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Vom Föhn über Farbe bis hin zum Funkenflug

So testen Schülerinnen und Schüler verschiedene Handwerksberufe im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms (BOP) bei der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg.

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Joshua Kluth probierte sich im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms als Friseur. Foto: Kreishandwerkerschaft Cloppenburg

Joshua Kluth probierte sich im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms als Friseur. Foto: Kreishandwerkerschaft Cloppenburg

Ein konzentrierter Blick auf die Malerschablone, das leise Surren einer Maschine, der Geruch von frischem Holz in der Luft – in den Werkstätten der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg schnupperten 125 Schülerinnen und Schüler der Marienschule Cloppenburg in verschiedene Handwerksberufe rein, wie die Kreishandwerkerschaft mitteilt. Hintergrund der Aktion sei, heißt es weiter, das bundesweit stattfindende Berufsorientierungsprogramm (BOP), an dem auch Mädchen und Jungen der Grund- und Oberschule Lindern sowie der Oberschule Lastrup teilnehmen. Verantwortlich sei die Handwerker-Akademie Oldenburger Münsterland, die in Cloppenburg und Vechta das BOP durchführt.

Und die Möglichkeiten seien vielfältig: Während an einem Arbeitsplatz Metall präzise bearbeitet wurde, entstand wenige Meter weiter ein kleines Holzwerkstück, im Nebenraum wurde eine Frisur gestylt und im Büro ein Geschäftsprozess geplant. Vorgestellt werden die Bereiche Bau- und Zimmererhandwerk, Elektrotechnik, Friseurhandwerk, Kaufleute für Büromanagement, Maler- und Lackiererhandwerk, Metall- und Feinwerkmechanik, Tischlerhandwerk, Social Media, SHK (nur Standort Vechta), KfZ (nur Standort Vechta) und Pflege (nur Standort Vechta).

Unter Anleitung von Malermeisterin Eva Hubert arbeiten die Schülerinnen ruhig und konzentriert. Foto: Kreishandwerkerschaft CloppenburgUnter Anleitung von Malermeisterin Eva Hubert arbeiten die Schülerinnen ruhig und konzentriert. Foto: Kreishandwerkerschaft Cloppenburg

Und die Jugendlichen arbeiteten in den professionellen Ausbildungswerkstätten und Praxisräumen – keine Simulation, sondern reale Ausbildungsumgebung. Ziel des Programms sei es, Jugendliche frühzeitig bei ihrer Berufswahl zu unterstützen und ihnen praktische Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder zu ermöglichen. Nach einer Potenzialanalyse würden unterschiedliche Berufsfelder während der Werkstatttage durchlaufen. Neben handwerklichem Geschick würden auch Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen eine wichtige Rolle spielen. Am Ende des Programms erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat, das sie bei späteren Bewerbungen nutzen können.

Und die Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern sei durchweg gut. So entdeckten einige ungeahnte Talente an sich. Der 13-jährige Kenan etwa von der Grund- und Oberschule Lindern stellte überrascht fest: „Ich kann Locken machen! Dass ich das geschafft hab’! Das war im Friseurbereich.“

Die Vermutung, dass Handwerk langweilig sei, verneinten die Jugendlichen. „Stimmt auf jeden Fall nicht“, betonte Lucia, 14 Jahre, von der Oberschule Lastrup, „man macht unterschiedliche Dinge und nicht immer dasselbe“.

Zufrieden waren auch die begleitenden Lehrkräfte. „Manche meinen, die Berufsorientierung sei relativ früh“, berichtete Tina Geers von der Oberschule Lastrup. „Ich finde, der Zeitpunkt ist genau richtig. In dem Alter fängt man an, sich Gedanken zu machen.“

  • Info: Laut Mitteilung startet der nächste Durchgang des Berufsorientierungsprogramms im Mai mit der Oberschule Pingel Anton. Interessierte Schulen können sich bei den Koordinatoren der Handwerker Akademie Oldenburger Münsterland unter Telefon 04471/17922 melden.

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