Drei Sitzungen hätten in dieser Woche stattfinden sollen. Alle drei fallen aus und die nächste Zusammenkunft, die Politik und Verwaltung in Bösel planen, ist zumindest auf dem Papier auf den 28. Mai festgesetzt denn Sicherheit steht nach den jüngsten Erfahrungen grundsätzlich ganz oben auf der Tagesordnung. Wie berichtet, haben sich über 20 Mitglieder in der BiB-Arena zu einer interfraktionellen Sitzung getroffen und danach mit einem Corona-Ausbruch für überregionale Schlagzeilen gesorgt.
Präsenzveranstaltungen sind seitdem kein Thema mehr und die zu fassenden Beschlüsse werden im Umlaufverfahren eingeholt. „Ein riesiger Aufwand“, kommentiert Bürgermeister Hermann Block das Prozedere. „Das, was in einer Viertelstunde abgearbeitet werden kann, dauert jetzt Tage, aber das ist eben nicht zu ändern und zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Weg“, so der Verwaltungschef, der sich selbst infiziert hatte.
Maßgeblicher Grund, die interfraktionelle Sitzung Ende Februar einzuberaumen, war neben der Vorstellung der neuen „Kita für alle“ des Altenoyther Caritas-Vereins das sogenannte Dichtekonzept. Dabei geht es um eine nachbarschaftsverträgliche Nachverdichtung in Wohngebieten aus den 60er und 70er Jahren mit vorwiegend Einfamilienhäusern, die die Siedlungsstruktur prägen.
Bürgerbeteiligung als Veranstaltung nicht in Sicht
Ärger und Proteste hatte es 2020 gegeben, als dort Investoren mit kompakten Mehrfamilienhäusern inklusive Staffelgeschoss vorhandene Baulücken füllten. Rechtlich nicht zu beanstanden, denn die alten Pläne lassen Maximales zu.
Ein Planungsbüro ist nun mit der Erstellung des Konzepts beschäftigt, das die geforderten Einschränkungen beinhaltet. „Wir wissen, was wir wollen“, so Block. Und das ist aus Sicht der Gemeinde schon jetzt förderlich, um mit „deutlich mehr Begründungen“ den aktuell laufenden Anträgen für Großbauten über eine Veränderungssperre entgegenzutreten.
Allerdings: Die von Verwaltung und Fraktionen favorisierte und geplante Bürgerbeteiligung in Form einer öffentlichen Veranstaltung mit kalkulierten 200 Personen kann es coronabedingt nicht geben. Das Thema mit Beschlussfassung und Bauleitverfahren wird deshalb bis nach den Sommerferien und damit in die neue Ratsperiode verlegt und erst dann gelten die neuen Baurechte in den alten Gebieten.
In gerade besiedelten Arealen wie beispielsweise an der Jägerstraße sind Großbauten in festgelegten Quartieren möglich, dabei dürfen zwei Wohneinheiten jedoch nicht überschritten werden. Mit Ausnahme von Objekten an Rändern oder direkt an der Kreisstraße, in denen vier Wohneinheiten zulässig sind, um damit nach Ansicht der Gemeinde auch eine Lärm-Schutzfunktion vorzunehmen.