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Wasser und Lehm – eine abenteuerliche Mischung

Mit künstlichen Mulden hielten die Bauarbeiter das Regenwasser von der Baustelle des Medienhauses fern. Der „besondere Bau“ der Firma Ludwig Freytag wurde trotzdem pünktlich fertig (mit Bildergalerie).

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Sie erlebten eine intensive und erfolgreiche Zeit: Projektleiter und Bauingenieur Simon Varnhorn (links) und Jan Imsiecke, Gesellschafter und Geschäftsführer der OM-Medien. Foto: Götting 

Sie erlebten eine intensive und erfolgreiche Zeit: Projektleiter und Bauingenieur Simon Varnhorn (links) und Jan Imsiecke, Gesellschafter und Geschäftsführer der OM-Medien. Foto: Götting 

Was für den Ackerbauern durchaus nützlich und fruchtbar sein kann, wirkt für Bauarbeiter eher störend und bremsend. Der mit Lehmanteilen reich gesegnete Boden im Emsteker Ecopark bildete während der Bauphase für das neue Medienhaus immer wieder eine ungünstige Grundlage. Einerseits entstand nach Niederschlägen eine Schmierschicht, andererseits wirkte der Lehm wie eine Sperrschicht, die das Versickern des Regenwassers verhinderte. 

Simon Varnhorn fand die Bodenbeschaffenheit auch nicht optimal, kann als studierter Bauingenieur allerdings gut damit umgehen. Der Deindruper war während der Erstellung des neuen Verlagshauses der OM-Mediengruppe der verantwortliche Projektleiter für das Bauunternehmen Ludwig Freytag. Er kennt den Bau vom Fundament bis zur Inneneinrichtung und war zu allen Jahreszeiten auf der Baustelle präsent. 

Foto: Vorwerk
Foto: Vorwerk
Foto: Vorwerk
Foto: Vorwerk
Foto: M. Niehues
Foto: M. Niehues
Foto: M. Niehues
Foto: OM-Medien
Foto: OM-Medien

Auskoffern bis auf eine wasserdurchlässige Schicht

„Man weiß recht schnell, was zu tun ist, wenn man es mit so einem Boden zu tun hat“, beschreibt Varnhorn sein Vorgehen. Man habe an allen relevanten Stellen den Boden ausgehoben, bis man auf wasserdurchlässige Schichten gekommen sei. An anderen Stellen seien künstliche Mulden gebildet worden, um das Regenwasser zu sammeln und abzupumpen. Und am Ende hätten es weder der Regen noch der schmierige Lehm geschafft, den Baufortschritt aufzuhalten.

Das bestätigt auch Jan Imsiecke, Gesellschafter und Geschäftsführer der OM-Medien. Er gehörte gemeinsam mit Dr. Michael Plasse und Karl Themann zum Bauauschuss der OM-Mediengruppe und lobt die harmonische Zusammenarbeit mit der Firma Ludwig Freytag. „Es gab einen Projektplan mit einer Laufzeit von 18 Monaten und von Anfang an war die Schlüsselübergabe für den 14. Dezember 2023 geplant. Der Termin wurde punktgenau eingehalten“, lobt Imsiecke die Zuverlässigkeit der Baupartner.

Heute blickt Imsiecke selbst ein wenig verwundert auf das gelungene Werk, denn während der Planungs und Bauphase war die Corona-Pandemie noch akut und der Ukraine-Krieg brach aus. „Es gab dann schon Engpässe in der Beschaffung von Stahl, Beton, Glaswolle und Holz für Schalungsmaterial. Aber diese Sorgen haben uns nie wirklich erreicht, weil die Firma Ludwig Freytag als Großunternehmen diese Probleme mühelos puffern konnte.“

„Lange, bevor das Gebäude überhaupt stand, mussten wir genau wissen, was wir wollten und natürlich die passende Menge bestellen.“

Simon Varnhorn, Projektleiter der Firma Ludwig Freytag

Auch Simon Varnhorn hat eigentlich nie einen Stillstand auf der Baustelle erlebt. „Man muss den Markt und seine Ressourcen kennen und daraus korrekt die Lieferzeiten ableiten, dann kommt man zurecht“, sagt der pragmatische Projektleiter. „Kommunikation ist das A und O bei einem Projekt dieser Größe“. Varnhorn erinnert sich an die Planungs- und Beschaffungsphase für die olivbraunen Streckmetall-Elemente, die am Medienhaus als Fassadenverkleidung dienen. „Die Ware gab es in dieser Qualität und Beschaffenheit bei einem Hersteller in Italien, allerdings nur mit einer sehr langen Lieferzeit. Lange, bevor das Gebäude überhaupt stand, mussten wir genau wissen, was wir wollten und natürlich die passende Menge bestellen“. Aber auch das habe gut geklappt. 

Das OM-Medienhaus erreicht den KFW-Standard 40 plus

Jan Imsiecke blickt inzwischen auf rund 70 bis 80 Tage zurück, die er auf der Baustelle verbracht hat. Für ihn als Unternehmer ist das OM-Medienhaus nicht nur die bislang größte Baustelle, sondern auch eine in jeder Hinsicht neue Erfahrung. Bautechnisch habe man hier eine Mischung aus verschiedenen Bauarten und Rohstoffen. Es gebe ein Betongerippe. Die Außenwände hingegen wurden durch hochgedämmte Holzrahmenelemente gebildet.

Zudem habe man das Ziel verfolgt, sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich zu bauen. Mit einer Mischung aus Wärmedämmung, Photovoltaik und dem Einsatz von Luft-Wärmepumpen habe man es geschafft, den Standard KFW 40 plus zu erreichen. Auch für Simon Varnhorn, der schon viele Baustellen „vor der Brust“ hatte, ist das OM-Medienhaus ein „besonderer Bau gewesen. "Das war die richtige Entscheidung, das Nebengebäude, den Carport, als Träger einer Photovoltaikanlage zu nutzen, die 127 kW/P leistet“. 

Auch die anderen Aspekte des Medienhauses erlebt Varnhorn nicht jeden Tag. „Ich mag im Innern die offene Gestaltung mit den Glaswänden, das baut man nicht überall. Und mit einer Streckmetallfassade dieser Größe hat das Medienhaus in der Region ein echtes Alleinstellungsmerkmal“, so der Projektleiter.

Varnhorn betont aber noch einen anderen Aspekt, der das Medienhaus zu einem erfolgreichen Projekt hat werden lassen. „Der Bauherr legte Wert darauf, dass alle Gewerke möglichst von Firmen aus der Region bedient werden sollten. Das sicherte kurze Anfahrtswege, schnelle Reaktionen und nachbarschaftliches Handeln. Tatsächlich haben wir nur die Rohbauarbeiten an ein auswärtiges Unternehmen vergeben“, blickt Varnhorn zurück.

Das Thema Lehm und Regen war für den Projektleiter der Firma Ludwig Freytag übrigens längst erledigt, als es Jan Imsiecke noch einmal einholte. Als Mitglied des Bauauschusses war er zuletzt fast täglich auf dem Baugelände tätig und stand dort im Frühjahr '24 zusammen mit ratlosen Gärtnern und Pflasterern. Wegen der großen Niederschlagsmengen und des gestauten Regenwassers hatten sie alle Mühe, ihre Arbeiten überhaupt zu beginnen. Aber auch das ist Geschichte. Ganz ohne Wassermassen mag man im Medienhaus übrigens auch künftig nicht sein: Versteckt unter dem Gebäude gibt es eine Löschwasserzisterne mit 70.000 Litern Inhalt.

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