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Warnung vor trügerischen Zahlen an Weihnachten

Niedersachsens Gesundheitsministerin rät davon ab, die Coronazahlen Ende Dezember als Gradmesser für die Wirkung des Lockdowns zu nehmen. Denn die Zahlen werden trügerisch niedrig sein.

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Geschlossene Labore, weniger Tests: Zu Weihnachten ist mit trügerisch sinkenden Coronazahlen zu rechnen. Symbolfoto: dpa

Geschlossene Labore, weniger Tests: Zu Weihnachten ist mit trügerisch sinkenden Coronazahlen zu rechnen. Symbolfoto: dpa

Aktuelle Coronafälle, Neuinfektionen, 7-Tagesinzidenzen: Es sind die Zahlen, die einen Einblick in das Infektionsgeschehen gewähren. Sie sind auch der Gradmesser, um die Wirksamkeit von Hygienregeln und einschränkenden Maßnahmen zu überprüfen. Das gilt auch für den harten Lockdown seit dem 16. Dezember. Wie schon im Frühjahr rechnen die Experten damit, dass sich die Corona-Verordnungen erst nach zwei Wochen in den Zahlen niederschlagen werden.

Doch zu eben diesem Zeitpunkt ist Deutschland mittendrin im Feiertagsmodus - weshalb die Coronazahlen einen falschen Eindruck  geben können. Davor hat am Donnerstag Gesundheitsministerin Carola Reimann gegenüber der "Braunschweiger Zeitung" gewarnt. "Die Zahlen, die wir in den kommenden Tagen sehen, werden trügerisch niedrig erscheinen", erklärt Reimann. Denn: Es werde weniger getestet.

Dieses Phänomen kennen die Bundesbürger bereits von den Wochenenden. An Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Zahlen im Verhältnis zu den übrigen Wochentagen immer deutlich niedriger - nicht nur weil weniger getestet wird, sondern auch weil die meisten Labore nicht besetzt sind und die Abstriche deshalb erst zu Wochenbeginn ausgewertet werden.

Werte "repräsentieren nicht das wahre Leben"

Mit diesem Szenario ist nun auch Ende Dezember zu rechnen - sogar in verstärkter Form. "Dazu kommen die Weihnachtsfeiertage, die in diesem Jahr mitten in der Woche beginnen und an einem Wochenende enden", sagte Reimann. "Es gibt drei normale Brückentage, dann kommen schon wieder Silvester, Neujahr und ein weiteres Wochenende." Das ergebe Werte, die "nicht das wahre Leben repräsentieren".

Reimann empfiehlt deshalb auch, erst am 10. Januar zu entscheiden, ob die Maßnahmen des jetzigen Lockdowns gelockert, verlängert oder gar verschärft werden müssen. Nach derzeitigem Stand wollen sich die Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten bereits am 5. Januar beratschlagen.

Eine erste Anfrage von OM online bei den Kreisverwaltungen hat ergeben, dass man dort ebenfalls während der Feiertage und dem direkt anschließenden Wochenende mit niedrigen Fallzahlen rechnet. Aus diesem Grund wird OM online die Corona-Berichterstattung an diesen Tagen der Situation anpassen. So werden wir zum Beispiel auf die Veröffentlichung von Grafiken verzichten, um etwaige trügerische Entwicklungen der Lage nicht auch noch zu untermalen.

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