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UWG Molbergen stellt sich auf politischen "Langstreckenlauf" ein

Die neue Gruppierung tritt mit 6 Kandidaten für den Gemeinderat an. Das Ziel der Unabhängigen ist es, für einen neuen Politikstil zu sorgen – auch wenn es damit etwas länger dauert.

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Wollen als UWG in den Rat: Martin Middendorf (von links), Michael Schweers, Stephan Nordloh, Job Westermann, Pascal Strehl und Bernhard Peek.    Foto: UWG Molbergen

Wollen als UWG in den Rat: Martin Middendorf (von links), Michael Schweers, Stephan Nordloh, Job Westermann, Pascal Strehl und Bernhard Peek.    Foto: UWG Molbergen

Die Fraktion Bürgerbündnis/SPD im Molberger Gemeinderat ist mit Ablauf der jetzigen Wahlperiode Geschichte. Da Theo Bruns (SPD) nach 30-jähriger Ratstätigkeit aufhört, haben sich seine parteilosen Kollegen vom Bürgerbündnis, Job Westermann und Stephan Nordloh, dazu entschlossen, politisch neue Wege zu gehen. Wie berichtet, treten sie mit ihren 4 Mitstreitern Martin Middendorf, Michael Schweers, Pascal Strehl und Bernhard Peek als Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Molbergen an.

Wie vor 5 Jahren gemeinsam mit der SPD auf einer Liste zu kandidieren, sei nicht infrage gekommen, erklärte Stephan Nordloh nun in einem Pressegespräch. „Sowohl die SPD als auch wir wären damit nicht glücklich geworden.“ Die SPD trete nun mit neuem Personal an. „Der Wähler muss klare Angebote haben.“ Dem trage man mit der neuen politischen Gruppierung Rechnung. Nichtsdestoweniger wolle man eine „gute konstruktive Zusammenarbeit“ mit allen Ratsfraktionen.

"Wenn ich nichts riskiere, kann ich nichts bewegen"

Großen Wert legt die UWG auf das Wort „Unabhängig“ in ihrem Namen. „Wir sind keine Erfüllungsgehilfen der Politik in Hannover oder Berlin“, betont Job Westermann und verweist darauf, dass unabhängige Wählergemeinschaften auch in anderen Kommunen, wie Cloppenburg und Löningen, inzwischen feste Größen in der Lokalpolitik geworden seien. „Das fruchtet überall“, pflichtet ihm Michael Schweers bei.

Da er sich nicht mit den großen Parteien identifizieren könne, habe er sich der UWG angeschlossen, berichtet Pascal Strehl. Eigentlich sei es nicht seine Sache, in der Öffentlichkeit zu stehen. „Aber wenn ich nichts riskiere, kann ich nichts bewegen.“

Die Molberger UWG will im Wahlkampf mitmischen.   Foto: SchrimperDie Molberger UWG will im Wahlkampf mitmischen.   Foto: Schrimper

Doch wofür will sich die UWG einsetzen? Zuallererst einen neuen, von Transparenz geprägten „Politikstil“, betont Stephan Nordloh: „Der Meinungsaustausch gehört in die Ausschüsse und in den Rat – nicht in die Hinterzimmer.“ Aktuell werde zu viel hinter verschlossenen Türen beraten. Dabei dürfe der Rat keineswegs ein „Abnickgremium“ sein. Oft bekomme er zu hören, dass man in Molbergen nichts erreiche, wenn man nicht Fraktionsmitglied der CDU sei, so Nordloh. Diese Auffassung wolle die UWG revidieren. „Die Entscheidungen fallen nicht in der CDU, sondern im Rat.“ Kommunalpolitik sei keine Partei-, sondern Sachpolitik. Pascal Strehl ergänzt: „Wir wollen wieder ein Bewusstsein dafür wecken, dass es um die Meinung des Einzelnen geht.“

Dabei wolle man die Bürger stärker mit einbinden, betont Nordloh. Geplant seien Bürgerversammlungen in regelmäßigen Abständen, um über die Ratspolitik zu informieren und eine Diskussionsplattform zu bieten.

UWG soll kein Strohfeuer sein

Die UWG Molbergen sieht ihre potenzielle spätere Rolle im Rat von vornherein als „Opposition“. Es gehe darum, für ein Kräftegleichgewicht im Kommunalparlament zu sorgen und unangenehme Fragen zu stellen, so Nordloh. Da sich die neue Gruppierung nicht als „Mitläufer“ verstehe, werde das sicher kein „Zuckerschlecken“.

Inhaltlich hat sich die UWG unter anderem das Thema finanzielle Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Um den politischen Handlungsspielraum zu erhalten, gelte es, die kommunale Neuverschuldung zu begrenzen. Zugleich müsse sich die Gemeinde auf ihren „großen Vorteil“ gegenüber anderen Kommunen – den Tourismus – konzentrieren, so Nordloh.

Auch wenn es mit dem Sprung in den Gemeinderat nicht auf Anhieb klappe, werde die Arbeit der UWG weitergehen. „Wir stellen uns nicht auf einen Sprint, sondern einen Langstreckenlauf ein. Wir haben genügend Zeit und langen Atem, um wieder anzutreten“, betont Stephan Nordloh. „Die UWG ist kein Strohfeuer.“

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