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Wimberg warnt vor "falschen Hoffnungen" bei Corona-Impfplan des Landes

Die angekündigte Öffnung der 3. Priorisierungsstufe in Niedersachsen wird von Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg kritisiert. Das Argument: Die Logistik spielt nicht mit.

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Das Impfzentrum des Landkreises Cloppenburg: Tägliche Impfungen sind nicht möglich, weil es bei den Lieferungen hakt. Archivfoto: dpa

Das Impfzentrum des Landkreises Cloppenburg: Tägliche Impfungen sind nicht möglich, weil es bei den Lieferungen hakt. Archivfoto: dpa

Die Cloppenburger Kreisverwaltung ist am Donnerstag "irritiert". Mit diesem Wort reagiert die Verwaltung auf die Ankündigung aus Hannover, dass schon in Kürze bei den Corona-Impfungen die dritte Priorisierungstufe geöffnet werden soll. "Dies weckt falsche Erwartungen bei der Bevölkerung“, kritisiert Landrat Johann Wimberg. Denn: Seiner Meinung nach ist das mit Blick auf die weiter schleppenden Impfstoffliegerungen gar nicht zeitnah umsetzbar.

"Wir sind auf die Impfstofflieferungen des Landes angewiesen. Und die hinken der Nachfrage auch jetzt schon deutlich hinterher."Landrat Johann Wimberg

Und Wimberg nennt dabei auch konkrete Zahlen: Schon jetzt würden 6352 Personen aus der 2. Priorisierungsgruppe auf der Warteliste stehen. Für die kommende seien gleichzeitig nur 900 Impfdosen als Lieferung in den Landkreis Cloppenburg angekündigt worden. Damit stehe bereits fest, dass die Angehörigen der Priorität 3 trotz der Möglichkeit der Anmeldung länger bis zu ihrem Impftermin warten müssen. "Wer geimpft werden möchte und priorisiert ist, muss damit rechnen, warten zu müssen. Der Landkreis kann diesen Vorgang nicht beschleunigen, da wir auf die Impfstofflieferungen des Landes angewiesen sind. Und die hinken der Nachfrage auch jetzt schon deutlich hinterher", kritisiert Wimberg.

Impfzentrum kann weiterhin nicht täglich arbeiten

Die Impfwilligen der ersten Gruppe hätten Anfang Mai länger als eine Woche auf ihren Termin warten müssen - daher sei es "nicht zielführend, gleich eine Woche später die nächste Gruppe zu öffnen und kurz darauf die nächste". Das Impfzentrum des Landkreises Cloppenburg könne immer noch nicht fortlaufend täglich arbeiten. Der Grund dafür sei alleinig die "anhaltend schlechte Versorgungslage", so Wimberg.

Das Land Niedersachsen hatte am Donnerstag angekündigt, die Prioritätsgruppe 3 ab dem 10. Mai und in drei Schritten bis zum 31. Mai öffnen zu wollen. Angehörige der Gruppen sollen Termine im Impfportal des Landes oder über die Hotline buchen können. Dabei gelten diese Vorgaben:

Neben den Menschen über 60 Jahre sind ab dem kommenden Montag, 10. Mai, dieser Personen impfberechtigt:

  • Sofern diese Erkrankungen vorliegen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit, arterielle Hypertonie, Zerebrovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfall und andere chronische neurologische Erkrankungen, Asthma bronchiale, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen,       Adipositas (BMI über 30).
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht.
  • Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus  besteht.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben und zudem über 60 Jahre alt sind oder eine der vorgenannten Erkrankungen haben.

Ab Montag, 17. Mai, können auch die folgenden Personen und Gruppen einen Termin in ihrem Impfzentrum bzw. einen Wartelistenplatz erhalten:

  • Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel
  • Mitglieder von Verfassungsorgangen
  • In relevanter Position Tätige bei Verfassungsorganen, Regierungen, Verwaltungen, Polizei, Zoll, Katastrophenschutz, THW, Hilfsorganisationen, Justiz und Rechtspflege, Medien- und Pressewesen
  • In relevanter Position Tätige bei Auslandsvertretungen, politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in Deutschland in den Bereichen: Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen.

Der dritte und letzte Öffnungsschritt vor der vollständigen Aufhebung der Priorisierung soll schließlich am Montag, 31. Mai, mit den folgenden Personen und Gruppen folgen:

  • Personen, die an Hochschulen tätig sind
  • Wahlhelfer
  • in besonders relevanter Position Tätige in Unternehmen (kritische Infrastruktur), insbesondere: Apothekenwesen, Pharmawirtschaft, Bestattungswesen, Ernährungswirtschaft, Ver- und Entsorgung, Transport- und Verkehrswesen, Informationstechnik und Telekommunikationswesen
  • Tätige in medizinischen Einrichtungen, insbesondere in Laboren ohne Patientenbezug

Wer aus beruflichen Gründe für eine dieser Gruppen infrage kommt, benötigt einen schriftlichen Nachweis des Arbeitgebers. Wer aus gesundheitlichen Gründen infrage kommt, benötigt ein ärztliches Attest. Weitere Informationen gibt es unter www.niedersachsen.de.

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