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Wie Peter Willenborg mit einem kleinen Piks 450 Menschen half

Der Dinklager hat bislang 150 Mal Blut gespendet. Er empfindet den gesundheitlichen Zwischencheck als "sehr wohltuend" – und hofft, dass die Spendenbereitschaft nicht nachlässt.

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Ein kleines Präsent als Dankeschön: Peter Willenborg hat in Dinklage bislang 150 Mal Blut gespendet – das schaffte bisher niemand zuvor. Foto: Malteser

Ein kleines Präsent als Dankeschön: Peter Willenborg hat in Dinklage bislang 150 Mal Blut gespendet – das schaffte bisher niemand zuvor. Foto: Malteser

Wann Peter Willenborg das 1. Mal Blut gespendet hat? Das exakte Datum weiß der Dinklager nicht mehr. Es müsste 1984 gewesen sein, schätzt Willenborg. Wie oft der 65-Jährige die Blutspende geleistet hat, das haben die Dinklager Malteser indes ganz genau dokumentiert: Exakt 150 Mal wurde Peter Willenborg bislang durch einen kleinen Piks 0,5 Liter Blut entnommen. Das hat es in Dinklage seit dem Beginn der Blutspende 1965, die die Malteser zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) durchführen, noch nie gegeben. Für diese "außergewöhnliche Leistung", wie Rainer Lampe als Pressesprecher der Malteser-Ortsgruppe es nennt, erhielt Peter Willenborg jetzt ein kleines Präsent.

150 Mal Blutspende, das heißt auch: Peter Willenborg konnte 450 Menschen helfen und ihnen teilweise das Leben retten, zeichnet Rainer Lampe vor. Denn nach jeder Spende wird das Blut im Labor des DRK-Blutspendedienstes untersucht und dann aufgeteilt. Je nach Bedarf können den Patienten dann gezielt die notwendigen Blutbestandteile verabreicht werden. "Durch dieses Verfahren können mit einer Spende bis zu 3 Patienten behandelt werden", erklärt Rainer Lampe.

Willenborgs Blutgruppe ist sehr selten

Ein Spender rettet mit seinem Blut womöglich nicht nur ein anderes Leben, sondern hat auch selber kleine Vorteile, wie die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie erklärt. So kennt man danach die eigene Blutgruppe, die bei sonstigen Laboruntersuchungen in der Regel nicht auf dem Befund angegeben wird. Vor der Blutspende erfolgt außerdem eine ausführliche Untersuchung, durch die mögliche Erkrankungen (Geschlechtskrankheiten, Infektionen, Hepatitis etc.) frühzeitig erkannt werden können. Im Blutspendepass stehen dann alle wichtigen Angaben zu der eigenen Person.

Regelmäßiger Blutspender: Peter Willenborg mit dem aktuellen Unfallhilfe- und Blutspendepass und dem Präsent der Dinklager Malteser. Foto: BöckmannRegelmäßiger Blutspender: Peter Willenborg mit dem aktuellen Unfallhilfe- und Blutspendepass und dem Präsent der Dinklager Malteser. Foto: Böckmann

Das sind auch die Gründe, warum Peter Willenborg seit bald 4 Jahrzehnten 4 Mal im Jahr in Dinklage Blut spendet. Er empfindet die Blutspende als kleinen gesundheitlichen Zwischencheck immer "sehr wohltuend". Er vertrage die Blutentnahme einfach sehr gut, habe danach nie irgendwelche Probleme.  Der Körper gewöhne sich daran.

"Ich habe 40 Jahre im Außendienst gearbeitet. Mir ist nie etwas passiert, aber ich möchte auch etwas zurückgeben", erklärt Peter Willenborg seine Beweggründe für die Blutspende.  "Es kann jeden mal treffen, der Blut benötigt. "Das Blut von Peter Willenborg ist übrigens besonders wichtig. Denn seine Blutgruppe B mit dem Rhesusfaktor negativ gibt es sehr selten, deutschlandweit nach Angaben des DRK nämlich nur zu 2 Prozent.

Der vierteljährliche Blutspendetermin in Dinklage – für Peter Willenborg war und ist es eine Routine, eine Selbstverständlichkeit. Früher hatte er dabei seine ganze Familie im Schlepptau. Seine 3 mittlerweile erwachsenen Kinder "fanden das ganze Prozedere total interessant". Mit seiner mittlerweile verstorbenen Ehefrau traf er immer Bekannte, mit denen sie schnackten. "Man kennt den Ablauf, man kennt sich. Es macht Spaß", sagt Willenborg, der mittlerweile übrigens seinen 10. Blutspendeausweis hat. 

In Dinklage hat die Zahl der Spender in der Corona-Pandemie nicht abgenommen. Sie pendelt sich auf stabile 250 Personen pro Termin ein. Das freut Peter Willenborg, aber auch Rainer Lampe. Denn laut dem Malteser-Sprecher werden in Deutschland rund 15.000 Blutspenden benötigt – und der Vorrat hält in der Regel keine Woche. Einerseits, weil Teile des Blutes nur wenige Tage haltbar sind. Andererseits, weil nur etwa 3 Prozent der Bevölkerung überhaupt regelmäßig zur Blutspende gehen, obwohl rund ein Drittel der Bevölkerung regelmäßig Blut spenden könnte.

Wer darf eigentlich Blut spenden?

Rund 80 Prozent aller Menschen sind laut Rainer Lampe einmal im Leben auf fremdes Blut angewiesen - sei es durch einen Unfall, eine Operation oder eine Krebserkrankung. Vor allem in Urlaubszeiten im Sommer kommt es zu Engpässen bei den Blutkonserven. Eine Übertragbarkeit des Coronavirus  über das Blut ist nach Aussage des Blutspendedienstes  nicht zu erwarten. 

Wer darf Blut spenden? Spenden darf grundsätzlich jeder gesunde Mensch, der das 18. Lebensjahr vollendet und ein Körpergewicht von mindestens 50 Kilogramm hat. Vor Ort entscheidet dann ein Arzt auch mit Blick auf den Gesundheitszustand über die Zulassung zur Blutspende. 

Der nächste Blutspendetermin in Dinklage ist am Montag (20. September) von 16 bis 20 Uhr in der Aula der Oberschule.  Mitzubringen sind der Blutspendeausweis und der Personalausweis.  Spender können für auch den nächsten Spendetermin einen Termin reservieren, um den Ablauf auf dem Blutspendetermin reibungsloser zu gestalten. Die Termine können online im Internet unter www.terminreservierung.blutspende-leben.de/ oder per kostenloser Blutspende-App reserviert werden. Nähere Informationen stehen unter www.blutspende-leben.de.

Für Peter Willenborg steht außer Frage, dass er auch weiterhin Blut spenden wird. Und hofft, dass sich auch immer junge Menschen dazu motivieren. Denn: "Wir sind eine Solidargemeinschaft. Jeder, der spenden darf, sollte sich für die Spende Zeit nehmen." Um so möglicherweise Leben zu retten. 

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