Wartungsarbeiten statt Spaß im Wasser
Die Gemeinde Bösel zieht ihre jährliche Überprüfung im Hallenbad aufgrund der Schließung vor. Rund 365.000 Liter sind bereits abgelassen
Claudia Wimberg | 06.11.2020
Die Gemeinde Bösel zieht ihre jährliche Überprüfung im Hallenbad aufgrund der Schließung vor. Rund 365.000 Liter sind bereits abgelassen
Claudia Wimberg | 06.11.2020

Allein im Bad: Schwimmmeister Matthias Raker muss auf Besucher erneut verzichten und übernimmt stattdessen die erforderlichen Wartungsarbeiten. Foto: Claudia Wimberg
Rund 365.000 Liter sind abgelassen. Ob sie in diesem Jahr noch mal wieder fließen werden, ist fraglich. Vier Wochen ist das Böseler Hallenbad offiziell geschlossen, „und ich kann ja nur hoffen, dass wir vor Weihnachten noch mal wieder ins Becken können“, sagt Schwimmmeister Matthias Raker, der selbst fünfmal die Woche in die Badehose steigt. Wasser, Besucher und Kurse mit Kindern und Erwachsenen, „all das fehlt wieder mal“, bedauert der 54-Jährige, der seit 15 Jahren in Bösel die Badeaufsicht führt. Die obligatorisch im Januar anstehenden Wartungsarbeiten wurden aufgrund des Lockdowns vorgeschoben und laufen aktuell. Die Fachfirma hat die Hydraulikstempel überprüft, Matthias Raker kontrolliert zurzeit das Filtermaterial im Maschinenraum sowie „alles, was beweglich ist.“ Die Zeit mit begrenztem Einlass und Einheiten sei „ganz gut gelaufen und die Gäste haben sich mit den Regeln arrangiert.“ Doch aufgrund der Tatsache, dass es nur einen reinen Schwimmbetrieb zur Gesunderhaltung geben konnte und damit Spiel und Spaß wegfielen, „habe ich natürlich kaum Kinder gesehen“, berichtet Raker. Wer noch nicht schwimmen konnte, hat es seit März auch nicht lernen können. „Wir haben keine Kurse angeboten, denn ich kann nicht vom Beckenrand aus Schwimmunterricht geben“, unterstreicht der Böseler die Notwendigkeit des Körperkontakts. Grundsätzlich könnten dreiviertel der Mädchen und Jungen vor ihrer Einschulung schwimmen, jetzt mögen es nach seinen Schätzungen „vielleicht nur ein Drittel sein.“ Und es werde dauern, bis die Warteliste 2021 abgearbeitet sei, „sollten wir dann einigermaßen normale Regelungen haben.“ Sollte dem nicht so sein, wird der Familienvater jedoch nicht arbeitslos, bleibt der Gemeinde Bösel flexibel erhalten und ist vielseitig einsetzbar. So hat der ausgebildete Tischler in den vergangenen Badpausen Schutzwände für die Schulen gebaut und Hausmeistertätigkeiten unternommen. Auch mit den Kollegen vom Bauhof war er unterwegs, versiegelte Fugen in der BiB-Arena oder übernahm Reparaturarbeiten auf den Spielplätzen. Den sportlichen Ausgleich findet er beim Joggen oder Spaziergängen mit dem Hund.Wenn das Schwimmen tatsächlich noch vor dem Fest wieder möglich sein kann, dauert es eine Woche, um Bad und Becken fit zu machen. Zwei Tage fließt das Wasser, das danach umgewälzt wird. Beim Neustart ohnehin erforderlich ist die Probenentnahme, die im laufenden Betrieb alle sechs bis acht Wochen erfolgen muss. Sechs Fläschchen müssen beim Landeshygieneinstitut eingereicht werden. Sie werden per Kurierdienst abgeholt, der Inhalt untersucht und der Prüfbericht zugestellt. Ein Prozess, der fünf Tage dauert, es sei denn, es gibt Beanstandungen. „Dann kommt die Meldung sofort, aber das hat es bei uns bisher noch nicht gegeben“, sagt Matthias Raker schmunzelnd.Lange Wartelisten für Schwimmunterricht
Probenentnahme für den Neustart erforderlich
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