Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

"Wenn ich kandidiere, will ich gewinnen!"

Die SPD wählt Jan Oskar Höffmann zum Landtagskandidaten für den Wahlkreis 67 "Cloppenburg". Der 32-Jährige erhielt bei der Veranstaltung in der Cappelner Diele 96,3 Prozent von den 27 Delegierten.

Artikel teilen:
Nominierungsrede: Jan Oskar Höffmann (links) rührte noch einmal die Werbetrommel für sich. Versammlungsleiter war Andre Goldenstein, Mitglied im Bezirksvorstand. Foto: Long Nguyen

Nominierungsrede: Jan Oskar Höffmann (links) rührte noch einmal die Werbetrommel für sich. Versammlungsleiter war Andre Goldenstein, Mitglied im Bezirksvorstand. Foto: Long Nguyen

Jan Oskar Höffmann geht für die SPD ins Rennen um den Einzug in den Landtag 2022. Die 27 Delegierten aus dem Wahlkreis 67 (Cloppenburg) haben den 32-Jährigen mit 96,3 Prozent gewählt. Höffmann erhielt bei einer Enthaltung 26 der 27 abgegebenen Stimmen. "Eine so hohe Unterstützung überrascht und berührt mich zugleich. Das ist Rückenwind für die kommenden Monate", bedankte sich Höffmann, der bei der Kommunalwahl 2021 das parteiübergreifend beste Stimmenergebnis aller Kandidierenden in Cloppenburg erreichen konnte. 

Detlef Kolde eröffnete als Kreisvorsitzender die Nominierungsveranstaltung in der Cappelner Diele. "Die erfolgreichen Kommunalwahlergebnisse der SPD sind ein Beleg unserer guten und engagierten Arbeit. Es zeigt, diesen Wahlkreis können wir gewinnen", so Kolde. Der Wahlkreis umfasst die Städte Cloppenburg und Löningen sowie die Gemeinden Cappeln, Essen, Lastrup, Lindern und Molbergen, er wird derzeit von Christoph Eilers (CDU) vertreten.

Situation der Beschäftigten in der Fleischbranche treibt Höffmann um

Höffmanns Ziel sei es, den Wahlkreis erstmals für die SPD zu gewinnen und Eilers als direkt gewählten Abgeordneten abzulösen: "Ich bin 2006 nicht in die SPD eingetreten, um den Wettbewerb zu scheuen. Wenn ich kandidiere, will ich gewinnen. Nicht weil es einfach ist, sondern weil es schwer ist." In seiner Vorstellungsrede ging der 32-jährige Jurist auch auf die derzeit stattfindenden Montagsspaziergänge ein. "Es ist nicht in Ordnung, wenn versucht wird, das Versammlungsrecht auszuhebeln, um sich nicht an Regeln zu halten, Abstände zu missachten und Masken zu verweigern. Das darf nicht toleriert werden." Es gleiche einer "Verhöhnung des Rechtsstaats", wenn dies folgenlos bliebe.

Nominierung: Jan Oskar Höffmann (rechts) mit Andre Goldenstein, Mitglied im Bezirksvorstand. Foto: Long NguyenNominierung: Jan Oskar Höffmann (rechts) mit Andre Goldenstein, Mitglied im Bezirksvorstand. Foto: Long Nguyen

Höffmann nahm dabei nicht nur die Behörden, sondern auch die politischen Vertreter in die Pflicht: "Wo sind denn unsere Landtagsabgeordneten der CDU? Wo bleibt ihr Aufbäumen gegen die marschierenden Querdenker? Hier muss von allen Seiten klare Kante gezeigt werden." Es sei zudem ein "fatales Signal", wenn der Leiter des Gesundheitsamtes ohne ersichtlichen Grund ungeimpft bleibe. "Ich bin erschüttert. Die Außenwirkung ist entsetzlich." Ein Amtsleiter sei kein namenloser Sachbearbeiter, sondern "Repräsentant der Behörde".

Ihn treibe nicht nur die aktuelle Corona-Situation um, sondern auch die Situation der Beschäftigten in der Fleischbranche. Höffmann verteidigte die geplante Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. Dies werde für "Millionen Arbeitnehmer" eine spürbare und dringend erforderliche Lohnerhöhung sein. Es sei daher umso "befremdlicher", wenn der Geschäftsführer der hiesigen Kreishandwerkerschaft, der sich zeitgleich um eine CDU-Landtagskandidatur bewirbt, dieses Vorgehen kritisiere. "Der Mindestlohn stellt lediglich die Untergrenze des Erträglichen dar. Diese notwendige Erhöhung in Abrede stellen zu wollen, ist ein Zeichen fehlender Bodenhaftung. Das ist einer Reinigungskraft oder Beschäftigen in der Fleischwirtschaft schlicht nicht zu vermitteln", so Höffmann.

Die anwesenden Delegierten quittierten die Nominierung des Kandidaten schließlich mit Beifall. "Es wird ein intensiver und fairer Wahlkampf, aber langweilig wird es nie. Das verspreche ich euch", so Höffmann abschließend.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

"Wenn ich kandidiere, will ich gewinnen!" - OM online