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Willen will "erfolgreiche Arbeit" fortsetzen

Der Kandidaten-Check von OM Online: Marcus Willen (CDU) ist Bürgermeister der Stadt Löningen und will sein Amt über den 12. September hinaus behalten.

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Wichtiges Projekt: Bürgermeister Marcus Willen auf der Kläranlage, die vom Energiefresser zum Lieferanten ausgebaut werden soll.   Foto: Siemer

Wichtiges Projekt: Bürgermeister Marcus Willen auf der Kläranlage, die vom Energiefresser zum Lieferanten ausgebaut werden soll.   Foto: Siemer

Der Kandidaten-Check von OM Online. In dieser Reihe stellen wir zur Kommunalwahl im September die Bürgermeister- und Landratskandidaten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta vor. Das Konzept: Einen thematischen Treffpunkt darf der Kandidat wählen, den anderen bestimmt die Redaktion. In dieser Folge: Löningens amtierender Bürgermeister Marcus Willen im Talk mit Reporter Willi Siemer.

Kläranlage: Vom Energiefresser zum Energieproduzenten

Der 57-jährige Rechtsanwalt und Notar hat sich für die kommunale Kläranlage entschieden. Gesprächsort der Redaktion ist das Rathaus. Beide sind erklärtermaßen wichtige Zukunftsprojekte der Stadt.  

Während die Planungen für Hunderte Tonnen CO₂-Reduktion als wichtiger kommunaler Beitrag in Richtung Klima-Neutralität bei der Abwasserreinigung und den Ausbau vom größten kommunalen Energiefresser zum Produzenten des größten Teils seines eigenen Stroms auf ungeteilte Zustimmung stößt, sind die Vorstellungen über den zukünftigen Arbeitsplatz der Verwaltungsmitarbeiter sehr unterschiedlich.

"Mit den Investitionen in die Kläranlage kann die Stadt außerdem die Menge des zu transportierenden Klärschlamms drastisch reduzieren, die Versorgungssicherheit langfristig gewährleisten und die Preisstabilität sichern, die mit derzeit 1,64 Euro ohnehin zu den niedrigsten Gebühren der Region gehört", so der Bürgermeister. Er wolle die erfolgreiche Arbeit der vergangenen 7 Jahre nach einem Start praktisch bei Null gern fortsetzen.

Als Beispiel für den Ausgangspunkt verweist er auf die nicht vorhandenen Baugebiete und fehlende städtische Grundstücke. "Mich treibt vor allem die weitere positive Entwicklung meiner Heimatstadt um", erklärt er im Gespräch mit OM Online. Er möchte die begonnenen Projekte, wie die Bau- und Gewerbegebiets-Entwicklungen mit Bauplätzen sowohl in der Wiek wie in allen Vierteln, zu Ende bringen und neue Dinge anschieben. Das sei ihm in den vergangenen Jahren mit der Mehrheit im Stadtrat und einem guten Team in der Verwaltung gelungen.

Insgesamt seien 8 Baugebiete bereits geschaffen worden beziehungsweise liefen die Genehmigungsverfahren auf Hochtouren. Wenn gelegentlich angemerkt werde, dass alles doch schneller laufen solle, dann sollte laut Willen bedacht werden, dass nur ein relativ kleines Team im Rathaus viel Arbeit mit gleichzeitig Dutzenden Verfahren habe und die Stadt nicht alleine Herr der Verfahren sei.

Trotz großer Investitionen Schulden deutlich reduziert

Zufrieden ist der Amtsinhaber auch mit der Entwicklung der kommunalen Finanzen. Trotz der Millionen Investitionen in sämtliche Bereiche der kommunalen Infrastruktur sei es gelungen, die Verbindlichkeiten der Stadt deutlich zu reduzieren. Habe Löningen zu Beginn seiner Amtszeit noch 20 Millionen Schulden gehabt, so sei es gelungen, sie mit Blick auf die liquiden Mittel auf jetzt 13 Millionen Euro zu reduzieren. In diesem Zeitraum habe die Stadt allein mehr als 10 Millionen Euro in den Erwerb von Grundstücken investiert, um daraus Bau- und Gewerbegebiete zu machen oder um die dafür notwendigen Tauschflächen zur Verfügung zu haben.

Als erfolgreich wertet Willen auch die Bemühungen von Rat und Verwaltung, mit neuen Kindergarten- und Krippenplätzen die rasant steigende Nachfrage nach frühkindlicher Bildung und Betreuung bedienen zu können. Es sei gelungen, die Zahl der Betreuungsplätze von 400 auf inzwischen 650 zu erhöhen. Aktuell werde im St.-Elisabeth-Kindergarten an der Bunner Straße, in Evenkamp und Benstrup gebaut, mit der neuen 2-gruppigen Krippe in der Innenstadt an der Mühlenstraße werde bald begonnen.

Neues Rathaus erklärtes Ziel des Bürgermeisters

Als eines der zentralen Themen der kommenden 5 Jahre für den neuen Stadtrat sieht der Bürgermeister das Thema Rathaus. "Ich will eine nachhaltige und zukunftsfähige Lösung. Das ist für mich ein Neubau auf dem Platz der jetzigen Feuerwehr, die ja Ende kommenden Jahres ihren neuen Standort zwischen Elberger und Linderner Straße beziehen wird." Aus vielerlei Gründen mache ein gemeinsames Gebäude von Verwaltung und der Vermietung eines Teils an die Löninger Polizei Sinn. Für ihn gebe es keine andere Möglichkeit, den dringend benötigten zusätzlichen Platzbedarf für die Mitarbeiter zu erfüllen. In dieser Frage ist das Land der Partner: "Viel besser geht es doch nicht." Weitere Flächen entstünden nicht nur durch eine Sanierung, die nach Willens Einschätzung nicht so teuer komme, wie ursprünglich angenommen.

Willen sprach sich für eine funktionale, aber ansprechende Architektur aus. Zugleich will er das jetzige Rathaus-Gebäude erhalten. Eine Nutzung auf Dauer als Kinomuseum oder für kulturelle Zwecke sei denkbar. Er zeigte sich gleichzeitig offen für partnerschaftliche Baumodelle durch Arbeitsgemeinschaften von Löninger Handwerksunternehmen und/oder örtlichen Banken. Damit bleibe die Wertschöpfung in Löningen und komme direkt und indirekt der Stadt zugute. Neben den positiven Effekten für die örtliche Wirtschaft habe ein solches Modell den Vorzug, dass keine Preissteigerungen und Unterhaltskosten für die Stadt anfielen und nach einer festgelegten Zeit die Stadt Eigentümer werden könne.


Zur Person:

  • Marcus Willen ist 57 Jahre alt und seit 7 Jahren Löninger Bürgermeister.
  • Zuvor hat er in seiner Heimatstadt als Notar und Rechtsanwalt für Arbeitsrecht gearbeitet.
  • Er ist verheiratet und hat 4 Kinder.
  • Über 20 Jahre hat er sich im Löninger Schützenverein als Präsident und zuvor als Geschäftsführer engagiert.

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