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Vier Wehren bekämpfen Moorbrand in Vechta

Haushohe Flammen breiteten sich am Samstag im Grünenmoor in Vechta aus. Die Löscharbeiten dauern an und werden am Sonntag fortgesetzt.

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Haushohe Flammen beim Eintreffen der Feuerwehren im Grünemoor. Foto: Feuerwehr Vechta/ D. Belling

Haushohe Flammen beim Eintreffen der Feuerwehren im Grünemoor. Foto: Feuerwehr Vechta/ D. Belling

Alles spricht dafür, dass eine weggeworfene Zigarette einen riesigen Moorbrand im Grünenmoor in Vechta in Gang gesetzt hat. Die Leitstelle war kurz nach 20 Uhr zunächst von einem kleineren Flächenbrand am Neuen Damm ausgegangen. Als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, konnten sie sofort sehen, dass sich haushohe Flammen in einem renaturierten Bereich ausbreiteten.

Der Materialaufwand bei Löscharbeiten im Moor ist gigantisch: Schläuche müssen mitunter kilometerweit verlegt werden. Foto: M. NiehuesDer Materialaufwand bei Löscharbeiten im Moor ist gigantisch: Schläuche müssen mitunter kilometerweit verlegt werden. Foto: M. Niehues

Warmes Wetter und der Wind begünstigten die Ausbreitung des Brandes, der nach Auskunft von Einsatzleiter Christian Heitmann nur mit einem Großaufgebot von Feuerwehrkräften in den Griff zu bekommen war. Denn insgesamt brannten über einen Hektar Fläche.

Viel hilft viel: Feuer im Moor breiten sich unter der Grasnarbe unsichtbar weiter aus: Wasser in großen Mengen kann das stoppen. Foto: M. NiehuesViel hilft viel: Feuer im Moor breiten sich unter der Grasnarbe unsichtbar weiter aus: Wasser in großen Mengen kann das stoppen. Foto: M. Niehues

Alarmiert wurden entsprechend die Wehren aus Vechta, Langförden, Goldenstedt und Lutten, die allesamt beste Erfahrung in der Bekämpfung von Moorbränden haben. Denn brennende Torfflächen sind tückisch. Die Oberfläche sieht nach Wassereinsatz mitunter gelöscht aus, aber das Feuer breitet sich unter der Grasnarbe unsichtbar weiter aus. Um solche Glutnester zu entdecken, setzten die Feuerwehrleute auch Drohnen mit Wärmebildkameras ein, die aus der Luft die kritischen Stellen entdeckten.

Wer sich bis zum Brandherd vorarbeitet, muss sich selber schützen. Ein Feuerwehrmann lässt sich deshalb von einem Kameraden nass spritzen. Foto: M. NiehuesWer sich bis zum Brandherd vorarbeitet, muss sich selber schützen. Ein Feuerwehrmann lässt sich deshalb von einem Kameraden nass spritzen. Foto: M. Niehues

Die Kameraden konnten dann gezielt zu Hotspots geführt werden, um diese nachhaltig zu löschen. Wobei das Moor sehr tückisch ist. Ein Hydrant in der Mitte des Moores funktionierte zunächst nicht. Deshalb mussten die Kameraden sehr viele Schläuche verlegen, um das Löschwasser an die richtigen Stellen zu pumpen. Und mit einbrechender Dunkelheit wurde das Moor für die Einsatzkräfte auch zu einer Gefahr. Denn es lässt sich noch schwerer erkennen, welcher Bereich sicher betreten werden kann und welcher ein moorastiger Sumpf ist. Ein falscher Schritt zur Seite birgt hier große Risiken.

Kurze Besprechung, dann gehts wieder zum Brandherd. Zur Bekämpfung bewährt haben sich auch altgediente Feuerpatschen. Dann ist Manpower gefragt. Foto: M. NiehuesKurze Besprechung, dann gehts wieder zum Brandherd. Zur Bekämpfung bewährt haben sich auch altgediente Feuerpatschen. Dann ist Manpower gefragt. Foto: M. Niehues

Ein Fahrzeug fuhr sich im Einsatz dann auch fest. Das ist im Moor aber das kleinste Problem und lässt sich schnell beheben. Immer wieder spannend zu sehen ist, dass gerade bei Moorbränden die große Bandbreite der Feuerbekämpfung zum Einsatz kommt, weil die hiesigen Wehren ausgiebige Erfahrung damit sammeln konnten. Und so kommt die altgediente Feuerpatsche genauso zum Zuge wie Wasserrucksäcke mit Spritzen und modernste Roboter, die die Feuerwehrkräfte unterstützen.

Ein Wasserrucksack wird aufgefüllt. Der Tank auf dem Rücken liefert das Löschwasser für die Spritze. Foto: M. NiehuesEin Wasserrucksack wird aufgefüllt. Der Tank auf dem Rücken liefert das Löschwasser für die Spritze. Foto: M. Niehues

Insgesamt konnte Einsatzleiter Christian Heitmann verzeichnen, dass der großflächige Brand trotz der widrigen Umstände schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Weil das Moor bei Dunkelheit für die Einsatzkräfte aber hohe Risiken birgt, haben die Wehren alles gegeben, um bis spät in die Nacht die betroffene Fläche so nass wie möglich zu bekommen, damit sich das Feuer nicht weiter ausbreiten kann. Um die Einsatzkräfte nicht zu gefährden, wurde der Einsatz in der Nacht zunächst unterbrochen. Bei Tageslicht sollen diese am Sonntag dann fortgeführt werden.

Festgefahren: Das lässt sich bei Dunkelheit im Moor nie ganz vermeiden. Für die Feuerwehr kein Hindernis. Der Wagen wird schnell wieder herausgezogen. Foto: M. NiehuesFestgefahren: Das lässt sich bei Dunkelheit im Moor nie ganz vermeiden. Für die Feuerwehr kein Hindernis. Der Wagen wird schnell wieder herausgezogen. Foto: M. Niehues

Die Zigarettenkippe hat die Polizei laut Feuerwehr übrigens als Beweismaterial eingesammelt. Möglicherweise lässt sich damit der leichtsinnige Verursacher ermitteln.

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