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Bakums CDU-Spitze setzt auf Averbeck

Bakums Bürgermeister steht für eine zweite Amtszeit bereit. Die Mitglieder bestimmen am 26. Oktober ihren Kandidaten für die Wahl 2021. Der geheimen Abstimmung können sich auch andere Bewerber stellen

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Gemeinsam für Kontinuität in der Rathaus-Chefetage: (von links) Fraktionschef Christoph Eiken, Bürgermeister Tobias Averbeck und Bakums CDU-Vorsitzender Franz Hölscher. Foto: Ferber

Gemeinsam für Kontinuität in der Rathaus-Chefetage: (von links) Fraktionschef Christoph Eiken, Bürgermeister Tobias Averbeck und Bakums CDU-Vorsitzender Franz Hölscher. Foto: Ferber

Er will's nochmal wissen: Tobias Averbeck wird sich bei der neu terminierten Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbandes Bakum am 26. Oktober (Montag) im Gasthof Hönemann in Vestrup als Bürgermeisterkandidat bewerben. Dies bestätigte der 40-Jährige jetzt in einem Pressegespräch mit dem Vorsitzenden Franz Hölscher und Fraktionschef Christoph Eiken. "Ich habe auf die eine oder andere Anfrage immer wieder gesagt, für mich ist das keine Entscheidung, die ich bekannt gebe, sondern die wir geschlossen als Mannschaft, als Team, bekannt geben", erklärt Averbeck.

Zweifel am Anfang: "Kann der dat überhaupt?"

Daran, dass der Verwaltungschef, der im Dezember 2013 die Nachfolge von Hans Lehmann antrat und zuvor im Alter von 33 Jahren mit 79,4 Prozent der Stimmen zum damals jüngsten Bürgermeister im Landkreis Vechta gewählt wurde, für eine zweite Amtszeit kandidieren würde, bestanden wohl kaum Zweifel – auf jeden Fall nicht parteiintern. "Wir haben bei uns in der Fraktion darüber gesprochen und die guckten mich ganz entgeistert an: Warum fragst du überhaupt?", dokumentiert Christoph Eiken die Rückendeckung. Dabei hatte es 2013 ob Averbecks Alter noch geheißen: "Kann der dat überhaupt", erinnert sich Franz Hölscher.

Tobias Averbeck, der 2001 Ratsmitglied wurde und vor der Wahl zum Bürgermeister als Beamter in der Gemeindekämmerei gearbeitet hat, betont derweil eine offene Informationspolitik und Teamwork als Erfolgsrezepte für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Er sei weder Einzelkämpfer noch "der ganz große "Dominator". "Ich komme aus einer Sportart. Beim Fußball, da ist nicht der Einzelne wichtig, da ist die Mannschaft wichtig und man erreicht nur als Mannschaft seine Ziele. Ich glaube, das haben wir in den vergangenen Jahren sehr deutlich gemacht."

Viele Aufgaben auf der To-Do-Liste

Man habe gemeinsam, so Averbeck, auf vielen Gebieten unglaublich viel erreichen können. Als Beispiele führt der Rathauschef auf seiner Liste unter anderem Radwege an allen Kreis- und Landesstraßen, über 200 Bauplätze und 15 Hektar Gewerbeflächen, die vermarktet wurden, und mehr als zehn Millionen Euro (neun davon Eigenmittel), die in Bildung und Sportstätten investiert wurden, an. Zudem sei die Steuerung von Tierhaltungsanlagen abgeschlossen, "mit der wir Landwirten Möglichkeiten zur Entwicklung gegeben, aber auch die freie Landschaft vor weiterer Zersiedelung geschützt haben".

Doch dies heiße nicht, bekräftigt der 40-Jährige, dass man sich in Zukunft ausruhen werde. "Worüber wir uns definitiv Gedanken machen müssen, ist das Thema Verkehr, vor allem im Zentrum des Ortes Bakum." Das auf allen Ebenen zu verbessern, sei eines der neuralgischen Themen. Weiterhin stünden Investitionen in die Infrastruktur an, statt in Bildung aber eher in andere Schwerpunkte wie Sicherheit, Feuerwehr oder Sporthallen/-felder. Möglicherweise, führt Averbeck weiter aus, sei bei einzelnen Aufgaben auch die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen sinnvoll – etwa im Bereich Trink- und Abwasser.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der To-Do-Liste für eine mögliche zweite Amtszeit: "Wir müssen auf Landesebene stärker und aktiver werden. Wir müssen uns viel stärker dafür einsetzen, dass sich Leistung auch lohnt. Wir betreiben hier tatsächlich einen unglaublichen Unterstützungsprozess für unsere Wirtschaft, damit es uns allen gut geht, haben aber das Gefühl, dass wir dadurch, dass wir so gut und erfolgreich sind, von vielen Dingen auf Landesebene einfach ausgeschlossen werden. Ob das Förderkulisse ist oder ob es die Tatsche ist, dass vieles von dem, was hier erwirtschaftet ist, in andere Regionen über Umlage abfließt." In dieser Sache herrsche Konsens unter den Bürgermeistern im Landkreis Vechta.

"Als Winkel kundtat, er würde aufhören, hörte man von allen Seiten: Jetzt ist Tobias weg. Jeder traute ihm das zu."Christoph Eiken, CDU-Fraktionsvorsitzender Bakum

Apropos: Einer aus dem Kreis – Lohnes Verwaltungschef Tobias Gerdesmeyer (CDU) – hat bekanntlich seinen Hut für die Nachfolge von Landrat Herbert Winkel (CDU) im nächsten Jahr in den Ring geworfen. "Als Winkel kundtat, er würde aufhören, hörte man von allen Seiten: Jetzt ist Tobias weg. Jeder traute ihm das zu", berichtet Christoph Eiken – und bezieht sich auf den Tobias aus Bakum. Der fühlt sich zwar geschmeichelt. "Das kommt sicherlich nicht vom Himmel gefallen. Offensichtlich ist da in den letzten Jahren einiges richtig gelaufen." Gleichwohl sei ein Wechsel zum Landkreis (im jetzigen Zeitraum) nie eine Option gewesen. "Ich bin gerne in Bakum, war nur für die Studienzeit weg, ansonsten immer hier. Ich habe zwei wundervolle Töchter, die sich hier total wohlfühlen, und habe eine Frau aus dem Nachbarlandkreis gewinnen können, die sich hier auch unglaublich wohlfühlt", erklärt der gebürtige Vechtaer. Der Schritt erneut zu kandidieren, sei eine gemeinsame Entscheidung gewesen, nicht mal "eben so aus der Hüfte geschossen".

Averbeck war 2013 ohne Gegenkandidat ins Rennen gegangen. Bei der Versammlung am 26. Oktober hat aber, wie Vorstands- und Fraktionsspitze betonen, jedes CDU-Mitglied ebenfalls die Chance, sich für die Bürgermeisterwahl im September 2021 zu bewerben und sich der geheimen Abstimmung zu stellen. "Es ist also nicht alles abgekartet", unterstreicht Franz Hölscher. Sollte die Entscheidung am Ende auf Tobias Averbeck fallen, setzt man gemeinsam auf einen teamorientierten Wahlkampf. Schließlich wird dann unter anderem auch der Gemeinderat neu gewählt.

Stellen die anderen Parteien einen Kandidaten auf?

Ob die dort derzeit vertretenden anderen Parteien ebenfalls einen Bürgermeisterkandidaten für 2021 aufstellen werden, ist derzeit noch nicht klar – wenngleich Ratsherr Aloys Thye-Moormann die Chance, dass es einen AfD-Bewerber geben wird, am Mittwoch zu "99 Prozent" ausschloss. Siegfried Böckmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, erklärte auf Nachfrage, dass "die Diskussion bei uns noch nicht zu Ende geführt ist". Man sei in der Beratung, die Überlegung sei nicht abgeschlossen.

Zurück zur CDU-Versammlung: Während der Veranstaltung, die ursprünglich für den 23. März geplant war, aber wegen Corona verschoben werden musste, findet ferner die Delegiertenwahl für die Bundestagskandidatenaufstellung statt. Die zahlreichen Ehrungen für 40-jährige CDU-Mitgliedschaft, so Franz Hölscher, selbst seit 1986 im Rat, werden dagegen voraussichtlich an einem Nachmittag im Januar nachgeholt.

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