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Tobias Gerdesmeyer zieht ins Vechtaer Kreishaus ein

Der Lohner  erhält ein Traumvotum von 92,64 Prozent. Bei der Kreistagswahl musste die CDU  aber leichte Einbußen hinnnehmen. Ebenso die SPD. Grüne und FDP legten deutlich zu. (Update mit Video)

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Neuer gewählter Landrat des Kreises Vechta ist der CDU-Politiker Tobias Gerdesmeyer. Foto: Speckmann

Neuer gewählter Landrat des Kreises Vechta ist der CDU-Politiker Tobias Gerdesmeyer. Foto: Speckmann

Traumergebnis für Tobias Gerdesmeyer von der CDU bei der Wahl zum Vechtaer Landrat – und leichte Verluste für die Christdemokraten bei der Kreistagswahl, die aber weiter über die absolute Mehrheit verfügen. Auch das Ergebnis der SPD schmolz ab. Deutliche Zuwächse gab es aber für die Grünen und die FDP.

Gerdesmeyer ist mit 92,64 Prozent am Sonntag zum Vechtaer Landrat gewählt worden. Der einzige Gegenkandidat, der Bakumer Aloys Thye-Moormann von der AfD, erhielt 7,36 Prozent der Stimmen.

Der 47-jährige Gerdesmeyer sagte gegenüber OM Online bei der Bekanntgabe der Ergebnisse im Kreishaus: „Ich bin herausragend zufrieden.“ Er habe im Vorfeld durchaus gehofft, dass er eine Zustimmung von 90 Prozent erhalte würde. Dass er noch mehr erhalten habe, „das freut mich außerordentlich“.

Gerdesmeyer will Landrat für alle sein

Angesichts der Unterstützung, die er zudem von der SPD und der FDP erhalten hatte, sagte er, dass sich dies „ein Stück weit“ im Ergebnis widerspiegele. Er wolle ein Landrat „für alle Bürgerinnen und Bürger sein“ und ein vertrauensvolles Verhältnis zu allen im Kreistag vertretenen Parteien aufbauen.

In seiner offiziellen Ansprache sagte Gerdesmeyer, er empfinde „eine gewisse Demut und Respekt“ vor dem Amt des Landrats. Sein Vorgänger Herbert Winkel (CDU), der nicht mehr angetreten war, hinterlasse „große Fußspuren“. Winkel sprach von einem „super Ergebnis“ und einer „breiten Rückendeckung für Gerdesmeyer. Er hoffe, dass sein Nachfolger den „Landkreis auch weiter voranbringt“.

Thye-Moormann (59) sagte über sein Abschneiden: „Es hätte schon ein bisschen mehr sein können“. Er habe als Ziel gehabt, 15 Prozent der Stimmen zu erhalten. Er sei aber nicht traurig. Gleichlautend äußerte er sich zu seinem Abschneiden bei der Kandidatur um das Amt des Bakumer Bürgermeisters.

Winkel, der vor sieben Jahren 81,13 Prozent der Stimmen erhalten hatte, sagte, sein Ergebnis sei mit jenem für Gerdesmeyer nicht vergleichbar, weil er 2014 der einzige Bewerber um das Landratsamt war. Damals gab es für Wähler nur die Möglichkeit, mit Ja oder Nein zu abzustimmen.

Jubel auf Wahlparty in Lohne

Der CDU-Kreisvorsitzende André Hüttemeyer sah in dem Votum für Tobias Gerdesmeyer zugleich ein „hervorragendes Ergebnis“ für die Christdemokraten im Kreisverband Vechta. Mit Blick auf den bundesweiten Abwärtstrend für die Union in Umfragen zur Bundestagswahl erklärte Hüttemeyer: Im Landkreis Vechta sei es noch „en vogue“ die CDU zu wählen, wenn die Kandidaten stimmen.

Als das Wahlergebnis im Vechtaer Kreishaus feststand, machte sich Gerdesmeyer auf den Weg in seine Heimatstadt Lohne. Bei der Ankunft in „Heinz Bistro & Kneipe“ wartete ein frenetischer Empfang: „Oh la la, wir haben einen Landrat“, sangen mehrere Dutzend Parteifreunde in bester Schützenfest-Manier.

CDU-Chef Hüttemeyer freut sich über gutes Ergebnis

„Wir sind überglücklich und freuen uns mit Tobias. Er ist der absolut richtige Mann für den Landkreis“, erklärte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Benedikt Olberding zur Begrüßung und fügte mit Blick auf den (Noch)-Bürgermeister hinzu: „Es ist auch ein Abend mit Wehmut, weil wir ihn ziehen lassen müssen.“ Doch Gerdesmeyer versicherte zum Einsteig in eine traditionell lange Wahlnacht, dass sein Herz weiter für Lohne schlagen werde.

Bei der Kreistagswahl musste die CDU allerdings Verluste hinnehmen. Der Kreisvorsitzende Hüttemeyer freute sich dennoch über ein „gutes Ergebnis“ – insbesondere vor dem Hintergrund der „schwierigen“ bundesweiten Stimmungslage mit deutlich abnehmender Zustimmung für die Union. „Jeder Verlust schmerzt“, sagte Hüttemeyer zum Egebnis vor Ort.

SPD enttäuscht – nun Kooperation mit Grünen bei Klimaschutz

Einbußen gab es auch bei den Sozialdemokraten. „Wir sind enttäuscht. Wir hatten uns mehr erhofft“, erklärte der SPD-Kreisvorsitzende Sam Schaffhausen. Das sagte er auch vor dem Hintergrund, dass die SPD den Klimaschutz ganz oben im Wahlkampf und im Wahlprogramm angesetzt hatten – also ein Thema, das viele Menschen bewegt. Die SPD sieht sich hier weiter als Treiber vor Ort. Schaffhausen sagte, man wolle hier im Kreistag mehr mit den Grünen zusammenarbeiten, die zulegen konnten.

Freude bei Grünen und FDP

Die Co-Vorsitzende der Grünen im Kreisverband Vechta, Annette Hanken, sagte über das Abschneiden ihrer Partei: „Das ist ein super Ergebnis“. Sie ging davon aus, dass sich auch der bundesweit starke Zuspruch für die Ökopartei im deutlichen Zuwachs an Stimmen vor Ort wiederfinde.

Über einen klaren Zugewinn an Zuspruch können sich auch die Liberalen freuen. "Das freut uns riesig. Wir bedanken uns bei allen Wählerinnen und Wählern", sagte die FDP-Kreisvorsitzende Yvonne Friedrich. Der "Wahlerfolg" sei auf das "gute Team" der Kandidatinnen und Kandidaten und den engagierierten Wahlkampf zuückzuführen, aber auch auf die "langjährige gute Arbeit" des FDP-Urgesteins im Kreistag Heiko Bertelt. Der Bundestrend, bei dem die Freidemokraten gerade Zuwächse erfahren, spiele "ohne Zweifel" auch eine Rolle bei dem Wahlausgang vor Ort.

Einbußen bei AfD und Linken

Leichte Einbußen wiederum gab es bei der AfD. Der stellvertretende AfD-Kreisvorsitzende für Vechta/Cloppenburg und Kreistagsabgeordnete, Josef Kruse, sagte dennoch: „Wir sind nicht unzufrieden.“ Die Partei habe allerdings mit etwas mehr gerechnet. Es habe jedoch „viel Gegenwind“ im Wahlkampf gegeben, teils sei die Partei mit unfairen Mitteln konfrontiert gewesen. So seien beispielsweise Plakate abgehängt worden.

Nur sehr leichte Zuwächse gab es bei den Unabhängigen Wählergemeinschften (UWG). "Ich habe mir ein bisschen mehr erwartet", sagte der Kreistagsabgeordnete und Sprecher der UWG im LAndkreis, Heinrich Luhr. Das Ziel sei gewesen, drei MAndate zu erhalten, nun bleibe es bei zwei Abgeordneten. 

Die Kreisvorsitzende der Linken, Hilal Agfirat, ist angesichts leichter Verluste enttäuscht, zumal das Mandat der Linken im Kreistag verloren geht. "Wir haben viel Werbung gemacht", sagte sie über den Wahlkampfeinsatz. Sie zeigte sich aber kämpferisch. "Wir bleiben weiter aktiv", sagte Agfirat.

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