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Christoph Eilers (CDU) und Stephan Christ (Grüne) ziehen in Landtag ein

Der Christdemokrat entschied die Direktwahl mit 50,03 Prozent der Stimmen für sich, allerdings musste er herbe Verluste hinnehmen. Christ profitiert von seinem guten Listenplatz.

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Ein Abend mit Höhen und Tiefen: Der Abgeordnete Christoph Eilers (links) zieht für die CDU wieder in den Landtag ein. Foto: Hermes

Ein Abend mit Höhen und Tiefen: Der Abgeordnete Christoph Eilers (links) zieht für die CDU wieder in den Landtag ein. Foto: Hermes

Enttäuschung und Freude lagen nah beieinander bei Christoph Eilers am Sonntagabend. Der CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 67 (Cloppenburg) ärgerte sich zunächst über das schwache Abschneiden seiner Partei auf Landesebene. Ein wenig feiern konnte er trotzdem, denn Eilers verteidigte sein Mandat, wenn auch mit großen Verlusten im Vergleich zur letzten Landtagswahl. 

"Ich freue mich natürlich über den Wahlsieg, auch wenn er Schattenseiten hat", erklärte Eilers am Abend. Letztlich holte er 50,03 Prozent der Stimmen, was einen Verlust von über 10 Prozent bedeutet. Es sei ein intensiver Wahlkampf gewesen. Ihn ärgere am meisten, dass die AfD der große Profiteur ist und auch das Hin und Her um Sergej Meier habe nicht geholfen. Bei dem Zentrums-Kandidaten war es zwischenzeitlich fraglich, ob er überhaupt noch zur Wahl antritt. Die Ergebnisse müsse man aufarbeiten, so Eilers weiter. Dennoch liege er noch knapp über 50 Prozent und deutlich über dem Landestrend. Innerhalb seiner Partei sei dies eines der besten Resultate.

CDU verliert bei den Zweitstimmen über 12 Prozent

Unterdessen muss die CDU bei den Zweitstimmen im Wahlkreis 67 ebenfalls erhebliche Verluste verdauen. Im Vergleich zur Landtagswahl 2017 verlor sie 12,9 Prozent der Stimmen. Am Ende landete sie bei 44,47 Prozent. Der größte Teil dürfte zur AfD abgewandert sein, die einen Zuwachs von über 8 Prozent verzeichnet. Grüne und SPD legten ein wenig zu.

"Ich mache kein Geheimnis daraus, ich hätte mir mehr gewünscht", sagte Jan Oskar Höffmann (SPD), der 27,41 Prozent holte. Dies sei aber das beste Ergebnis eines SPD-Landtagskandidaten jemals in diesem Wahlkreis: "Und darauf bin ich stolz." Auch sein Zuwachs entgegen des Landestrends stimme ihn positiv. Er habe Eilers selbstverständlich direkt gratuliert. Auch wenn der Kontrahent sein Ziel von 60 Prozent deutlich verfehlt habe, sei dies dennoch ein gutes Ergebnis. "Es war ein intensiver, aber fairer Wahlkampf", so Höffmann. Nun werde er Plakate abhängen, aufräumen und dann den persönlichen Akku wieder aufladen. Die Zeit habe Kraft gekostet: "Irgendwann läuft man auf dem Zahnfleisch." 

Eilers enttäuscht über CDU-Landesergebnis

Enttäuscht und unzufrieden hatte sich Eilers schon kurz nach 18 Uhr während der ersten Prognose der Landesergebnisse gezeigt. Die Verluste der CDU sowie der große Abstand zur SPD würden ihn schon überraschen. "Das habe ich im Wahlkampf so nicht wahrgenommen. Da gab es viel positive Resonanz." Und auch, dass beide Regierungsparteien Verluste hinnehmen müssen, sei unverständlich. "Ich denke, dass das Land nicht so schlecht regiert wurde in den vergangenen 5 Jahren", so Eilers. Er bezeichnete die Grünen und die AfD als Gewinner der Wahl. Mit Blick auf die AfD sagte der Christdemokrat: "Das dürfte im Parlament spannend werden, im negativen Sinn."

Höffmann sprach derweil von einem klaren Sieg für Stephan Weil. "Das Ergebnis der AfD ist eine Katastrophe und die Wahlbeteiligung ist enttäuschend", so der SPD-Kandidat weiter. Für die kommende Regierungsbildung sei Rot-Grün der eindeutige Favorit: "Auch wenn die Grünen dafür ihre Vorstellung von Landwirtschaft an die Lebensrealitäten etwas anpassen müssen."

Verfolgten die Ergebnisse: Stephan Christ, der für die Grünen in den Landtag einzieht (links), und Jan Oskar Höffmann (SPD). Foto: HermesVerfolgten die Ergebnisse: Stephan Christ, der für die Grünen in den Landtag einzieht (links), und Jan Oskar Höffmann (SPD). Foto: Hermes

Stephan Christ mit ersten Terminen in Hannover

Stephan Christ, der für die Grünen über die Landesliste in den Landtag einziehen wird, freute sich über das Ergebnis seiner Partei. "Das ist sehr gut. Es hätte aber noch ein bisschen mehr sein dürfen, wie zuvor in einigen Umfragen angedeutet", so der Cloppenburger. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt ihm nun nicht. Am Montag stehen die ersten Termine an, am Dienstag findet die konstituierende Fraktionssitzung in Hannover statt. Auch über sein persönliches Wahlkreis-Ergebnis von 8,4 Prozent freute er sich: "Ich wollte besser abschneiden als beim letzten Mal und das habe ich geschafft."

Yilmaz Mutlu von der FDP zeigte sich enttäuscht über das Landesergebnis: "Das ist ein herber Rückschlag." Der Parteibasis in Cloppenburg könne man aber keinen Vorwurf machen, hier werde gute Politik vor Ort gemacht. Sein persönliches Ergebnis habe er weitestgehend halten können, er landete bei 3,55 Prozent. "Natürlich hätte ich mir ein bisschen mehr Zuspruch gewünscht." Tom Dobrowolski (Linke) holte 5,81 Prozent und Sergej Meier (Zentrum) erreichte 4,79 Prozent.

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