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Von wegen altbacken: Heimatbund fegt kräftig Staub ab

Mit frischen Ideen und einer Digitaloffensive arbeiten Vorstand und Geschäftsleitung derzeit an einem neuen Image. Die Bemühungen scheinen sich zu lohnen.

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Geehrt: Stefan Schute (links) und Gisela Lünnemann (rechts) sowie Landrat Johann Wimberg (4. von links) gratulieren (von rechts) Franz-Josef Bohlke, Lisa Rolfes, Josef Meyer, Herbert Warnking und Josef Trenkamp.   Foto: G. Meyer 

Geehrt: Stefan Schute (links) und Gisela Lünnemann (rechts) sowie Landrat Johann Wimberg (4. von links) gratulieren (von rechts) Franz-Josef Bohlke, Lisa Rolfes, Josef Meyer, Herbert Warnking und Josef Trenkamp.   Foto: G. Meyer 

Einen wahren Modernisierungsschub hat die Corona-Krise beim Heimatbund Oldenburger Münsterland ausgelöst. Der seit 102 Jahren für die Kulturpflege in der Region zuständige Dachverband von derzeit 52 Heimatvereinen nutzte die Pandemie, um sich inhaltlich wie optisch neu auszurichten. Vor allem bei der Digitalisierung habe es Fortschritte gegeben, berichtete Geschäftsführerin Gisela Lünnemann während des Delegiertentages in Lastrup.

Die Versammlung fand mit 1,5-jähriger Verspätung in der Kulturscheune statt. 70 Delegierte durften teilnehmen, wobei streng auf die Einhaltung der Corona-Bestimmungen geachtet wurde. Im Beisein von Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg berichtete Lünnemann, was sich beim Heimatbund in den vergangenen Monaten getan hat. Sie betonte, dass der Vorstand sich bereits im Jubiläumsjahr 2019 zur Einleitung von Veränderungen entschlossen hatte. "Corona hat diese dann beschleunigt", erklärte die Geschäftsführerin. Sie nannte dafür auch die Gründe. So würden viele Menschen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta den Bund entweder gar nicht kennen oder ihn als zu altbacken und akademisch empfinden.

Um die Außenwahrnehmung zu ändern und sich einen zeitgemäßen Auftritt zu geben, stärkten Lünnemann und ihr Team die digitale Präsenz. Über seine Facebook und Instagram-Kanäle gibt der Heimatbund inzwischen regelmäßig Einblick in die tägliche Arbeit, stellt aktuelle Pläne vor und postet auch Persönliches. Die Mischung scheint zu stimmen. "Wir waren sehr schnell, sehr gut vernetzt und bekommen tolle Resonanz", berichtete Lünnemann. Die sozialen Medien ermöglichten nun,  neue – und auch jüngere –Adressatengruppen zu erreichen.

Heimatvereine lassen sich digital helfen

Seine Erfahrungen gebe das Team gern an die Heimatvereine weiter, hieß es. Wer nicht die gesamte Klaviatur des Internets bespielen möchte, kann sich von der zuständigen Mitarbeiterin Gabriele Henneberg auch beim Entwickeln einer Internetseite helfen lassen. 6 solcher Webpräsenzen hat sie neben dem eigenen Onlineauftritt bereits gestaltet. Eine wichtige Rolle spielt auch die neue Bibliothek des Heimatbundes in Vechta. Sie soll künftig so etwas wie das digitale Gedächtnis des Oldenburger Münsterlandes sein.

Analog geht der Heimatbund ebenfalls mit der Zeit. Das Jahrbuch wurde bereits 2020 einem gründlichen Facelift unterworfen. Die jahrzehntelang arg textlastige Lektüre überraschte mit deutlich lesbareren Beiträgen zu aktuellen Themen. Große Farbfotos unterstrichen den frischen Eindruck. Im November soll die nächste Ausgabe herauskommen. Gisela Lünnemann weckte bei den Delegierten bereits hohe Erwartungen und kündigte unter anderem ein "sensationelles Interview" an. Mehr werde noch nicht verraten.

Im "Netzwerken" sieht die Geschäftsführerin eine weitere Hauptaufgabe des Vorstands. Der Heimatbund pflegt Kooperationen mit der Katholischen Akademie Stapelfeld, dem Science Shop der Uni Vechta sowie den regionalen Schulen. Besonders am Herzen liege  ihr die Zusammenarbeit mit dem Verbund Oldenburger Münsterland, betonte Lünnemann. Der Name lädt zu Verwechslungen ein, im Gegensatz zum Heimatbund kümmert sich der Verbund um die wirtschaftliche Stärkung der Region. Zwischen beiden gebe es vielversprechende Gespräche, sagte Lünnemann.

"Heimat hat Zukunft."Gisela Lünnemann

"Heimat hat Zukunft, vor allem mit unseren Heimatvereinen als Kulturträgern vor Ort. Wir wollen viel bewegen für die Kultur in der Region", betonte Gisela Lünnemann. Das sei aber nur gemeinsam zu schaffen. Lastrups Bürgermeister Michael Kramer und Johann Wimberg begrüßten die Neuausrichtung ausdrücklich und sagten dem Heimatbund ihre Unterstützung zu. 

Ehrungen gab es auch: Präsident Stefan Schute würdigte den Einsatz von Herbert Warnking (Lohne), Josef Meyer (Hemmelte), Lisa Rolfes (Lastrup), Josef Trenkamp (Markhausen)und Franz-Josef Bohlke (Vechta). Alle fünf engagieren sich auf unterschiedliche Weise für ihre Heimatvereine und den Heimatbund.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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