solche Tour unternommen, aber sobald meine Kids aus dem Haus sind, steht das fest auf meiner Liste. Mein erstes Ziel? Den Grenzweg mit dem Rad entlangfahren.
Ganz klar: Michael Schumacher. Ich bin mit ihm als Formel-1-Fan aufgewachsen und sein Unfall hat mich damals sehr getroffen. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten am Nürburgring, seine Leidenschaft für den Sport und seine authentische Art. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es ein entspanntes Bier mit ihm – und dass er wieder gesund wäre.
Pfannkuchen bei meiner Oma – das ist für mich der Geschmack von Kindheit. Und dann gibt es da noch diesen Zwiebelkrustenbraten, den ich einmal in München gegessen habe. Das war der beste meines Lebens – nur leider weiß ich nicht mehr, wo genau das war. Aber ich bin auch mit einem kühlen Bier nach der Gartenarbeit absolut zufrieden.
Das Thema Krankenhaus in Vechta hat mich lange beschäftigt – vor allem die vielen guten Leserbriefe, die erst geschrieben wurden, als es eigentlich schon zu spät war, um noch etwas zu ändern. Faszinierend finde ich auch, wie hitzig in unserer Region über Parkplätze diskutiert wird – ein Thema, das scheinbar nie an Brisanz verliert. Gleichzeitig bin ich gespannt, wie sich die Zukunft des Krankenhauses in der Innenstadt entwickeln wird. Was mich aber wirklich umtreibt, ist der Umgang mit demokratischen Parteien in den Medien. Ich erlebe es im Stadtrat ständig: Manchmal setzen wir Ideen um, bei denen auch Ratsmitglieder von nicht allzu beliebten Parteien mitstimmen. Und das ist in Ordnung, weil es um Inhalte geht. Aber auf Bundesebene wird es oft direkt emotional und vernichtend diskutiert. Das macht mir Sorgen – denn einfache, populistische Berichterstattung kann langfristig gefährlich für unsere Demokratie sein. Und zu guter Letzt: Ich wünsche mir die Peanuts zurück in der OV! Vielleicht brauchen wir auch in der Tageszeitung mal wieder etwas Erheiterung in schwierigen Zeiten.Zur Person:
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