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Visbeker Firma meldet Patent gegen Corona an

Aus Hühnereiern sollen Antikörper gewonnen werden, die dann Menschen gegen das Virus SARS-CoV-2 schützen, teilt die Firma IgNova mit. Sie ist Teil der EW Group.

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Die Zentrale: Die EW Group, zu der auch IgNova gehört, sitzt in Hogenbögen. Foto: Ebert

Die Zentrale: Die EW Group, zu der auch IgNova gehört, sitzt in Hogenbögen. Foto: Ebert

Im Kampf gegen das Coronavirus könnte einem Visbeker Unternehmen eine wichtige Rolle zukommen: Die Firma IgNova aus Hogenbögen arbeitet an einer Lösung, um die Infektion von Menschen mit dem Virus SARS-CoV-2 zu hemmen.

IgNova hat ein Patent angemeldet, bei dem es darum geht, aus Hühnereiern Antikörper gegen das Coronavirus zu gewinnen. Menschen könnten die Antikörper zu sich nehmen und damit eine "passive Immunisierung" gegen das Virus erlangen, teilte Pia Becker von IgNova mit.

Die Antikörper für diese passive Immunisierung entstehen außerhalb des menschlichen Körpers. Das unterscheidet sie von einer "aktiven Immunisierung", bei der Menschen die Antikörper nach einer Impfung selbst produzieren. Bei dem nun von IgNova zur Patentierung angemeldeten Verfahren sollen Antikörper dem menschlichen Körper von außen zugeführt werden: Durch Kautabletten, Sprays oder Mundspülungen, teilt die Firma mit.

Foto: dpa  CdcZUMA WireFoto: dpa / Cdc/ZUMA Wire

Die Firma erwartet, dass ihr Stoff "sofortigen Schutz" gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 bietet. Die nun zur Patentierung angemeldete Technologie stelle eine "sichere, wirtschaftliche und unbegrenzte Quelle" von Antikörpern dar, erklärt Becker. Wie lange der Schutz nach der Zuführung von Antikörpern anhalte, sei derzeit allerdings noch nicht bekannt, heißt es auf Anfrage der Redaktion.

Konkret gehe es darum, das Coronavirus an die Antikörper zu binden und somit zu neutralisieren. Dadurch solle die Infektion eines Menschen gehemmt werden, erklärt Becker.

Mit Hühnereiern gegen das Virus

Hühner spielen bei der Gewinnung der Antikörper die entscheidende Rolle. Laut Becker kommen die Tiere bei dem präsentierten Verfahren in Kontakt mit Teilen des Coronavirus, ohne dadurch gefährdet zu sein. Der Körper der Vögel bildet dann Antikörper. Diese sind auch in ihren Eiern zu finden und werden daraus für die verschiedenen Anwendungen herausgelöst.

Die Firma sei jetzt "im letzten Forschungsstadium", erklärt Michael Gerrits, Managing Director von IgNova. Das Unternehmen arbeite "eng mit wissenschaftlichen Institutionen und potenziellen strategischen Partnern zusammen", so Gerrits weiter, um die Technologie marktreif zu machen. Demnach hätten erste Tests bereits begonnen. Die Firma hoffe, sagt Gerrits, Produkte auf Basis der jetzigen Entdeckung im vierten Quartal 2020 auf den Markt zu bringen.


  • Info: Die Firma IgNova ist nach eigener Darstellung ein biopharmazeutisches Start-up mit Sitz in Hogenbögen und Partner-Produktionsstandorten in den USA, in Japan und in Europa. Es gehört zur EW Group.

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