Ein tödlicher Unfall kann das Leben der Angehörigen von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf stellen. Darum bietet die Polizei Cloppenburg/Vechta ab sofort den Betroffenen eines tödlichen Verkehrsunfalls eine Opferschutzberatung an. "Für die betroffenen Unfallopfer, Angehörigen, Zeugen und Ersthelfenden ist es von zentraler Bedeutung, dass sie im unmittelbaren Anschluss an das Verkehrsunfallereignis einen Ansprechpartner haben. Und hier setzen der polizeiliche Opferschutz und die Opferhilfe an", begründet Polizeidirektor Walter Sieveke das Angebot.
Denn oft leiden Beteiligte auch noch lange Zeit nach dem Unglück unter körperlichen und psychischen Folgen. "Jährlich ereignen sich in unserem Zuständigkeitsbereich etwa 25 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang", sagt Sieveke. Die Polizei möchte hier bei der Durchsetzung der Opferschutzinteressen noch mehr Hilfe anbieten.
Angebot wird im Emsland bereits dankbar angenommen
Fünf sogenannte Verkehrsunfallopferberater stehen bei der Polizei für die Gespräche zur Verfügung. Sie stehen im engen Austausch mit Netzwerkpartnern, werden im Verlauf eines tödlichen Verkehrsunfalles mit dem Sachverhalt betraut und nehmen Kontakt zu Betroffenen auf. Dass das Projekt funktionieren kann, berichtete die Polizeioberkommissarin für Emsland/Grafschaft Bentheim, Heike Bahr. Sie habe von den Betroffenen bislang ein positives Feedback bekommen.
Bei der Opferschutzberatung handelt es sich nicht um eine Rechtsberatung. Darauf weist die Polizei deutlich hin. Soll heißen: Im Rahmen der Beratung werden keine Details oder relevante Fakten zum Ermittlungsverfahren bekannt gegeben. Vielmehr soll es in erster Linie um die grundsätzliche Begleitung der Opfer gehen: Sie werden auf den Ablauf des Verfahrens vorbereitet, außerdem werden ihnen Opferhilfeangebote vorgestellt und gegebenenfalls vermittelt.
Polizeidirektor Walter Sieveke erhofft sich mit dem Angebot eine "ganzheitliche und kostenlose Hilfe", um die betroffenen Menschen mit den schweren Folgen eines tödlichen Verkehrsunfalls nicht allein zu lassen, heißt es seitens der Polizei am Freitag.