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Das müssen Sie zum neuen Corona-Warnsystem in Niedersachsen wissen

3G-Regel und 3 Warnstufen mit künftig 3 Indikatoren: Ab Mittwoch gilt in Niedersachsen eine neue Corona-Verordnung. Was, wo, wann für wen gilt: Hier ein erster kurzer Überblick.

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Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, spricht in der Landespressekonferenz im Landtag Niedersachsen. Foto: dpa

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, spricht in der Landespressekonferenz im Landtag Niedersachsen. Foto: dpa

Das Land Niedersachsen verabschiedet sich am Mittwoch (25. August) von der 7-Tage-Inzidenz als alleinigen Gradmesser bei der Bewertung der Corona-Zahlen. Mit der neuen Corona-Verordnung des Landes gibt es künftig 3 Warnstufen – bei denen 2 weitere Faktoren eine Rolle spielen: Das ist zum einen die Hospitalisierung – das ist die landesweite Zahl der Krankenhausfälle mit Covid-19-Erkrankungen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen. Der andere Wert ist der Indikator "Intensivbetten". Dabei geht es um den landesweit prozentualen Anteil von Covid-19-Patienten an der Intensivbettenkapazität. Diese beiden Zahlen ergänzen (wie bisher) die berechnete 7-Tage-Inzidenz für den jeweiligen Landkreis. Anhand dieser 3 Indikatoren gelten künftig 3 Warnstufen. Diese gelten, wenn mindestens 2 der 3 Kriterien an mindestens 5 aufeinanderfolgenden Werktagen erfüllt sind.

  • Warnstufe 1 (3G-Regel): Eine 7-Tage-Inzidenz höher als 35 bis maximal 100. Die Hospitialisierungsquote liegt zwischen 6 bis 9. Die Intensivbettenquote liegt zwischen 5 bis 10 Prozent.
  • Warnstufe 2: Eine 7-Tage-Inzidenz höher als 100 bis maximal 200. Die Hospitialisierungsquote liegt zwischen 9 bis 12. Die Intensivbettenquote liegt zwischen 10 bis 20 Prozent.
  • Warnstufe 3: Eine 7-Tage-Inzidenz höher als 201. Die Hospitialisierungsquote liegt höher als 12. Die Intensivbettenquote liegt höher als 20.

Das Erreichen einer Warnstufe muss durch die Kreisverwaltung amtlich und öffentlich festgestellt werden (Allgemeinverfügung). Bei räumlich eingrenzbaren Infektionsgeschehen bleibt es wie bisher bei einer Ausnahmereglung. Das gilt künftig auch, wenn die landesweiten Indikatoren eine Warnstufe auslösen, die kreisweite 7-Tage-Inzidenz aber unter dem Grenzwert liegen sollte.

Mit der neuen Corona-Verordnung gilt in niedersächsischen Landkreisen die 3G-Regel prinzipiell, wenn die 7-Tage-Inzidenz durch den Wert von 50 an 5 Folgetagen überschritten wurde. Das bedeutet, dass man in diesen Fällen geimpft, genesen oder negativ getestet sein muss, für:

  • den Besuch und/oder berufliche Tätigkeit in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen, Behindertenhilfe
  • den Besuch in der Innengastronomie
  • Veranstaltungen in Innenräumen
  • die Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistungen
  • Sport im Innenbereich (auch Fitnessstudios und Schwimmbäder)
  • Übernachtung in Beherbergungsbetrieben

Wo überall die 3G-Regel ab dem 25. August gilt bzw. künftig durch Auslösen einer Warnstufe greifen wird, veröffentlicht das Land Niedersachsen online mit einer neuen Corona-Warnampel.

So sieht die aktuelle Corona-Warnampel mit den neuen Warnstufen aus. Grafik: Land NiedersachsenSo sieht die aktuelle Corona-Warnampel mit den neuen Warnstufen aus. Grafik: Land Niedersachsen

Wie die Landesregierung am Dienstag bei einer Pressekonferenz betonte, trifft die Testpflicht im Rahmen der 3-Regel rund 25 Prozent der Niedersachsen. Der größte Teil sei entweder vollständig geimpft oder genesen. Außerdem werden Kinder und Jugendliche (Kinder bis 6 generell nicht verpflichtet, Schüler werden bereits regelmäßig verbindlich getestet) von der 3G-Regel ausgenommen.

"Wer noch nicht geimpft ist, muss sich oft testen lassen – ab dem 11. Oktober auf eigene Kosten", erklärte Ministerpräsident Stephan Weil am Dienstag. Er erhoffe sich dabei für den Herbst und Winter einen anderen Effekt: "Die Zahl der Geimpften muss deutlich höher werden."

Aufgrund der momentanen Datenlage ist derzeit nicht davon auszugehen, dass ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt die beiden höchsten Warnstufen erreicht. Wie die Landesregierung am Dienstag einräumte, sind auch die Maßnahmen dieser beiden Warnstufen noch nicht ausformuliert. Denkbar sei allerdings – so deutete es Ministerpräsident Weil bei der Pressekonferenz am Dienstag an –, dass ab Warnstufe 2 aus der 3G-Regel dann eine 2G-Regel werden könnte. Das würde bedeuten, dass dann nur noch Geimpfte und Genesene bei einschränkenden Maßnahmen ausgenommen wären. Sprich: Dann hilft auch kein negatives Testergebnis mehr.

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