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Verdi will kein Pfefferspray für Feuerwehr und Rettungsdienst

Die Gewerkschaft befürchtet eine weitere Eskalation, wenn sich Rettungskräfte bei Übergriffen mit Pfefferspray wehren sollten. Von Verdi kommen alternative Vorschläge.

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Symbolfoto: dpa

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Nach den Angriffen auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht hat sich die Gewerkschaft Verdi dagegen ausgesprochen, Feuerwehr und Rettungsdienst mit Pfefferspray oder Schutzwesten auszustatten. "Weitere Eskalationen helfen nicht weiter", sagte der zuständige stellvertretende Verdi-Landesfachbereichsleiter Sascha Tietz am Freitag. "Prävention und Wahrnehmung der Fürsorgepflichten gegenüber den Beschäftigten sind entscheidend."

Für Mario Kraatz, den Vorsitzenden des Fachvorstandes Feuerwehr der Gewerkschaft in Niedersachsen und Bremen, ist das Problem nicht neu: "Seit Langem ist eine zunehmende Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft gegenüber Einsatzkräften und Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zu beobachten."

Zunehmende Gewaltbereitschaft habe "komplexe Ursachen"

Zuvor hatte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius erklärt, die Zahl der Übergriffe zu Silvester sei in Niedersachsen diesmal nicht bedeutend höher als in den Jahren vor Corona gewesen. Allerdings hätten "die Intensität und die Heftigkeit" zugenommen, sagte der SPD-Politiker.

Nach Einschätzung von Verdi hat die zunehmende Gewaltbereitschaft "komplexe Ursachen", die nicht nur durch Verbote abgestellt werden könnten. Die Gewerkschaft forderte eine bessere Personalausstattung, um Aus- und Fortbildung zu gewährleisten und Stress durch unzumutbare Einsatzbelastung zu vermeiden, außerdem Nachsorge durch medizinische und psychologische Hilfe sowie Beratungs- und Therapieangebote.

Darüber hinaus sprach sich die Gewerkschaft für Kameras zur Dokumentation und eventuelle Strafverfolgung aus, im Falle von Übergriffen müssten Arbeitgeber und Kommunen zudem alle Beschäftigen rechtlich unterstützen und Strafanträge stellen.

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