Mit ihrem schlechten Abschneiden bei der Kommunalwahl – die Partei verlor die Mehrheit im Friesoyther Stadtrat – sorgte die CDU Mitte September für eine Überraschung. Mit der Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden folgte die nächste: Die CDU-Fraktion im Friesoyther Stadtrat wählte den 25-jährigen Lukas Reinken aus Altenoythe zu ihrem neuen Vorsitzenden. Reinken, der seit 2019 Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes ist, sitzt in der anstehenden Ratsperiode erstmals im Stadtrat.
"Es ist eher außergewöhnlich, dass ein Neuling gleich Fraktionsvorsitzender wird", kommentiert Reinken seine Wahl. "Wir haben sehr offen darüber diskutiert, ob es der richtige Weg für die nächsten 5 Jahre ist und wie wir uns überhaupt aufstellen wollen." Reinken wurde, wie auch seine 2 Stellvertreter Christoph Böhmann aus Markhausen und Rasmus Braun aus Friesoythe, einstimmig gewählt.
Neuanfang in der Ratsarbeit
Angst vor der neuen Aufgabe hat der künftige Fraktionsvorsitzende nicht. "Mit Angst lässt sich keine gute Politik machen", sagt er. Respekt verspüre er allerdings durchaus. "Respekt vor der Aufgabe und auch vor dem großen Vertrauensvorschuss." Letztlich, so lässt er erkennen, sei seine Wahl auch eine Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden bei der Kommunalwahl. "Nach dem Wahlergebnis stehen wir als CDU nun vor neuen Aufgaben, da sich die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat geändert haben", sagt er. "Daher war es wichtig, einen Neuanfang in der Ratsarbeit zu starten."
Er sei aus der Mitte der Fraktion heraus für das Amt nominiert worden, erzählt Reinken. "Wir haben da sehr ausführlich drüber gesprochen und nach einigem Überlegen habe ich gesagt, dass ich das im Falle einer Wahl machen würde." Mit der Besetzung der Fraktionsspitze sei es ja nicht getan, so Reinken. "Diejenigen müssen die gemeinsame Strategie dann ja auch umsetzen wollen."
Im Rahmen der Fraktionssitzung habe man auch lange darüber gesprochen, wie die Fraktion mit dem Wahlergebnis umgehen wolle. Weitere Entscheidungen, etwa über Ausschussvorsitzende oder über einen möglichen stellvertretenden Bürgermeister – hier hat die SPD als stärkste Fraktion den ersten Zugriff – habe man dagegen noch nicht getroffen. "Bis zu den ersten Sitzungen Anfang November haben wir noch etwas Zeit, uns als Fraktion aufzustellen und die Arbeit im nächsten Friesoyther Stadtrat vorzubereiten", sagt Reinken. Er wolle dabei mit allen Ratsvertretern zusammenarbeiten. Dabei gehe es ihm vor allem um eine offene Kommunikation mit dem Rat und den Bürgerinnen und Bürgern sowie um die Beteiligung der gesellschaftlichen Gruppen vor wichtigen Entscheidungen.