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Zuschüsse, Mietendeckel und Beratung

Mit einem Gründerprogramm will Lohne seine Innenstadt beleben. Geld, finanzielle Erleichterungen und Rat stehen im Mittelpunkt des Konzepts.

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Geschlossen: Nach dem Willen der Stadt soll der Leerstand aktiv bekämpft werden. Foto: Ebert

Geschlossen: Nach dem Willen der Stadt soll der Leerstand aktiv bekämpft werden. Foto: Ebert

Es ist nicht mal mehr ein offenes Geheimnis, dass die Lohner Innenstadt unter Leerstand leidet. Die Gründe dafür sind vielfältig: Der wachsende Onlinehandel macht es jedem Einzelhändler schwer.

Die Suburbanisierung durch flächenmäßiges Wachstum macht die Innenstadt für viele Menschen zusätzlich schwerer erreichbar. Und auch die räumliche Nähe zur Kreisstadt Vechta dürfte es den Betrieben nicht immer einfacher machen.

Die SPD hatte die Idee vorgeschlagen

Doch die Stadt Lohne will sich mit dem gegenwärtigen Leerstand nicht zufrieden geben. Deshalb hat das Rathaus nun in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen und Wirtschaftsförderung neue Details eines geplanten Gründerprogramms vorgestellt.

Zuvor waren im Februar erste Überlegungen präsentiert worden, nachdem die SPD-Fraktion bereits im Oktober 2019 die Entwicklung und Umsetzung eines kommunalen Existenzgründerprogramms für die Innenstadt vorgeschlagen hatte.

Anne Nußwaldt, Leiterin der Abteilung für Marketing, Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus, griff diese Idee nun erneut auf und stellte die neuesten Überlegungen ihrer Abteilung vor.

Ein halbes Jahr lang keine Miete zahlen

Grundsätzliches Ziel des Programms soll es sein, Leerstand zu reduzieren, indem neue Händler, aber auch Dienstleister, Kreative, Handwerker und Gastronomen im "Zentralen Versorgungsbereich" (ZVB) angesiedelt werden.

Wo genau die Grenzen des ZVB liegen sollen - ob nur die Fußgängerzone oder auch weitere Bereiche damit gemeint sind - müsse noch bestimmt werden, so Nußwaldt. Jedenfalls wird angestrebt, viele verschiedene Branche in den ZVB zu locken. Biodiversität für Geschäfte und Betriebe, sozusagen.

Dafür soll es drei Bausteine geben, die vorher in groben Umrissen bereits bekannt waren, jetzt aber genauer vorgestellt wurden.

Wer Geld will, muss überzeugen

Erstens sollen aus einem jährlich mit 50.000 Euro gefüllten Fördertopf Zuschüsse an Gründer fließen. Diese müssten dafür mit einem Konzept eine Fachjury überzeugen. Nußwaldt schlug vor, den Zuschuss auf 5000 Euro pro Gründer zu begrenzen.

Ratspolitiker von CDU und SPD, aber auch Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer (CDU) schlugen in der späteren Diskussion hingegen vor, sich hier nicht frühzeitig festzulegen. Wenn es nicht genügend überzeugende Vorschläge gebe, könne man auch mehr Geld pro Kopf ausschütten. 

Überzeugte den Ausschuss: Anne Nußwaldt. Foto: TimphausÜberzeugte den Ausschuss: Anne Nußwaldt. Foto: Timphaus

In den Genuss einer Förderung sollen nicht nur Neu-Gründer kommen, sondern auch, wer ein Geschäft in den ZVB umsiedelt oder einen bestehenden Betrieb übernimmt. Der Auftakt für den Wettbewerb könnte im Herbst erfolgen.

Zweitens will die Stadt die Mietlast für die Gründer senken, in dem sie Vereinbarungen mit Immobilieneigentümern trifft. Demnach sollen die ersten sechs Monate für einen Betrieb mietfrei sein, im darauffolgenden Halbjahr würden die Mieten stufenweise ansteigen.

Drittens sollen als "Business Angel" bezeichnete Paten mit guten Kontakten und viel Know-How den Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Das Konzept, das einstimmig vom Ausschuss empfohlen wurde, soll nun im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss und den Fraktionen besprochen und nach Wunsch von Bürgermeister Gerdesmeyer nach der Sommerpause beschlossen werden.

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