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Johann Wimberg bleibt Landrat im Landkreis Cloppenburg

Johann Wimberg (CDU) bleibt Verwaltungschef im Cloppenburger Kreishaus. Er setzt sich mit 66,08 Prozent gegen Herausforderer Stefan Riesenbeck (SPD) durch (Update mit Video).

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Der bisherige und neue Landrat: Johann Wimberg. Foto: Hermes

Der bisherige und neue Landrat: Johann Wimberg. Foto: Hermes

Er bleibt im Amt: Landrat Johann Wimberg (CDU) geht in eine weitere Amtszeit als Landrat im Landkreis Cloppenburg. Laut vorläufigem Endergebnis entfielen auf ihn 66,08 Prozent der Stimmen. Für seinen Herausforderer Stefan Riesenbeck stimmten 33,93 Prozent der Wähler. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,98 Prozent.

Schon die ersten eintrudelnden Ergebnisse zeichneten ein klares Bild, im Laufe des Abends bewegte sich Wimbergs Gesamtwert immer zwischen 66 und 71 Prozent. Bereits zehn Minuten nach Schließung der Wahllokale wurden erste Auszählungen vollständig gemeldet. "Wenn es so bleibt, ist es gut. Aber es wird nicht dabei bleiben", sagte Wimberg, , der die Ergebnisse mit seiner Ehefrau und Freunden in kleiner Runde im Kreishaus verfolgte, um 18.23 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt lag er bei rund 70 Prozent. Selbst um 19 Uhr, als sich der Trend verfestigte, war der Landrat noch angespannt.

"Ich freue mich riesig und bin dankbar", sagte der Amtsinhaber letztlich. Es sei schön, dass er sich in jeder Gemeinde durchsetzen konnte. "Der gesamte Landkreis hat also eindeutig für mich votiert", so Wimberg weiter. Zwei Drittel der abgegeben Stimmen seien mehr als man erwarten könne, der Verlust von 4 Prozent sei zu verschmerzen.

Wimberg vermutete in diesem Zusammenhang auch Auswirkungen der Coronakrise. "Es war eine große weltweite Krise und eine gesellschaftliche Herausforderung, die uns auch hier vor Ort getroffen hat. Man konnte es dabei nicht jedem Recht machen". Die Verantwortung und Entscheidungen auf Kreisebene während der Pandemie seien selbstverständlich stark mit seiner Person verbunden. 

Für die Zukunft stehen laut Amtsinhaber zahlreiche Vorhaben an, er nannte die Themen Mobilität und Investitionen in Bildung. Man müsse allerdings abwarten, welch finanzieller Handlungsspielraum nach der Pandemie zur Verfügung stehe. Wimberg lobte zudem seinen Gegenkandidaten Stefan Riesenbeck für einen sachlichen, fairen und konstruktiven Wahlkampf: "Er hat meinen Respekt und meine Anerkennung". 

Riesenbeck zeigt sich trotz Niederlage zufrieden

Riesenbeck selbst verfolgte die Ergebnisse während der Wahlparty der OM-Mediengruppe und Stadt Cloppenburg. Er zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden, in der Fläche des Landkreises sei es schwer gegen einen Amtsinhaber von der CDU. Dieser könne zum Beispiel die Aufmerksamkeit des Amtes für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Auch wenn er sein eigenes Ziel von 35 Prozent um einen Prozentpunkt verpasste, war Riesenbeck zufrieden: "Ich fühle mich keinesfalls als Verlierer". 

Er bedauerte zudem, dass es keine gemeinsame öffentliche Diskussion der beiden Kandidaten gegeben habe. "Da hätte ich mit meiner Erfahrung deutliche Akzente setzen können", meinte Riesenbeck. Freude kam bei ihm jedoch bei den Ergebnissen aus Barßel (40,10 %), Saterland (42,67 %) und aus Cloppenburg (42,38 %) auf. "Es tut sich etwas in der Kommunalpolitik, hier und da werden die Karten schon neu gemischt", so der SPD-Kandidat. Erschrocken habe er sich bei der Wahlbeteiligung von rund 55 Prozent, die allerdings im Vergleich zur vergangenen Landratswahl 2014 um rund 7 Prozent gestiegen ist: "Das ist trotzdem zu wenig".

Freude über einzelne Ergebnisse: SPD-Landratskandidat holte insgesamt rund 34 Prozent der Stimmen. Foto: HermesFreude über einzelne Ergebnisse: SPD-Landratskandidat holte insgesamt rund 34 Prozent der Stimmen. Foto: Hermes

Trotz erneuter Verluste bleibt die CDU auch in der kommenden Periode die eindeutig stärkste Kraft. Als noch sechs Wahllokale fehlten, lagen die Christdemokraten knapp über der absoluten Mehrheit von 50 Prozent. Dies bedeutete einen Verlust von rund 7 Prozent im Vergleich zu 2016. Bei der Wahl 2011 lag der Wert noch bei 64,7 Prozent.

Besonders knapp wurde es in diesem Jahr in Friesoythe. Dort holte die SPD mit 41,2 Prozent den zweiten Platz, die CDU lag mit 44,6 Prozent nur leicht davor. In der Nordkreis-Stadt haben die Christdemokraten somit rund 8 Prozent eingebüßt. Sicherlich auch ein Effekt durch SPD-Bürgermeister Sven Stratmann, der ein eindeutiges Ergebnis bei seiner Wahl eingefahren hat. Stark war die CDU hingegen in den Gemeinden Lindern (73 Prozent), Lastrup (72 Prozent) und Emstek (65 Prozent).

Erstmals nicht mehr unter "Sonstiges" fiel die Alternative für Deutschland (AfD). Sie lag bei über 5 Prozent, als noch drei Wahllokale ihre Meldung abgeben mussten. Das neu gegründete Bürgerbündnis für den Landkreis hatte zu diesem Zeitpunkt 4,5 Prozent geholt. Gleichzeitig durften sich FDP und Grüne über leichte Zuwächse freuen. Die SPD blieb weitestgehend stabil im Vergleich zu 2016. 

Die Briefwahl war in diesem Jahr beliebt: Cloppenburgs Wahlleiterin Maren Rommel, Stellvertreter Dietmar Ruhe (links) und Briefwahl-Beauftragter Carsten Stammermann bei der Leerung der Boxen am Sonntag. Foto: HermesDie Briefwahl war in diesem Jahr beliebt: Cloppenburgs Wahlleiterin Maren Rommel, Stellvertreter Dietmar Ruhe (links) und Briefwahl-Beauftragter Carsten Stammermann bei der Leerung der Boxen am Sonntag. Foto: Hermes

Kommentar von Oliver Hermes (Reporter):

Trotz der vier Prozentpunkte weniger im Vergleich zur Wahl 2014 hat sich Johann Wimberg gegen Stefan Riesenbeck deutlich durchgesetzt. Der Sieg war zwar zu erwarten, er muss aber auch erst einmal erreicht werden. Der Amtsinhaber hat sich dabei nicht auf seinem Bonus ausgeruht und während des Wahlkampfes kräftig die Werbetrommel gerührt. Am Ende hat es sich ausgezahlt. Aber auch Stefan Riesenbeck kann erhobenen Hauptes aus dieser Wahl gehen, so hat er das Ergebnis der SPD bei der vergangenen Landratswahl um 10 Prozent gesteigert. Mehr als nur ein Achtungserfolg. Über Wimbergs Erfolg kann sich die Kreis-CDU zwar freuen, das eigene Ergebnis dürfte aber für Diskussionen in den eigenen Reihen sorgen. Zum zweiten Mal rund 7 Prozent Verluste im Vergleich zur Vorwahl sprechen eine deutliche Sprache. Immer noch zu niedrig ist unterdessen die Wahlbeteiligung. Gerade Kommunalwahlen haben direkte Auswirkungen auf die Region vor Ort. Aber zum Beispiel scheint 45 Prozent der Menschen im Landkreis völlig egal zu sein, wer an der Kreisspitze steht und Entscheidungen trifft. Traurig.

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