Wie steht es um die Krankenhäuser? Schwester-Euthymia-Stiftung gibt aktuelle Einblicke
Laut Experten der Stiftung haben regionale Krankenhausverbünde die besten Zukunftschancen.
Redaktion | 22.01.2026
Laut Experten der Stiftung haben regionale Krankenhausverbünde die besten Zukunftschancen.
Redaktion | 22.01.2026

Gaben aktuelle Einblicke im Landtag Hannover: (von links) Michael gr. Hackmann, Professor Dr. Norbert Roeder, Ulrich Pelster und Professor Dr. Michael Quaas. Foto: Meier/Schwester-Euthymia-Stiftung
Unter dem Titel „Krankenhausstrukturreform – was bleibt und was kommt?“ hatte die Schwester-Euthymia-Stiftung kürzlich Entscheider und Experten aus dem Gesundheitswesen in den Landtag Hannover eingeladen, um mit ihnen aktuelle Entwicklungen sowie Perspektiven für die Region zu erörtern. Wie aus einer Mitteilung der Stiftung hervorgeht, bedankte sich Ulrich Pelster, Vorstandsvorsitzender der Schwester-Euthymia-Stiftung, zunächst bei den anwesenden Vertretern des Landes für die Antragstellung an den Transformationsfonds im Dezember 2025. Das Sozialministerium habe dort laut Mitteilung 132 Millionen Euro für die erste Bauphase des Zentralklinikums in Vechta beantragt. „Das Land hat alle seine Zusagen eingehalten“, freute sich Pelster. Bei der Veranstaltung ging es dann zunächst um das „Krankenhausreformänderungsgesetz und damit verbundene Veränderungen“. Professor Dr. Norbert Roeder, renommierter Krankenhausexperte, der unter anderem die Umsetzung der Strukturreform in NRW intensiv begleitete, gab Einblicke: „Die besten Zukunftschancen haben regionale Krankenhausverbünde wie die Schwester-Euthymia-Stiftung“, sagte er laut Mitteilung. „Große Verbünde mit vielen Standorten können sehr gut gestufte Versorgungskonzepte mit Schwerpunkten an einzelnen Standorten entwickeln und umsetzen.“ Die Schwester-Euthymia-Stiftung habe das aufgegriffen: Sie habe nicht auf die finalen gesetzlichen Regelungen gewartet, sondern sich den zu erwartenden Veränderungen durch die neue Krankenhausplanung gestellt. Sie habe Leistungsangebote über ihre Häuser neu sortiert und damit die zukünftigen Versorgungsangebote der Standorte definiert. Das sei ein gutes Vorgehen, „was mit großer Wahrscheinlichkeit dazu führen wird, dass dieses Krankenhausunternehmen auch zukünftig Versorgungsleistungen für die Region in guter Qualität wirtschaftlich erbringen kann. Bei ihrer Umstrukturierung benötigen die Krankenhäuser aber auch die Unterstützung der Kostenträger. Roeder sehe eine sich verändernde Rolle der Krankenhäuser in Deutschland: „Der Umfang der stationären Leistungserbringung wird voraussichtlich in den nächsten Jahren sinken, zugunsten einer ambulanten beziehungsweise hybriden Leistungserbringung. Dabei werden auch unterschiedlichste telemedizinische Leistungen eine zunehmende Rolle spielen. Krankenhäuser, die glauben, dass sie sich nicht in den außerstationären Sektoren engagieren müssen, sind schlecht beraten.“ Krankenhäuser werden laut Roeder künftig vom Akutkrankenhaus zum integrierten Gesundheitsdienstleister. Die Funktion von Krankenhäusern werde sich grundlegend wandeln, sagte er. Sektorübergreifende Versorgungsleistungen würden durch zunehmende Ambulantisierung, Hybridisierung und neue Versorgungsformen immer mehr Raum einnhemen. Krankenhäuser müssten sich deshalb von ihrer traditionellen Rolle als reine Akutversorger lösen und zu umfassenden Gesundheitsdienstleistern entwickeln, die in allen Versorgungssektoren aktiv sind. Wer diese Transformation verschlafe, verliere wirtschaftliche Grundlagen und strategische Relevanz. Ein weiteres Thema war das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG). Die zentrale Frage lautete hier: Wie geht es nun weiter mit dem KHVVG? „Es wird voraussichtlich umgesetzt werden“, erläutert Roeder. Das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) werde Nachbesserungen und Ausnahmeregelungen enthalten, die jedoch die grundsätzliche Ausrichtung des KHVVG nicht verändern werden. Der KHAG-Entwurf sei vom Kabinett beschlossen worden, sei nun im parlamentarischen Verfahren und weitere Reparaturgesetze seien zu erwarten. Roeders Fazit: Diese Reform biete viele Chancen für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Gestaltung der Krankenhausversorgung, aber auch Risiken – etwa durch drohende Versorgungslücken oder gesellschaftliche beziehungsweise politische Widerstände. Wichtig sei als Krankenhausunternehmen zu gestalten und künftig auch statt Wettbewerb viel mehr Kooperation: „Regionale Zusammenarbeit wird überlebenswichtig.“ Ulrich Pelster richtete den Blick abschließend unter anderem auf das Thema ärztliche Aus- und Weiterbildung, „das von Veränderungen im Leistungsspektrum natürlich berührt wird.“ „Diese bestimmt den Umfang des ärztlichen Nachwuches zur Sicherung der Patientenversorgung in Niedersachsen und damit natürlich auch im Oldenburger Münsterland.“ Denn nicht mehr jedes Krankenhaus dürfe alle Leistungen anbieten. Es gebe mehr Spezialisierung und Zentralisierung.Rolle der Krankenhäuser verändert sich
Ärztliche Aus- und Weiterbildung ist Thema
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