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Damit es in Tempo-30-Zonen sicherer zugeht

Im Molberger Verkehrsausschuss ging es nun um das zu schnelle Fahren in 30er-Zonen. Für einen diskutierten Lösungsansatz ginge es den Anwohnern einer Siedlung in Peheim ans Portemonnaie.

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In der Diskussion: Piktogramme wie diese sollen Autofahrern die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Erinnerung rufen. Foto: dpa/Rehder

In der Diskussion: Piktogramme wie diese sollen Autofahrern die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Erinnerung rufen. Foto: dpa/Rehder

Anwohner von Tempo-30-Zonen kennen das Problem: Nicht jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer vor der Haustür hält sich an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung. Und nicht selten kommt es deshalb zu gefährlichen Situationen. Im Molberger Verkehrsausschuss wurden nun gleich 2 Anträge diskutiert, die auf mehr Sicherheit in Tempo-30-Zonen abzielen – mit 2 unterschiedlichen Lösungsansätzen.

Prozessionsweg: Der Antrag ist noch ein Relikt aus der Zeit des Kreiselbaus in Molbergen – 2018 wurde er an die Gemeindeverwaltung gerichtet. Nun, rund 3 Jahre später, wurde er im zuständigen Ausschuss behandelt. Am Prozessionsweg komme es zu „ärgerlichen Verkehrssituationen und Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung“, heißt es in dem Schreiben von Anwohnern. Dass die Straße ebenso wie die Straße "Hinter der Vikarie" und die Rosenstraße als Tempo-30-Zone ausgewiesen sei, werde regelmäßig ignoriert. Gefordert wird darum die Anschaffung von Geschwindigkeitsanzeigegeräten, das Aufbringen von 3D-Piktogrammen, die Errichtung von Bremsschwellen, Fahrbahnverengungen oder Aufpflasterungen, die Ausweisung als „Anlieger frei“-Straße sowie verstärkte Kontrollen.

Piktogramm bei der Kindertagesstätte kommt

An Fahrbahnschwellen würden die Anwohner wegen des erhöhten Lärmpegels „keine Freude“ haben, merkte Thomas Gardewin (CDU) an. Wie Bürgermeister Witali Bastian (parteilos) sagte, seien neue Messgeräte, die auch am Prozessionsweg zum Einsatz kommen sollen, bestellt. Das Aufbringen von Fahrradpiktogrammen hielt Andreas Unnerstall, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, für wenig hilfreich. „Ich warne davor, zu glauben, dass wir die Geschwindigkeit damit deutlich reduzieren.“ Zudem könne dies Präzendenzwirkung für andere Gemeindestraßen haben.„Es gibt keine 30er-Zone, in der – gefühlt – nicht zu schnell gefahren wird“, sagte Unnerstall. Oft seien es die Anwohner selbst, die zu schnell unterwegs seien.

Job Westermann (Bürgerbündnis/SPD) schlug vor, Piktogramme am Prozessionsweg im Sinne eines „Pilotprojekts“ aufzubringen. Es gelte „gleiches Recht für alle“, argumentierte der Ausschussvorsitzende Sergei Meier (Zentrum) dagegen. Zudem sei ein solches Pilotprojekt zu klein. Schließlich verständigte sich der Ausschuss einstimmig darauf, ein Piktogramm in Höhe des Kindertagesstätte St. Johannes Baptist an der Westerfeldstraße anzubringen und Verkehrsmessungen am Prozessionsweg vorzunehmen. Witali Bastian sagte, dass man nach den Messungen eventuell über weitere Maßnahmen nachdenken könne.

Zudem sollen Schadstellen ausgebessert werden. Anwohner des Prozessionsweges hatten sich über den baulichen Zustand ihrer Straße beklagt, die während des Kreiselbaus als Abkürzung zwischen der Ermker und der Peheimer Straße genutzt worden sei. Wie Andrea Preit vom Bauamt dem Ausschuss zum baulichen Zustand der Straße mitteilte, komme es bei Regen vor, dass dort an einigen Stellen das Wasser stehenbleibe. Zudem gebe es Fahrspuren durch den Kraftfahrzeugverkehr. Aktuell werde die Straße allerdings nicht mehr so stark frequentiert.

Verkehrsberuhigung "grundsätzlich möglich"

Sperberstraße/Falkenstraße/Habichtstraße: Ähnliches Problem – anderer Schauplatz: Auch Anwohner der Sperberstraße, der Falken- sowie der Habichtstraße in Peheim haben einen Antrag auf Verkehrsberuhigung gestellt. Unter anderem kritisieren sie, dass man wegen des Verkehrs Kinder nicht auf der Straße spielen lassen könne. In einer verkehrsrechtlichen Beurteilung durch den Landkreis heißt es hingegen dazu, dass das Spielen von Kindern auf der Straße grundsätzlich nicht erlaubt sei. Als Maßnahmen schlagen die Anwohner den Bau von Bremsschwellen oder Pflanzkästen vor.

Die Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereichs sei nach Aussage der Cloppenburger Kreisverwaltung „grundsätzlich möglich“ – vorausgesetzt, dass nur noch auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden darf, hieß es im Ausschuss. Dann dürften sich Kinder auch auf der Straße aufhalten. Ob es für sie dadurch sicherer wird, sei allerdings dahingestellt.

Geschwindigkeit wurde gemessen

Geschwindigkeitsmessungen an der Sperberstraße hätten Andrea Preit zufolge Höchstgeschwindigkeiten zwischen 30 und 59 Stundenkilometer ergeben. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 27 Stundenkilometern. "Die große Masse ist das nicht, die da zu schnell unterwegs war", so die Verwaltungsmitarbeiterin.

Eine Aufpflasterung würde mit 8000 bis 10.000 Euro zu Buche schlagen. Bremsschwellen seien als Alternative zwar kostengünstiger, verursachten aber auch mehr Lärm, hieß es abermals. Sollten sich die Anwohner weiterhin eine Aufpflasterung oder Pflanzkästen wünschen, müssten sie in Anliegerbeiträgen 70 Prozent der Baukosten tragen, teilte Bürgermeister Witali Bastian mit. Sergei Meier hielt eine solche Maßnahme für wenig hilfreich. „Nach der Aufpflasterung wird wieder beschleunigt.“ Nun sollen die Anwohner klären, welche Maßnahme sie wollen und ob sie bereit sind, diese mitzufinanzieren. „Wie gehen wir in Zukunft mit solchen Anträgen um?“, fragte Meier in die Runde. „Wollen wir durch die Siedlungen fahren und überall Hindernisse haben?“

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