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Der freie Fall ist seine Leidenschaft

Alles fing mit einem netten Geschenk an. Nun lässt ihn das Fallschirmspringen nicht mehr los. Thomas Drees aus Cloppenburg springt seitdem regelmäßig aus luftigen Höhen.

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Vor der Dropzone: Ein Gutschein für einen Tandemsprung hat Thomas Drees zum leidenschaftlichen Springer werden lassen. Im Verein arbeitet er ehrenamtlich mit. Foto: Bernd Götting

Vor der Dropzone: Ein Gutschein für einen Tandemsprung hat Thomas Drees zum leidenschaftlichen Springer werden lassen. Im Verein arbeitet er ehrenamtlich mit. Foto: Bernd Götting

Alles fing mit einer netten Geschenkidee an, die seine Frau vor einigen Jahren hatte. Mit einem Tandem-Fallschirmsprung wollte sie ihren Mann beglücken, ahnte jedoch nicht, was sie damit auslöste.

„Inzwischen dürfte meine Frau das gelegentlich bereut haben,“ schmunzelt Thomas Drees aus Cloppenburg. Dieser erste Sprung hatte Drees förmlich „angefixt“, der Rausch der Höhe und der Kick des freien Falls ließen ihn nicht mehr los. Recht bald gehörte er schon der Fallschirmsportgruppe Wildeshausen e.V. (FSG) an, wurde dort zum Springer ausgebildet und war auch rund 10 Jahre erster Vorsitzender der Gruppe, die einen Stützpunkt mit dem Namen „Skydive“ am Flugplatz in Varrelbusch betreibt.

Aktuell ist er im Verein für die Kontakte zur Presse zuständig und arbeitet während des Sprungbetriebs als SDL = Sprungdienstleiter. Eine wichtige Funktion, bei der er das Geschehen sowohl am Boden als auch in der Luft ständig im Blick haben muss. Die sogenannten Loads müssen eingeteilt werden, startende und gelandete Springer sind zu zählen und natürlich darf der Flugverkehr sich nicht mit den Springern in der Luft überschneiden.

„Bei sonnigem Wetter haben wir Sicht bis zu den ostfriesischen Inseln – herrlich!“Thomas Drees, Sprungdienstleiter am „Skydive“ in Varrelbusch

Thomas Drees, der als Lebensmitteltechniker und Produktentwickler in Ahlhorn arbeitet, springt selbst bis zu 50 Mal im Jahr. Dreh- und Angelpunkt seiner Aktivitäten ist dabei der Sprungplatz in der Nähe der Start- und Landebahn. Hier verfügt die 70 Personen starke FSG über eigene Hallen, Toiletten und ein Vereinsheim. Stationiert ist dort auch die vereinseigene Maschine vom Typ Cessna 206, die Platz für 5 Springer und einen Piloten bietet.

Wann immer es geht, nutzen die Springer jedoch den „fliegenden Schuhkarton“, einen „Pink Skyvan“ eines Unternehmens aus Österreich, der fast das ganze Jahr über in Europa unterwegs ist, um Fallschirmspringer abzusetzen. In den vergangenen Wochen war das Flugzeug ständig über Cloppenburg und Umgebung zu sehen, da auch auswärtige Skydiver die ulkig aussehende Maschine gerne für ihren Sport nutzen.

Das wird auch beim 60-jährigen Bestehen der FSG der Fall sein, das am Samstag, 3. September, ab 10 Uhr auf dem Flugplatz Varrelbusch mit „einen Tag voller unvergesslicher Momente“ gefeiert werden soll. Thomas Drees freut sich grundsätzlich über interessierte Besucher, die den Skydive in Varrelbusch aufsuchen, ob nun zum Jubiläum oder bei passender Gelegenheit während der Sprungsaison. Dabei versuchen er und seine Vereinskameraden natürlich auch, möglichst viele mit dem „Virus“ Fallschirmspringen zu infizieren.

„Die Springerlizenz ist ungefähr so komplex wie ein Autoführerschein, auch die Kosten sind ähnlich.“Thomas Drees

Einerseits über Information und Aufklärung, andererseits über einen der vielen, begehrten Tandemsprünge, die über Varrelbusch möglich sind. Von den räumlichen und technischen Möglichkeiten ist der Stützpunkt so komplex ausgestattet, dass dort sogar die Lizenzausbildung für Springer erfolgen kann. Auch personell sei man gut aufgestellt, mit Lehrern, Tandemmasters, Fallschirmwart und eigenem Prüfer. Derzeit seien 6 Schüler in der Ausbildung.

„Die Springerlizenz ist ungefähr so komplex wie ein Autoführerschein, auch die Kosten sind ähnlich“, berichtet Thomas Drees. Die Ausbildung sei in Theorie und Praxis aufgeteilt und werde mit größter Sorgfalt ausgeführt. Die Zeitdauer sei ebenfalls mit einer Führerscheinausbildung zu vergleichen.

Die Bundeswehr ist ein "super Partner" für den Verein

Wie gut Ausstattung und Ausbildung im Skydive sind, beweist die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, die Drees vor über 10 Jahren gemeinsam mit Vereinskollegen in die Wege geleitet hat. „Wir sind ja hier einerseits Pächter eines Bundeswehrgeländes, andererseits nutzt die Bundeswehr unsere Infrastruktur, um kostengünstig eigenes Personal auszubilden. Davon profitieren wir auch wirtschaftlich,“ berichtet Drees.

Die Bundeswehr sei ein „super Partner für den Verein“, der die Kooperation mit einer zivilen Einrichtung optimal nutze und für alle Kosten zuverlässig aufkomme. Überdies würden zahlreiche Soldaten in ihrer Freizeit in Varrelbusch springen. „Wir sind fast wie eine Familie“, freut sich Drees. Die Sprungsaison in Varrelbusch dauert üblicherweise von März bis Oktober, und sobald die Wetterdaten es erlauben, wird aufgestiegen. Dabei stützt man sich auf Informationen aus dem Internet, dem örtlichen Tower und dem Radar Bremen. Thomas Drees schwärmt übrigens vom Springen an klaren, kalten Herbsttagen. „Bei sonnigem Wetter haben wir Sicht bis zu den ostfriesischen Inseln – herrlich!“

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