Es klingt unglaublich, ist aber wahr: Mit der „Geschirrhandtuch“-Masche haben Ganoven je eine Person in Cloppenburg und Goldenstedt um ihr Vermögen gebracht. Darüber berichtet am Freitag (20. März) die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta.
Was ist die „Geschirrhandtuch“-Masche?
Die Täter sprechen in Fußgängerzonen oder auf Parkplätzen ihre potenziellen Opfer an und verwickeln sie wie folgt in ein Gespräch: Sie schildern eine vermeintliche Notlage, die sie selbst gerade erleben. Zum Beispiel, dass ein Angehöriger im Krankenhaus liegt. Anschließend fragen sie ihr Gegenüber, ob dieses auch jemanden kenne, der im Krankenhaus liege, und bauen so eine emotionale Verbindung auf. Bejahen die Opfer die Frage, erläutern die Täter, woran die Erkrankung des Angehörigen liegen könnte: Bargeld beziehungsweise andere Vermögenswerte seien „unrein“ oder gar „verflucht“.
Was passiert dann?
Die Täter bieten ihren potenziellen Opfern ein „reinigendes Ritual“ an. Heißt: Die angesprochenen Personen sollen das Bargeld oder andere Vermögenswerte von zu Hause holen und an einen verabredeten Ort zurückkehren. Dort wird dann die „verfluchte“ Barschaft in ein Geschirrhandtuch gewickelt und „gereinigt“.
Was ist nun der Trick?
Die Täter tauschen bei diesem vermeintlichen Ritual das Handtuch aus. Heißt: Sie nehmen das Geschirrhandtuch mit dem Geld an sich und geben den Opfern ein anderes Handtuch wieder, das beispielsweise mit Servietten gefüllt ist. Anschließend fliehen die Betrüger.
In den beiden Fällen in Cloppenburg und Goldenstedt entstand nach Angaben der Beamten Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich.
Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta weist ausdrücklich darauf hin:
- Lassen Sie sich nicht in derartige Gespräche verwickeln.
- Geben Sie keine sensiblen persönlichen Informationen preis.
- Lassen Sie sich nicht von weiteren Personen, die bei der Masche dazukommen, beeinflussen, dass solche Rituale Erfolg versprechend sind.
Die Polizei bittet außerdem darum, verdächtige Sachverhalte, Personen oder Fahrzeuge in dem Zusammenhang unter Telefon 04471/18600 zu melden. Die Ermittlungen dauern an.