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Wolfgang Zapfe tritt von Spitze der Europa-Union ab

30 Jahre führte er den Kreisverband Vechta der Bürgerbewegung -und wurde vielfach geehrt. Sein Nachfolger ist Professor Dr. Peter Nitschke.

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Gruppenbild mit dem „Europäer aus tiefer Überzeugung“: Wolfgang Zapfe (Mitte) erhielt zum Abschied Blumen und viel Anerkennung. Sein Nachfolger ist Professor Dr. Peter Nitschke (links neben Zapfe). Beide sind von den aktuellen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern umrahmt. Foto: Tzimurtas

Gruppenbild mit dem „Europäer aus tiefer Überzeugung“: Wolfgang Zapfe (Mitte) erhielt zum Abschied Blumen und viel Anerkennung. Sein Nachfolger ist Professor Dr. Peter Nitschke (links neben Zapfe). Beide sind von den aktuellen und ehemaligen Vorstandsmitgliedern umrahmt. Foto: Tzimurtas

Es ist das Ende einer Ära: Wolfgang Zapfe hat sich, wie zuvor angekündigt, nicht zur Wiederwahl als Vorsitzender des Kreisverbandes der Europa-Union Deutschland (EUD) gestellt – nach 30 Jahren an der Spitze der parteiunabhängigen Bürgerinitiative für die europäische Einigung.

„Die Flamme für Europa wird auch weiterhin in mir brennen. Ich bin ein Europäer aus tiefer Überzeugung und Leidenschaft“, sagte Zapfe zum Abschied auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend in Vechta. Und: "Die Arbeit in diesem Kreisverband hat mir immer sehr viel Spaß und große Freude bereitet."

Sein Nachfolger ist Professor Dr. Peter Nitschke, Politikwissenschaftler an der Universität Vechta. Er erhielt ein einstimmiges Votum der Vereinsbasis, die in der Europahalle des Gymnasiums Antonianum in Vechta (GAV) zusammengekommen war.

„Es braucht Menschen wie Wolfgang Zapfe, die Menschen zusammenführen können.“Kristian Kater, Bürgermeister von Vechta

Der Ort war ein ebenso passender wie besonderer. Schließlich war Zapfe von 1981 bis 2008 Leiter des GAV, das unter seiner Ägide im Jahr 2006 zur Europa-Schule wurde – einer Lehrstätte, in der die europäische Idee eine zentrale Rolle spielt. Zapfe war auch der Gründer des Netzwerks der etwa 140 Europa-Schulen in Niedersachsen.

Der Pädagoge, der auch Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Europa-Union-Medaille ist, war ebenso 16 Jahre Vorsitzender des niedersächsischen Landesverbandes der Europa-Union, gehörte zudem lange dem Bundespräsidium der EUD an.

Zapfe ist Mitgestalter der europäischen Idee

So ist Zapfe nicht nur ein Anwalt der europäischen Idee, sondern auch ihr Mitgestalter in seinem eigenen umfassenden Wirkungskreis. Veranstaltungen, Aktionen, Studienreisen, Schul- und Städtepartnerschaften – auf dieses Werk kann der 79-jährige Zapfe blicken.

"Es braucht Menschen wie Wolfgang Zapfe, die Menschen zusammenführen können", sagte der Vechtaer Bürgermeister Kristian Kater in seinem Grußwort auf der Mitgliederversammlung. Er hob auch hervor, dass die Benennung des Europa-Platzes in Vechta auf Zapfe zurückgeht.

Kater dankte für das 30-jährige Engagements Zapfes an der Spitze des EUD-Kreisverbandes und sagte: "Wenn man mich fragen würde, wer der auffälligste Europäer ist, fiele mir kein anderer als Wolfgang Zapfe ein."

Winkel: Zapfe hat für hohe Wahlbeteiligung gesorgt

Auch Landrat Herbert Winkel, der eine Videobotschaft übermittelt hatte, bezeichnete Zapfe als "glühenden Verfechter der europäischen Idee", der mit Aktionen der Europa-Union auch immer für eine überdurchschnittliche Wahlbeteiligung im Landkreis Vechta bei der Europawahl gesorgt habe.

Eine ausführliche Laudatio mit Bezug zur Geschichte und aktuellen Verfasstheit der europäischen Einigung, garniert mit geistesgeschichtlichen Zitaten, gab es vom zweiten Vereinsvorsitzenden Helmut Backhaus.

Hans-Gert Pöttering lobt Zapfes Leistung

Er ging darauf ein, dass verstärkt nationale Egoismen bei der Lösung der europäischen Probleme im Vordergrund stünden. Vor diesem Hintergrund aber habe Zapfe das Europa wach gehalten, das in der Fülle gegensätzlicher Vielfalt besteht, wie Backhaus in Anlehnung an Shakespeares Hamlet formulierte.

Gerhard Thiel, Vorstandsmitglied der Europa-Union Niedersachsen, ermunterte Zapfe, als Ehrenvorsitzender des Landesverbandes sich weiter in die aktive Vorstandsarbeit einzubringen – und er regte einen Ehrenvorsitz Zapfes für den Kreisverband an.

Thiel bekannte, von Zapfes Rückblicken, die er im Landesvorstand vortrug, „immer sehr beeindruckt“ gewesen zu sein. "Du bist noch im Krieg groß geworden", sagte er mit Blick auf die von Zapfe tief empfundene Friedenskraft des Vereinten Europas.

Nachfolger Nitschke sieht "große Fußstapfen"

Per Video gab es auch diese Ehrung für Zapfe: Hans-Gert Pöttering, vormals Präsident des Europäischen Parlaments, sagte: Ihm sei kein Beispiel bekannt von einer Person, die 30 Jahre lang einem Kreisverband der Europa-Union vorgestanden habe. "Das ist ohne Beispiel, es verdient unseren Respekt und hohe Anerkennung." Auch dies betonte Pöttering: "Sie haben sich immer eingesetzt für ein starkes Parlament, damit es Gesetzgeber" in der EU werde.

So sagte Zapfes Nachfolger Nitschke auch, dass die Fußstapfen, in die er trete, "sehr groß" seien. Er könne nicht alles in dem Maße wie Zapfe es erfolgreich getan habe, weiterführen, habe sich aber entschlossen, Zapfe „zu kompensieren“, weil er auch einen Vorstand habe, der "sehr kreativ mitarbeitet".

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