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Unabhängige Bürgergemeinschaft Lohne tritt im September mit 4 Kandidaten an

Die Wählerinitiative will einen handlungsbezogenen und lösungsorientierten Politikstil etablieren, abseits von ideologischen Grabenkämpfen und dabei für mehr Bürgerbeteiligung sorgen.

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Die vier Kandidaten der UBG Lohne (v.l.): Moritz Ovelgönne (Listenplatz 3), Franziskus Pohlmann (Listenplatz 1), Julian Tillesch (Listenplatz 2) und Christian Fischer (Listenplatz 4). Foto: Heinzel

Die vier Kandidaten der UBG Lohne (v.l.): Moritz Ovelgönne (Listenplatz 3), Franziskus Pohlmann (Listenplatz 1), Julian Tillesch (Listenplatz 2) und Christian Fischer (Listenplatz 4). Foto: Heinzel

Franziskus Pohlmann sitzt seit 2016 als parteiloser Mandatsträger im Rat der Stadt Lohne. Doch als „Einzelkämpfer“ sei die politische Arbeit in dem Gremium gar nicht so leicht, erzählt der 31-Jährige. Mit Julian Tillesch, Moritz Ovelgönne und Christian Fischer hat er nun Gleichgesinnte gefunden, die sich ebenfalls in der Lohner Kommunalpolitik engagieren wollen. „Mann kann nicht immer nur kritisieren, man muss auch selbst versuchen etwas zu ändern“, so Moritz Ovelgönne.

"Wir 4 finanzieren unseren Wahlkampf komplett alleine."Franziskus Pohlmann, UBG Lohne

Ihrer Wählerinitiative haben sie den Namen Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG) Lohne gegeben. „Wir können freier denken und ein größeres Meinungsspektrum einbeziehen“, meint Christian Fischer zu der Frage, warum sie eine eigene Bürgergemeinschaft ins Leben gerufen haben. Ihr Ziel ist klar: Sie wollen im September vier Mandate erringen. Dafür benötigen sie nach eigener Schätzung etwa 10 Prozent der Stimmen.

Stadtrat spiegele nicht ausreichend die Stadt Lohne wider

Ihren Wahlkampf wollen sie sowohl digital (Social Media, Homepage) als auch analog (Plakate, Stand in der Fußgängerzone) führen. „Wir 4  finanzieren unseren Wahlkampf komplett alleine“, erläutert Franziskus Pohlmann. Das sei ein zentraler Aspekt ihres Versprechens der Unabhängigkeit und unterstreiche die Ernsthaftigkeit ihrer Initiative. Drei Begriffe stehen unter dem Namen der UBG, nämlich unabhängig, bürgernah und gewissenhaft. Und diesen Ansprüchen fühlen sie sich verpflichtet.

„Wir möchten eine Kultur des Miteinander in den Stadtrat bringen.“Christian Fischer, UBG Lohne

„Wir haben klare Vorstellungen“, sagt Franziskus Pohlmann über die Vorhaben der Wählerinitiative. Und Moritz Overlgönne ergänzt: „Wir wollen konstruktiv sein.“ „Und offen für andere Ideen und Anregungen“, fährt der amtierende Ratsherr fort. „Wir möchten eine Kultur des Miteinander in den Stadtrat bringen“, sagt Christian Fischer. Auf ihrer Homepage (www.ubg-lohne.de) sind für Interessierte Ziele und Programm der Stadtratskandidaten einsehbar.

Dort formulieren sie auch ihre Beweggründe für die einzelnen Punkte. So steht unter ihren Zielen: „Der Lohner Stadtrat ist nach unserer Auffassung politisch zu einseitig geprägt und spiegelt nicht ausreichend die Stadt Lohne wider. Das Gefühl vieler Lohner Bürger, einer einzigen Partei ausgeliefert zu sein, ermutigt uns, neue politische Strukturen zu schaffen und eine echte Option für jeden Bürger zu sein.“ Sie wollen für eine handlungsbezogene und lösungsorientierte Politik stehen, die auf einem offenen Dialog zwischen Bürgern und Politik sowie der Teilhabe an politischen Prozessen basiert. Dies sei auch das beste Rezept gegen Politikverdrossenheit. Deshalb setze sich die UBG für jegliche Formen der Bürgerbeteiligung ein. Des Weiteren seien Klimaschutz und Gleichberechtigung wichtige Grundpfeiler ihrer Politik.

UBG will Straßenausbaubeiträge abschaffen und Jugendparlament einrichten

Ihr Programm umfasst aktuell 6 Punkte: Die UBG will sich für die vollständige Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die Einrichtung eines Jugendparlamentes, die digitale Übertragung von Ratssitzungen, die Erweiterung der Einwohner-Fragestunde, einen Ideenwettbewerb für einen Teil des Haushaltes der Stadt Lohne und faire Bedingungen für die Reinigungskräfte der städtischen Einrichtungen einsetzen. Die wegfallenden Einnahmen durch die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge könnten aus dem bestehenden Haushalt bestritten werden, sagt Franziskus Pohlmann mit Blick auf die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt.

„Wir wollen durch schlüssige Argumente überzeugen.“Julian Tillesch, UBG Lohne

Ihnen sei klar, dass es, bei den bestehenden Mehrheitsverhältnissen im Stadtrat, kein einfaches Unterfangen sei, aber wenn man nicht anfange und etwas unternehme, könne auch nichts passieren, sagt Christian Fischer. „Wir wollen durch schlüssige Argumente überzeugen“, sagt Julian Tillesch. Der Dialog mit dem Bürger ist dabei ein integraler Bestandteil ihres Vorhabens. Sie bauen auf Anregungen und Ideen, die an sie herangetragen und gemeinsam diskutiert werden. Daher sagt Julian Tillesch auch: „Der Bürger kann jederzeit mit uns in Kontakt treten.“ Franziskus Pohlmann fährt fort: „Man kann uns direkt ansprechen!“ Letztlich gehe es auch darum, als Wählerinitiative zu wachsen und auch außerhalb des Stadtrates Aktivitäten zu entwickeln. „Wir wollen eine feste Größe im Lohner Stadtrat werden“, sagt Christian Fischer. Mit ihrem jungen Durchschnittsalter von 32 Jahren möchten sie auch einen „Generationenwechsel“ im Stadtrat einleiten.


Fakten:

  • Die Unabhängige Bürgergemeinschaft (UBG) Lohne ist ein Zusammenschluss von 4 Kandidaten, die bei der Wahl am 12. September (Sonntag) in den Stadtrat einziehen wollen.
  • Franziskus Pohlmann: 31 Jahre, ledig, Hygienekontrolleur beim Gesundheitsamt Vechta.
  • Julian Tillesch: 36 Jahre, verheiratet, ein Kind, Lagerist beim Unternehmen Pöppelmann in Lohne.
  • Moritz Ovelgönne: 27 Jahre, verlobt, Assistent der Geschäftsleitung beim St.-Franziskus-Hospital Lohne.
  • Christian Fischer: 34 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, Teamleiter im Vertrieb beim Fachgroßhandel Carl Wilhelm Meyer in Oldenburg.

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