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Überarbeitete Corona-Verordnung tritt in Kraft

2G im Einzelhandel, Kontaktbeschränkungen für nicht geimpfte Menschen oder Ausnahmen bei der 2Gplus-Regel kommen mit einer abermals überarbeiteten Corona-Verordnung auf die Niedersachsen zu.

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Foto: dpa/Eyberger

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Einige Menschen in Niedersachsen müssen sich von Sonntag an auf verschärfte Corona-Maßnahmen einstellen. Nicht gegen das Coronavirus Geimpfte dürfen sich künftig mit weniger Menschen treffen: Ein Haushalt darf sich laut Landesregierung nur noch mit zwei Menschen aus einem weiteren Haushalt treffen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Auf diese Verschärfung hatten sich Bund und Länder bereits in der Vorwoche verständigt. Mit der überarbeiteten Verordnung wird ebenfalls die 2G-Regel im Einzelhandel umgesetzt. Auch darauf hatten sich Bund und Länder bereits geeignet. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind hiervor ausgenommen.

Einige Geschäfte können aber auch weiterhin von nicht geimpften oder genesenen Menschen aufgesucht werden. Das sind laut Landesregierung: sämtliche Lebensmittelgeschäfte sowie Getränkemärkte, Apotheken, Optiker Hörgeräteakustiker, Drogerien, Sanitäts- und Reformhäuser, Babymärkte, Gartenmärkte, Tankstellen, Blumengeschäfte, Zeitungs- und Buchläden, Geschäfte zum Kauf von Fahrkarten sowie zur Reparatur von Kraftfahrzeugen, Fahrrädern oder Elektronikgeräten.

Handel muss Einhaltung der 2G-Regel kontrollieren

Der Handel muss die Einhaltung kontrollieren, möglich ist auch eine sogenannte Bändchenlösung. In einem Einkaufszentrum kann also etwa an einer zentralen Stelle der 2G-Nachweis kontrolliert werden, Kunden erhalten dann ein Bändchen ums Handgelenk und müssen nicht in jedem Geschäft den Impfausweis oder das Zertifikat vorzeigen, sondern das Bändchen.

Der Einzelhandelsverband sieht diese Methode als mögliche Entlastung gegenüber zahllosen Einzelkontrollen. Doch auch die neue Verordnung lasse manche Fragen offen, kritisierte Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack. So bedeute es Mehraufwand für die Händler, wenn sie etwa bei den Kommunen separat anfragen, ob sie für das Bändchensystem oder für die befürworteten Stichproben-Kontrollen geeignet seien.

"Eine medizinische Maske reicht immer"

„Es sollte schon so sein, dass die offiziell zuständige Stelle das vorher mal gecheckt hat“, sagte Krack der dpa. Auch gebe es immer noch Verwirrung dazu, in welchen Bereichen man „nur“ medizinische oder FFP2-Masken tragen solle. Das Land stellte hierzu am Nachmittag klar: „Im Einzelhandel muss in keiner Warnstufe zwingend eine FFP2-Maske getragen werden, eine medizinische Maske reicht immer.“

Krack sagte, insgesamt seien viele Händler der Meinung: „2G bleibt überzogen.“ Betriebswirtschaftlich sei die Lage zum dritten Advent mau bis gefährlich gewesen. Am Samstag sei das Geschäft schleppend angelaufen – der Nachmittag habe immerhin „für etwas mehr Zuversicht gesorgt. Mit normalen Adventsumsätzen und normaler Weihnachtsstimmung ist das alles aber nicht vergleichbar.“ Der Händler-Bundesverband HDE sprach von einem verdorbenen Weihnachtsgeschäft durch 2G.

In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens gilt nach wie vor in weiten Teilen Niedersachsens die 2G-plus-Regel. Das ist etwa in Restaurants oder Fitnessstudios der Fall. Es gibt dort aber allerdings Ausnahmen. Wer bereits eine Auffrischungsimpfung bekommen hat, benötigt keinen negativen Corona-Test – etwas mehr als jeder fünfte Niedersachse hat diese Impfung nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bereits verabreicht bekommen. Gastronomen oder Veranstalter können auch auf das 2G-Modell umschwenken, dürfen dann aber nur maximal 70 Prozent ihrer Plätze belegen.

Ausnahme bei Friseuren

Eine Ausnahme auf das 3G-Modell zeichnet sich für Friseure sowie die Fußpflege ab. Laut Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sollen diese Bereiche künftig unter 3G fallen. Somit würde dort ein negativer Test ausreichen, eine Impfung wäre nicht mehr Voraussetzung. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hatte am Freitag entschieden, dass diese Menschen nicht vom Besuch beim Friseur oder der Fußpflege ausgeschlossen werden dürfen.

An den Schulen läuft zunächst noch regulärer Unterricht. Kurz vor Weihnachten ändert sich dies jedoch: Vom 20. Dezember an – und damit drei Tage vor Ferienbeginn – könnten Schülerinnen und Schüler auf Antrag der Eltern vom Präsenzlernen befreit werden. Einen Anspruch auf Distanzlernen gibt es indes nicht. Die Ferien sollen wie geplant vom 23. Dezember bis zum 7. Januar dauern. Vor einem Jahr hatte Niedersachsen den Ferienbeginn coronabedingt um zwei Tage vorgezogen.

Maskenpflicht in den Schulen auch für Jüngere

Vom 10. Januar an müssen auch die jüngeren Jahrgänge wieder Maske tragen, überdies soll es nach den Ferien häufigere Tests geben. Auch bei Kindern im Vorschulalter kommt es derweil zu Corona-Infektionen. Laut dem Kultusministerium gab es zum Wochenende 121 bekannte Fälle, darüber hinaus 72 Ansteckungen bei Kita-Fachkräften. Erfasst werden dabei aber nur Ansteckungen, die zur Schließung von Kita-Gruppen geführt haben. Die tatsächliche Zahl könnte also noch höher liegen.

Während der „Weihnachts- und Neujahrsruhe“ zwischen Heiligabend und dem 2. Januar greifen verschärfte Maßnahmen. Dann müssen Diskotheken schließen, es sind nur Veranstaltungen mit weniger Menschen erlaubt. Restaurants sollen weiter öffnen dürfen, ebenso Fitnessstudios, Kinos und Hotels – all dies jedoch nicht für Ungeimpfte. Die Grünen fordern zusätzliche Wirtschaftshilfen für Gastronomen sowie die Kultur- und Veranstaltungsbranche. An Silvester sind Feuerwerke und größere Ansammlungen verboten, vollständig Geimpfte oder Genese dürfen draußen mit maximal 50 und drinnen mit 25 Personen zusammenkommen.

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