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Niedersachsen will die ambulante Long-Covid-Behandlung ausbauen

Wissenschaftsminister Björn Thümler setzt im Kampf gegen Long-Covid auf die Vernetzung von Forschung und Medizinern vor Ort. Die Thematik habe die Gesellschaft zu lange ignoriert. (Update: 14.50 Uhr)

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Im Dialog: Wissenschaftsminister Björn Thümler will zukünftig die Long-Covid-Behandlung in Niedersachsen weiter fördern. Screenshot: Duzat

Im Dialog: Wissenschaftsminister Björn Thümler will zukünftig die Long-Covid-Behandlung in Niedersachsen weiter fördern. Screenshot: Duzat

Deutliche Defizite in der ambulanten Behandlung von Long-Covid-Patienten beklagt Professor Dr. Tobias Welte, der Direktor für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH). Das müsse sich dringend ändern, betonte er auf Nachfrage von OM Online bei einem Video-Bürger-Talk des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums am Dienstagabend.

Um eine ambulante Behandlung vor Ort für Menschen mit Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zu verbessern, braucht es laut Wissenschaftsminister Björn Thümler zudem eine bessere Vernetzung zwischen der Forschung und Medizinern vor Ort. Wichtig sei, dass die Erkenntnisse, die man bereits habe, "sehr schnell in die angewandte Umsetzung hineinkommen", sagte der CDU-Politiker.

Ähnlich sieht es auch die Medizinerin Dr. Thela Wernstedt, die für die SPD im Landtag sitzt. Sie setzte sich am Mittwochmittag in einem Statement für mehr fachübergreifende Reha-Angebote ein. Darüber hinaus müsse das therapeutische und pflegerische Personal geschult werden und die psychiatrischen Studienkapazitäten ausgebaut werden, betont die Medizinerin.

Der Fachmediziner Welte erklärte zuvor, dass die ambulante Versorgung wichtig sei, da Patienten über viele Monate an Long-Covid litten. Eine stationäre Behandlung sei nicht möglich. Grundsätzlich sei Long-Covid ein sehr langwieriger Prozess, weshalb Welte Betroffenen zur Geduld im eigenen Umgang mit der Erkrankung rät.

Thümler: Die Long-Covid-Forschung soll finanziell gefördert werden

Niedersachsen will finanziell die Forschung von Long-Covid vorantreiben. Laut Thümler fördert das Land aktuell sechs Projekte mit insgesamt 3,5 Millionen Euro. Er stellte weiteres Geld in Aussicht. 

In vielen Fragen rund um Long-Covid gebe es  noch Unklarheiten. Wie sich die Langzeit-Folgen etwa auf Geimpfte auswirken, sei noch nicht erforscht, berichtet Professorin Dr. Christine Falk, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Auf Nachfrage von OM Online erklärte die Expertin, sie rechne mit großen Auswirkungen von Long-Covid  auf das Arbeitsleben und das Gesundheitssystem. 

Für Thümler ist die Long-Covid-Forschung auch eine Chance, weitere Leiden mit vergleichbaren Symptomen wie das Chronic Fatigue Syndrom (Chronische Erschöpfung) in den Blick zu nehmen. Thümler: "Wir haben das als Gesellschaft zu lange ignoriert und verdrängt."

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