Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Wird die Industriestraße noch 2021 saniert?

Die Gemeinde Holdorf muss vorab klären, wie der Verkehr in der 2-jährigen Bauzeit umgeleitet werden soll. Das ist eine große Herausforderung. Die Löcher in der Fahrbahn werden vorher noch geflickt.

Artikel teilen:
Ganz schön lang: Die Industriestraße (in rot) verläuft auf 3,956 Kilometern vom Kreisel in Ihorst an der Bundesstraße 214 bis zum Kreisel in Handorf an der Dammer Straße. Eine Sanierung ist zwingend notwendig, betonen Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug (links) und sein Allgemeiner Vertreter Heiner Themann. Foto: Böckmann

Ganz schön lang: Die Industriestraße (in rot) verläuft auf 3,956 Kilometern vom Kreisel in Ihorst an der Bundesstraße 214 bis zum Kreisel in Handorf an der Dammer Straße. Eine Sanierung ist zwingend notwendig, betonen Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug (links) und sein Allgemeiner Vertreter Heiner Themann. Foto: Böckmann

Noch vor Weihnachten 2021 sollen nach Möglichkeit die ersten Arbeiten für die Komplett-Sanierung der Holdorfer Industriestraße inklusive Nebenanlagen beginnen. Diese Hoffnung hat Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug jetzt in einem Pressegespräch geäußert, in dem er zusammen mit dem Allgemeinen Vertreter Heiner Themann Einblicke in die Planungen gab. Klar ist: Es wird vor dem Sanierungsstart noch eine Menge Arbeit auf die Gemeinde Holdorf zukommen. 

Dass die Industriestraße vom Kreisel in Ihorst bis zum Kreisel Handorf erneuert werden muss, darüber gibt es keine Zweifel. Denn die Straße mit einer Länge von exakt 3,956 Kilometern und einer Fahrbahn von 29.500 Quadratmetern ist in einem desolaten Zustand. Zum Teil gibt es  tiefe und große Löcher auf der Fahrbahn. Auch die Nebenanlagen sind in einem schlechten Zustand. 

Die Komplett-Sanierung der Industriestraße wird teuer. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von rund 6 Millionen Euro. Es gibt für diese Maßnahme aber eine rund 50-prozentige Förderung im Rahmen des Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (NGVFG), also 3 Millionen Euro. Allerdings muss die Gemeinde Holdorf das Projekt komplett vorfinanzieren. Im Haushalt 2021 ist eine Million Euro bereitgestellt. Der Rest bleibt für die nächsten 2 Jahre.

Verkehrsteilnehmer aufgepasst! Gravierende Straßenschäden weist derzeit die Industriestraße auf. Zum Teil gibt es zentimetertiefe und -große Löcher auf der Fahrbahn. Bild: RöttgersVerkehrsteilnehmer aufgepasst! Gravierende Straßenschäden weist derzeit die Industriestraße auf. Zum Teil gibt es zentimetertiefe und -große Löcher auf der Fahrbahn. Bild: Röttgers

Dazu kommen noch Planungskosten von mehreren hunderttausend Euro. Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug hat sich jetzt vom Verwaltungsausschuss grünes Licht geben lassen, die Planungen zu beschleunigen. Zurzeit wird ein Büro gesucht, das sich um die europaweite Ausschreibung kümmert. Bis zum Sommer soll es gefunden sein, hofft Krug.

Die Planungen sind eine Sache. Die andere Frage ist: Wie soll in den 2 Jahren bis zur Projektvollendung umgeleitet werden, um einen Stillstand zu vermeiden?  Wie bleiben die Betriebe erreichbar? Denn eine halbseitige Sperrung, wie zunächst erhofft, scheidet aus. Die Straße muss auf ihrer ganzen Breite gleichzeitig saniert werden. Fließt der Verkehr also um Holdorf herum? Oder doch durch den Ort? Oder gibt es doch noch andere Möglichkeiten?  Dies alles werde eine Denksportaufgabe für die kommenden Monate, sagt Krug. 

Wird die Geschwindigkeit reduziert?

Auch diese Frage hat die Verwaltung beschäftigt: Soll die Industriestraße bis zum Sanierungsstart in ihrem jetzigen Zustand bleiben? Nein, die Löcher und Risse werden auf der Fahrbahn noch behoben werden, "sobald es die Witterung zulässt", wie Bürgermeister-Vertreter Themann erklärt. Die Kosten dafür liegen bei rund 40.000 Euro.  Gleichzeitig hat die Gemeinde bei der Verkehrskommission des Landkreises Vechta den Antrag gestellt, ein Tempolimit zu verhängen. 

Hintergrund: Die Industriestraße, deren nördlicher Teil bis zum Bahnübergang in den 1970er und 1980er Jahren und dessen südlicher Teil in den Nuller Jahren gebaut wurde, sollte schon seit längerem saniert werden. Dies verzögerte sich jedoch deshalb, weil die Gemeinde Holdorf gehofft hatte, die gemeindeeigene Industriestraße zu einer Landesstraße hochstufen lassen zu können. Der Status entscheidet darüber, wer für den Unterhalt der Strecke verantwortlich ist. Wichtig für die Einstufung ist die Nutzung. Sprich: Ist die Straße vor allem wichtig für den Ortsverkehr oder nutzen sie auch sehr viele Auswärtige?

Das Land Niedersachsen entschied sich gegen eine Umwidmung der Industriestraße. Hannover lehnt die Umwandlung der Gemeinde- in eine Landesstraße unter anderem ab, weil mehr als 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer Holdorfer sind. Die Gemeinde hatte indes argumentiert, dass die Lkw, die unterwegs sind, zu 80 Prozent nicht aus Holdorf kommen.

Jetzt neu! Moin Friesoythe! Der wöchentliche Newsletter für die Eisenstadt mit aktuellen News und Informationen. So verpassen Sie nichts mehr. Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach. Jetzt hier anmelden.  

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Wird die Industriestraße noch 2021 saniert? - OM online