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Lokale CDU-Politiker fordern Inhalte und ein Profil

Cloppenburgs Kreisvorsitzender Christoph Eilers bringt Ralph Brinkhaus als Parteivorsitzenden ins Spiel. Stadtverbandsvorsitzender Prof. Dr. Marco Beeken spricht sich für eine Mitgliederbefragung aus.

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Kreisvorsitzender Christoph Eilers (links) und Cloppenburgs Stadtverbandsvorsitzender Prof. Dr. Marco Beeken im Gespräch mit OM Online. Fotos: CDU

Kreisvorsitzender Christoph Eilers (links) und Cloppenburgs Stadtverbandsvorsitzender Prof. Dr. Marco Beeken im Gespräch mit OM Online. Fotos: CDU

Eine verlorene Bundestagswahl, immer wieder Streitereien mit der Schwesterpartei und eine taumelnde Parteispitze: Die CDU sieht sich gleich mehreren Baustellen gegenüber, nun sollen zunächst die Kreisvorsitzenden am 30. Oktober zum weiteren Weg befragt werden. Ob auch die gesamten Mitglieder mit einbezogen werden sollen, entscheidet sich offenbar am 2. November.

Cloppenburgs Kreisvorsitzender Christoph Eilers spricht sich zwar für die Einbeziehung der Basis aus, die richtige Art und Weise müsse aber noch gefunden werden. Er selbst habe sich als Delegierter des Bundesparteitages im Vorfeld schon immer das Meinungsbild der Stadt- und Gemeindeverbände eingeholt. Zudem wies er darauf hin, dass im Landkreis viele CDU-Verbände ein Online-Tool auf ihrer Homepage nutzen können, um die Stimmung der Mitglieder abzufragen.

Bei der Neuaufstellung des gesamten Vorstandes würde sich Eilers freuen, wenn Silvia Breher weiterhin in diesem Gremium vertreten ist: "Sie ist noch nicht so lange dabei und hat sicherlich nicht die alten Zöpfe zu verantworten." In der Vergangenheit hat Eilers durchaus Friedrich Merz als Vorsitzenden bevorzugt, dieser sei zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht mehr der Richtige. Es gehe darum, die Partei wieder zu vereinen. "Im Moment dreht sich alles um Köpfe, dabei muss es eher um Inhalte und Positionen gehen", sagt Eilers. 

Jetziger Parteivorsitz soll Mitglieder wieder vereinen

Er spricht sich für eine "unbefleckte Person" aus und hat dabei zum Beispiel den aktuellen Fraktionschef Ralph Brinkhaus im Sinn. "Er ist im Bund verankert, anerkannt und steht immer für die Sache ein." Man müsse auch nicht mit dem Parteivorsitz gleichzeitig schon den Kandidaten oder die Kandidatin für das Kanzleramt in 4 Jahren küren. Eilers sei sowieso gespannt, wie lange die Ampel hält, falls es zu einer Koalition zwischen SPD, Grünen und FDP kommt. 

Eine Teilschuld am Bundesergebnis sieht der Kreisvorsitzende auch in der CSU. "Der große Bruder kann nicht immer nachgeben, wenn die kleine Schwester etwas will", sagt Eilers. Bei aller Wertschätzung sei dies auch "nur" ein Landesverband. Dies sieht Prof. Dr. Marco Beeken ähnlich: „Es ist dort im Moment eine One-Man-Show und da gab es offenbar noch eine gekränkte Eitelkeit.“ Das Verhältnis müsse sich bessern.

Der Cloppenburger CDU-Stadtverbandsvorsitzende begrüßt es grundsätzlich, wenn die Kreisvorsitzenden regelmäßig gehört werden. "Bei wichtigen Personalien dann gerne auch die Mitglieder“, so Beeken weiter. Dies müsse man dann aber auch beim Parteivorsitz und der Kanzlerkandidatur konsequent anwenden. „Nicht so wie die SPD, die das nur beim Vorsitz getan hat“, so Beeken.

"Der Wahlkampf ist schiefgelaufen, auch wegen einiger individueller Fehler von Armin Laschet."Prof. Dr. Marco Beeken

Das jüngste Bild der Christdemokraten in der Öffentlichkeit bezeichnet der Cloppenburger als katastrophal. „Der Wahlkampf ist schiefgelaufen, auch wegen einiger individueller Fehler von Armin Laschet.“ Man sei sich aufgrund der vergangenen 16 Jahre zu sicher gewesen, dass man die Kanzlerpartei sei. Beeken kritisiert, dass das Parteiprogramm zu spät kam und zu profillos war: „Nicht mal alle Mitglieder wissen, wofür die CDU im Moment eigentlich steht.“ Zudem vermisse er die Innovationen.

Der Ruf nach Neuaufstellung und Neuausrichtung sei wichtig, nun müssten Jüngere wie die Ministerpräsidenten Tobias Hans (Saarland) oder Daniel Günther (Schleswig-Holstein) ran. Beeken wundert sich, dass an der Basis immer wieder der Name Friedrich Merz fällt. Dieser stehe eindeutig für Politik der 80er- und 90er-Jahre und nicht für einen Aufbruch. Positiv bewertet der Cloppenburger Stadtverbandsvorsitzende den Verzicht von Peter Altmaier und Annegret Kramp-Karrenbauer auf ihr Bundestagsmandat. Und auch wenn der Gang in die Opposition schwer sei, sei er für die Neuaufstellung gut. 

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