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Wie Neujahrskuchen ohne Pflaster und Klumpen knusprig werden

Für Iris Blome aus Altenoythe ist allein das Backen der Waffeln ein leckeres Vergnügen. Sie zaubert sie gleich eimerweise – und zur runden Sache werden sie nicht zuletzt durch Ehemann Matthias.

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Zwei heiße Eisen: Iris Blome backt in ihrer hauseigenen Weihnachtsbäckerei parallel Neujahrskuchen. Fotos: Wimberg

Zwei heiße Eisen: Iris Blome backt in ihrer hauseigenen Weihnachtsbäckerei parallel Neujahrskuchen. Fotos: Wimberg

Das Wasser ist kochend heiß, als die "gute Butter" hineingleitet und langsam schmilzt. Zucker und Vanillezucker gesellen sich dazu, bevor die Eier aufgeschlagen und kräftig durchgeschüttelt werden. Danach wandern auch sie in die flüssige Masse und werden verrührt. Weizenmehl bestreitet das Finale und dafür wechselt Iris Blome vom Schneebesen zum Mixer. Gesiebt werden muss es bei ihr nicht. "Keine Klumpen", sagt sie lachend und präsentiert wenige Minuten später einen geschmeidigen Teig.

Neujahrskuchen-Backen ist für die Altenoytherin keine lästige Pflicht, sondern ein leckeres Vergnügen. Als Kind hat sie ihren Opa im heimischen Ellerbrock erlebt, der die Waffeln ganz traditionell zwischen den Tagen zauberte und in einer Milchkanne lagerte. Später setzten sich ihre Eltern an die Eisen, während sie und ihre Geschwister zuschauten und Teig schleckten. "Und spätestens nach der Heirat waren wir dann dran", berichtet die 46-Jährige und erinnert sich noch gut an ihre ersten Versuche mit verbrannten Fingern. "Zumindest fühlten sie sich so an."

Beim Rollen ist Schnelligkeit gefragt

Um für Linderung zu sorgen, klebte sie sich kurzerhand Heftpflaster über alle zehn Kuppen. Doch als Ehemann Matthias das sah, war ihm diese Opferbereitschaft seiner Frau dann doch zu groß. Umgehend zeigte er Erbarmen und rollt seitdem bis heute selbst – in typischer Spitztütenform mit einem Waffelholz als Hilfe. Schnelligkeit ist dabei gefragt, denn nach fünf Sekunden sind die Hörnchen hart.

Routiniert: Die Altenoytherin schwingt den Schneebesen und verrührt zunächst Butter, Zucker und Eier mit Wasser. Routiniert: Die Altenoytherin schwingt den Schneebesen und verrührt zunächst Butter, Zucker und Eier mit Wasser. 

2 Stunden ist das Paar mit der Weihnachtsbäckerei für die familieneigene Saison beschäftigt, danach kommen die süßen Köstlichkeiten in die Eimer und werden nach und nach mit einem Klecks Sahne beim Kaffee genossen.

Iris Blome backt allerdings nicht nur für sich und ihre Lieben, sondern auch für die Öffentlichkeit. Zu Völkerballzeiten gab es seitens der Sportlerinnen eine Aktion beim Adventsmarkt, an der sie sich rege beteiligte. Als Vorstandsmitglied des Heimatvereins war sie während des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" auf der Grünen Woche in Berlin. "Auch da haben wir an einem Stand das für unsere Region typische Gebäck präsentiert und das ist gut angekommen", berichtet sie über eine im wahrsten Sinne runde Sache.

„Im nächsten Jahr hoffen wir dann, dass wir sie endlich beim Adventsmarkt verkaufen können“Iris Blome

Diesen Erfolg wollten die Heimatfreunde, wie früher die Völkerballdamen, auch auf dem örtlichen Adventsmarkt, fortsetzen. Doch die Pandemie machte der geplanten Premiere 2020 einen Strich durch die Rechnung. 2021 fiel die Veranstaltung ebenfalls aus. Gebacken wurde unter Einhaltung der erforderlichen Regeln trotzdem und viele Altenoyther können sich nun die vorbestellten Neujahrskuchen schmecken lassen. "Im nächsten Jahr hoffen wir dann, dass wir sie endlich beim Adventsmarkt verkaufen können", sagt Iris Blome.

Nicht zu hell, nicht zu dunkel und auf jeden Fall knusprig müssen sie sein. Und die letzten schmecken noch bis Ende Januar. "Dann ist die Zeit vorbei."

Fertig: Nicht zu hell, nicht zu dunkel und schön knusprig schmecken die Neujahrskuchen bis Ende Januar.Fertig: Nicht zu hell, nicht zu dunkel und schön knusprig schmecken die Neujahrskuchen bis Ende Januar.

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