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Weihbischof Theising besucht Caritas-Einrichtungen in der Region

Die Behindertenhilfen aus Cloppenburg und Dinklage berichten bei dem Besuch über ihre Probleme in der Corona-Zeit.

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Besuch in der Wäscherei „360 Grad“ in Cloppenburg: Dr. Gerhard Tepe (von links), Klaus Heidorn, Andreas Wieborg und Weihbischof Wilfried Theising. Foto: Landes-Caritasverband für Oldenburg

Besuch in der Wäscherei „360 Grad“ in Cloppenburg: Dr. Gerhard Tepe (von links), Klaus Heidorn, Andreas Wieborg und Weihbischof Wilfried Theising. Foto: Landes-Caritasverband für Oldenburg

"Die Arbeit hier bedeutet mir so ziemlich alles", sagt Anastasia S. Die blonde Frau im Rollstuhl ist eine von rund 2000 Personen, die durch den Caritas-Verein Altenoythe (CVA) betreut werden. Dessen Waschhaus "360 Grad" war am vergangenen Mittwoch eine der drei Stationen aus dem Bereich katholischer Behindertenhilfe im Oldenburger Münsterland, die der Weihbischof Wilfried Theising und Caritasdirektor Dr. Gerhard Tepe besucht haben. Der Anlass war das coronabedingt verschobene 101-jährige Jubiläum des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg.

"In der Werkstatt trifft man Freunde, vielleicht sogar seinen Partner oder seine Partnerin", beschreibt der CVA-Leiter des Bereichs Arbeit, Jan Lübbers, das Prinzip von Werkstätten. Auch wenn diese neuerdings kritisiert würden. Die 3-monatige Schließung aufgrund von Corona sei hart gewesen. "Nicht wenige Beschäftigte mit körperlichen oder seelischen Einschränkungen haben dadurch deutliche Rückschritte gemacht", weiß Einrichtungs-Vorstand Andreas Wieborg. Psychisch Kranke hätten sich teilweise zurückgezogen oder mussten sich sogar in stationäre Behandlung begeben, sagte Wieborg. Die Arbeit dort werde soweit heruntergebrochen, dass jeder Beschäftige daran mitwirken könne.

Fachkräftemangel stellt Kardinal-von-Galen-Haus Dinklage vor Probleme

Der größte Kunde sei ein bedeutendes Altenheim aus dem Landkreis Cloppenburg. Ein schmutziges Geschirrtuch von dort liege innerhalb von 24 Stunden gewaschen, gebügelt und gefaltet wieder zurück im Küchenschrank dieses Heims, heißt es in einer Pressemitteilung.

Man reinige nicht nur Tausende von Handtüchern oder Bettwäsche wie es  Industriebetriebe täten, sondern viel Kleinteiliges. Eben auch den Pullover, das Nachthemd oder die schmutzige Jacke der Heimbewohnerin. Das bedeute Abwechslung für die Beschäftigten. Auch Restaurants aus dem Landkreis oder Privatpersonen würden ihre Tischdecken oder Bettwäsche in den Cloppenburger Neuendamm 4 bringen.

Im gemeinsamen Gespräch im Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage: Klaus Heidorn (von links), Alexandra S., Stefanie S., und Weihbischof Wilfried Theising. Foto: Landes-Caritasverband für OldenburgIm gemeinsamen Gespräch im Kardinal-von-Galen-Haus in Dinklage: Klaus Heidorn (von links), Alexandra S., Stefanie S., und Weihbischof Wilfried Theising. Foto: Landes-Caritasverband für Oldenburg

Der Stolz der CVA-Verantwortlichen: Viele der 28 Beschäftigten sprächen inzwischen nicht mehr davon, dass sie in einer "Werkstatt" arbeiten, sondern stolz davon, in "ihrem Waschhaus" tätig zu sein.

Das größte Problem des Kardinal-von-Galen-Hauses Dinklage mit rund 300 Schülern und 250 Mitarbeitenden sei der Fachkräftemangel, berichtete Geschäftsführer Manfred Moormann. Dankbar hingegen sei er für den "wohlwollenden Boden" in Dinklage im Hinblick auf Menschen mit Behinderung.

Sichtbar werde dies an der erfolgreichen Umsetzung des Projekts "Dinklusiv" seit 5 Jahren. Dabei gibt es Tanzgruppen von Menschen mit und ohne Behinderung ebenso wie Fußballturniere oder ein Königsschießen. "Barrieren in den Köpfen wurden abgebaut und Barrierefreiheit wird bei Neubauten selbstverständlich mitgedacht", dankt Projektleiter Heinz Fischer.

Dank sprachen auch Weihbischof Theising und Caritasdirektor Tepe aus für alle in der Behindertenhilfe Tätigen: dass sie in der Corona-Krise – obwohl durch ihre eigenen Familien oft selbst belastet – alles getan hätten, um den Menschen mit Einschränkungen ein fester und nicht selten rettender Anker zu sein.

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