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„Weltentdecker“ erobern Wohncontainer

Der provisorische Bau dient nur als Übergangslösung. Wann die neue Kindertagesstätte in Telbrake fertiggestellt wird, ist noch unklar.

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Emie und Ahmad spielen mit einem kleinen Baukran. Erzieherin Cornelia Beimforde, Bernhard und Sylvia Schmidt sowie Bürgermeister Kristian Kater (von links) schauen den Kindern über die Schulter. Foto: Speckmann

Emie und Ahmad spielen mit einem kleinen Baukran. Erzieherin Cornelia Beimforde, Bernhard und Sylvia Schmidt sowie Bürgermeister Kristian Kater (von links) schauen den Kindern über die Schulter. Foto: Speckmann

Der kleine Ben ist neugierig. Seine Nase klebt fast an der Fensterscheibe, als er in das Innere des Gebäudes blickt. Begleitet von seiner Mutter, möchte der Junge gerne wissen, was ihn künftig an den Vormittagen erwartet. Er gehört nämlich zu den Nutzern der Wohncontainer, die im Vechtaer Ortsteil Oythe errichtet wurden. Dort hat sich vorübergehend die neue Betreuungseinrichtung "Kita Schmidt - Die Weltentdecker" niedergelassen.

Bei dem Domizil an der Straße "Auf dem Horn" handelt es sich um eine Übergangslösung, bis die geplante Kindertagesstätte in Telbrake fertiggestellt ist. Einen konkreten Zeitpunkt nennt Bürgermeister Kristian Kater nicht, zumal noch letzte Details zur Bauausführung und die Ausschreibung für die einzelnen Gewerke erfolgen müssen. Bis zum Bezug der städtischen Immobilie dürfte es also gut und gerne ein Jahr dauern.

Flächenmangel erschwert Standort-Suche für Container

"Vechta wächst schneller als wir bauen können", sagt Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann. Sie weiß um den Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen, um der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht zu werden. Entsprechend erleichtert ist sie, dass die Übergangslösung kurzfristig realisiert werden konnte und sich auch der künftige Betreiber bereit erklärte, zum 1. Mai an den Start zu gehen, auch wenn dies in der Corona-Krise erst zwei Wochen später gelang.

Aufgrund des allgemeinen Flächenmangels sei es nicht einfach gewesen, einen Standort für die Container zu finden, ergänzt der Bürgermeister. Sein ausdrücklicher Dank gilt der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt, die das Gelände am Dorfplatz kostenlos zur Verfügung gestellt habe. Somit befindet sich die neue Betreuungseinrichtung in direkter Nachbarschaft zum örtlichen Kindergarten.

Gemeinnützige Gesellschaft übernimmt Trägerschaft

Die Trägerschaft liegt in Händen von Bernhard und Sylvia Schmidt, die mit ihrer gemeinnützigen Gesellschaft bereits den Krabbelgarten an der Allensteiner Straße betreiben. Zur Zeit der Einweihung im November 2007 war es die erste Kinderkrippe in der Stadt Vechta. "Das ist Pionierarbeit gewesen", erinnert sich Sylvia Schmidt. Sie zeichnet für den pädagogischen Bereich verantwortlich, während sich ihr Mann um die Verwaltung kümmert.

Mit den gesammelten Erfahrungen im Rücken machen die Eheleute nun den nächsten Schritt, auch wenn dieser über einen Umweg führen muss. Die Wohncontainer bieten Platz für zwei Gruppen, aufgeteilt in 15 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 25 Plätze in der Regelgruppe. Das enstpricht der Hälfte der Kapazitäten, die später in dem nur wenige hundert Meter entfernten Neubau an der Maximilian-Kolbe-Straße zur Verfügung stehen.

Die Wohncontainer auf dem Gelände an der Straße Auf dem Horn sind eine Übergangslösung, bis die geplante Kindertagesstätte an der Maximilian-Kolbe-Straße fertiggestellt ist. Foto: SpeckmannDie Wohncontainer auf dem Gelände an der Straße "Auf dem Horn" sind eine Übergangslösung, bis die geplante Kindertagesstätte an der Maximilian-Kolbe-Straße fertiggestellt ist. Foto: Speckmann

Die Leitung liegt in Händen von Cornelia Beimforde, die zu den Mitarbeitern der ersten Stunde zählt. Die Fachwirtin für Kindertagesstätten und ihr fünfköpfiges Team wollen dem Einrichtungsnamen „Die Weltentdecker“ gerecht werden. "Es ist wichtig für Kinder, etwas über sich und die Welt herauszufinden", sagt Beimforde. Neben der Erziehung zur Selbstständigkeit bildet auch die Sprachförderung einen Schwerpunkt des Konzeptes.

In der Küche des Hauses haben die Kinder schon Kekse gebacken. Das Spielen im Garten ist noch nicht möglich. Die Außenanlage muss noch hergerichtet werden. Auch die Parkplatzsituation bedarf einer Regelung. Die Stadt will Stellflächen auf der Straße "Auf dem Horn" markieren, damit die Eltern beim Hol- und Bringdienst nicht die Einfahrten der Anlieger blockieren. Hier hoffen die Betreiber auf ein gutes Miteinander.

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