Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Lukas Reinken (CDU) gewinnt den Wahlkreis 66 – trotz eines historisch schlechten Ergebnisses

Freud und Leid liegen im Wahlkreis Cloppenburg-Nord nah beieinander: Die CDU gewinnt mit 39,63 der Erst- und 37,3 Prozent der Zweitstimmen. Pia van de Lageweg (SPD) und Imke Haake (FDP) zittern.

Artikel teilen:
Jubel in Bösel trotz der landesweiten Niederlage: Lukas Reinken (Mitte) ist der neue Landtagsabgeordnete von Cloppenburg-Nord. Foto: Hahn

Jubel in Bösel trotz der landesweiten Niederlage: Lukas Reinken (Mitte) ist der neue Landtagsabgeordnete von Cloppenburg-Nord. Foto: Hahn

Im Wahlkreis 66 – Cloppenburg Nord war die Stimmung am Sonntagabend auf allen Seiten ein wenig getrübt. CDU-Kandidat Lukas Reinken gewinnt zwar mit 39,63 Prozent das Direktmandat – seine Partei wird in Niedersachsen jedoch nur die zweitstärkste und könnte in der Opposition landen.

SPD-Kandidatin Pia van de Lageweg (27,42 Prozent) muss bangen, ob ihr Listenplatz 24 zu einem Einzug in den Landtag reicht, während ihre Partei mit dem Wahlsieg einen klaren Regierungsauftrag sieht. Auch FDP-Kandidatin Imke Haake (8,96 Prozent) mit dem Listenplatz 3 muss hoffen, dass ihre Partei die 5-Prozent-Hürde schafft. Andreas Altergott (AfD) schafft es auf 13,59 Prozent, Begüm Langefeld (Grüne) auf 7,62 Prozent und Kreszentia Flauger (Linke) auf 2,78 Prozent.

„Ich bin stolz, unsere Region im Landtag vertreten zu dürfen.“Lukas Reinken, CDU

Trotz der bedrückten Stimmung bei der Landes-CDU überwog die Freude im Böseler Heimathuus. Lukas Reinken und seine Anhänger feierten einen erneuten Sieg der CDU im Wahlkreis 66. "Ich bin stolz, unsere Region im Landtag vertreten zu dürfen", erklärte der 26-Jährige. In vielen Gesprächen während des Wahlkampfs habe er gespürt, dass die Freude über sein Engagement im jungen Alter groß sei. Reinken sprach von einem "Generationenwechsel" und bedankte sich bei seinem Vorgänger Karl-Heinz Bley. In dessen Heimatgemeinde Garrel konnte Reinken mit 54,32 Prozent sein bestes Ergebnis erzielen.

Die CDU hat im Wahlkreis 66 sowie bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen über 8 Prozentpunkte im Vergleich zur Landtagswahl 2017 verloren und damit ein historisch schlechtes Ergebnis erzielt. Auch im Vergleich zu den anderen drei Wahlbezirken im Oldenburger Münsterland (Cloppenburg 44,5 Prozent, Vechta 46,7 Prozent und Bersenbrück 40,7 Prozent) ist das Ergebnis der CDU in Cloppenburg-Nord mit 37,3 Prozent weniger deutlich. "Dass der Regierungsauftrag bei der SPD liegt, müssen wir hinnehmen", meinte Reinken, das Ergebnis sei jedoch bitter.

Weiter bangen: Die bisherige SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter (rechts, vorne) und weitere Anhänger drücken SPD-Kandidatin Pia van de Lageweg (links, vorne) die Daumen. Am Abend stand noch nicht fest, ob der Listenplatz 24 für den Landtag-Einzug reicht. Foto: HahnWeiter bangen: Die bisherige SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter (rechts, vorne) und weitere Anhänger drücken SPD-Kandidatin Pia van de Lageweg (links, vorne) die Daumen. Am Abend stand noch nicht fest, ob der Listenplatz 24 für den Landtag-Einzug reicht. Foto: Hahn

Auf der Seite der Opposition in einer möglichen Landesregierung möchte Reinken nicht "meckern und nörgeln", sondern Alternativen aufzeigen. "Auch aus der Rolle der Opposition kann ich viel für die Region bewegen", ist sich der neue Landtagsabgeordnete sicher. Das sei wichtig für die ländliche Region. 

Die Wahlbeteiligung liegt in Cloppenburg-Nord bei 57,2 Prozent

Seine Kontrahentin Pia van de Lageweg zeigte sich im Sportlerheim des SV Mehrenkamp trotz der Niederlage im Kampf um das Direktmandat zufrieden. Das Ziel der SPD-Landesregierung sei erreicht und sie habe in einem traditionellen CDU-Wahlkreis daran stark mitgewirkt. Gerade als neue Kandidatin müsse sie sich mit diesem Ergebnis nicht verstecken. In Barßel konnte sie mit 31,91 Prozent ihr bestes Ergebnis bekommen. „Wahlkampf-technisch haben wir gut abgeliefert“, resultierte van de Lageweg, die Lukas Reinken zum Sieg herzlich gratulierte.

"Ich finde es bloß schade, dass die Wahlbeteiligung so niedrig ist", betonte van de Lageweg, denn sie habe viel Werbung für das Wählen an sich gemacht. Im Wahlbezirk 66 lag die Wahlbeteiligung bei 57,2 Prozent: Von 78.012 Wahlberechtigten haben 44.624 Menschen ihre Kreuze gesetzt und nur 44.095 Stimmen waren gültig.

„Die bundespolitischen Themen wie die Energiekrise haben alles überladen.“Imke Haake, FDP

Die Grünen haben im Wahlkreis 66 bei den Erst- und Zweitstimmen über 2 Prozentpunkte zugelegt, damit zeigte sich Kandidatin Begüm Langefeld am Wahlabend zufrieden. Mit ihrem Listenplatz 49 habe sie schon ohnehin nicht mit guten Chancen gerechnet. 

Imke Haake war wegen ihres aussichtsreichen Listenplatzes in Hannover bei der FDP-Wahlparty: Die eigene Stimmung und die vor Ort sei nicht gut, berichtete sie am Telefon. "Die bundespolitischen Themen wie die Energiekrise haben alles überladen", schloss sie ein enttäuschtes Fazit. Trotz des Standes von 4,9 Prozent für die FDP wolle sie aber optimistisch denken, dass es für ihre Partei und sie noch reicht. In ihrer Heimatgemeinde Großenkneten bekam sie mit 28,33 Prozent die meisten Erststimmen.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Lukas Reinken (CDU) gewinnt den Wahlkreis 66 – trotz eines historisch schlechten Ergebnisses - OM online