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Burkhard Sibbel ist Löningens neuer Bürgermeister

Der Kandidat der UfL setzt sich gegen Amtsinhaber Marcus Willen (unabhängig) mit 50,75 Prozent der Stimmen durch.

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Ist Löningens neuer Bürgermeister: Burkhard Sibbel. Foto: G. Meyer

Ist Löningens neuer Bürgermeister: Burkhard Sibbel. Foto: G. Meyer

Eine politische Sensation gab es am Sonntagabend bei der Löninger Bürgermeisterwahl: Nicht Amtsinhaber Marcus Willen konnte das Duell der beiden Kontrahenten für sich entscheiden, sondern Burkhard Sibbel. Damit ist 50-jährige Berufsschullehrer für die kommenden 5 Jahren  der neue Bürgermeister und Verwaltungschef im Löninger Rathaus an der Lindenallee.

In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen hatte der Kandidat der UfL, die sich vor knapp 3 Jahren von der CDU abgespalten hatte, mit 50,75 Prozent die Nase vorn. Willen erreichte 49,25 Prozent in den 17 Wahlkreisen der Stadtgemeinde. Wie knapp das Rennen bei einer Wahlbeteiligung von fast 62 Prozent war, das zeigen auch die absoluten Zahlen; Burkhard Sibbel siegte mit 103 Stimmen Vorsprung bei 3.498 zu 3.395 Stimmen.

Als der Wahlsieg Burkhard Sibbels feststand, kannte die Euphorie unter seinen Anhängern im Löninger Ortsteil Böen kein Halten mehr. Mit „Burkhard, Burkhard“- und „UfL“-Sprechchören feierten die Unabhängigen nicht nur den Sensationssieg ihres Kandidaten, sondern gleich sich selbst dazu. 2018 hatten 7 Ratsmitglieder die CDU verlassen und eine eigene Fraktion gebildet. Ein Jahr später gründeten sie die UfL als politischen Verein. Inzwischen hat er 200 Mitglieder und stellt ab November den Bürgermeister. Im Saal Lüdeke-Dalinghaus war das Erstaunen über diesen Durchmarsch in so manchem Gesicht abzulesen.

Burkhard Sibbel bedankte sich bei seinen Unterstützern und kündigte an, den bisherigen Weg der Unabhängigen fortsetzen zu wollen. „Wir wollen Politik auf Augenhöhe machen und sind uns unserer Verantwortung für Löningen bewusst.“ In Kürze werde er das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus suchen, sagte der 50-jährige Berufsschullehrer. Die UfL hatte sich bislang vor allem als Oppositionspartei verstanden. Er sei sich über den Rollenwechsel im Klaren, betonte Sibbel. Zum Wahlkampf wollte er sich am Sonntagabend nicht äußern. Ratsherr Dr. Sebastian Rode betonte, dass die UfL mit allen Ratsfraktionen zusammenarbeiten werde. Das könne etwa im Rahmen interfraktioneller Sitzungen geschehen.

"Das Ergebnis kommt für mich überraschend", gestand der Noch-Amtsinhaber einige Minuten nachdem die Zahlen öffentlich geworden waren am Telefon "Es ist, wie es ist, das ist das Wesen der Demokratie."  Natürlich sei er enttäuscht, dass all die wichtigen Infrastruktur-Entscheidungen, die gemeinsam mit der großen Mehrheit im Rat angestoßen worden seien, offenbar keine große Rolle in diesem polarisierenden Wahlkampf gespielt hätten. Überrascht zeigte Willen sich über die Wahlbeteiligung von nur knapp 62 Prozent. Er habe im Wahlkampf das Gefühl gehabt, dass die Entscheidung  mehr Wähler mobilisieren würde.

Die Frage sei jetzt, wie es mit wichtigen Aufgaben wie dem Rathaus-Projekt weitergehe. Die Frage zu seinen Plänen in den kommenden Tagen beantwortete er lapidar. "Ich nehme erst mal meinen Urlaub, davon habe ich noch eine ganze Menge!" Am 31. Oktober ende seine Amtszeit. Der gebürtige Löninger hatte vor 7 Jahren mit einem ähnlich knappen Ergebnis den damaligen Amtsinhaber besiegt und  hatte zunächst mit einer großen CDU-Mehrheit und dann ab 2018 mit einer großen Koalition von CDU, SPD und der Gruppe Grüne/Linke die Entwicklung der Stadtgemeinde vorangetrieben

Foto: G. MeyerFoto: G. Meyer

Zu Willens Niederlage haben vor allem 2 Entwicklungen beigetragen. Zum einen erreichte Burkhard Sibbel in allen 4 Briefwahlauszählungen mit Ergebnissen von 2-mal 54 und 2-mal rund 53 Prozent sowie in wichtigen städtischen Wahllokalen wie Grundschule (53), Centralhof (54), Borkhorn (52,5) und auch in seinem Heimatbereich Elbergen mit sogar fast 58 Prozent klare Mehrheiten. Damit hat die UfL das Potenzial bei den Briefwählern voll ausschöpfen können. Zu Willens Wahlniederlage trug auch das schwache Abschneiden in Wachtum bei, wo sonst normalerweise eine zwei Drittel Mehrheit für den CDU-Kandidaten Standard ist. Hier reichte es am Wahltag überraschend  nur zu einem knappen Vorsprung für den Amtsinhaber mit 51,7 zu 48 Prozent. 

Das beste Ergebnis erreichte der 57-jährige Rechtsanwalt und Notar  in Benstrup mit  64,4 zu 35,59 Prozent; trotz der Aufregung im Dorf, dass nicht alle Kindergartenkinder aus dem Ort eine Einrichtung im Ort besuchen können. Überzeugende Ergebnisse erreichte Willen auch in  Bunnen mit über 60 Prozent, in Evenkamp mit 56 Prozent und in Angelbeck mit fast 55 Prozent. Auch im Wahlbezirk Rathaus in der Innenstadt sicherte sich der Noch-Amtsinhaber klar die Mehrheit mit  51,7 zu 48 Prozent.

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