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Viele Spender wollen etwas bewegen

Eine Familie aus Emstek ist dringend auf ein Auto angewiesen, in dem der Sohn mitsamt seinem Rollstuhl Platz hat. Vion-Mitarbeiter wollen helfen – und verzichten dafür auf ihre Impfprämie.

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Spendenübergabe: Simone von Dreele aus der Vion-Personalabteilung und Bernd Janssen (Geschäftsführer Vion Emstek) überreichten die Summe an Reiner kleine Holthaus (Geschäftsführer Stiftung, 2. von links) und Hubertus Aumann (Vorsitzender der Stiftung, 2. von rechts). Foto: Vorwerk

Spendenübergabe: Simone von Dreele aus der Vion-Personalabteilung und Bernd Janssen (Geschäftsführer Vion Emstek) überreichten die Summe an Reiner kleine Holthaus (Geschäftsführer Stiftung, 2. von links) und Hubertus Aumann (Vorsitzender der Stiftung, 2. von rechts). Foto: Vorwerk

Die Erfüllung des Wunsches nach einem Auto, in dem auch Sohn Fabian mit seinem Rollstuhl Platz hat, ist für eine Emsteker Familie zum Greifen nah. Nicht zuletzt durch das Engagement zahlreicher Vion-Mitarbeiter ist man dem Preis für Kauf und Umrüstung des Ford Tourneo ein gutes Stück näher gekommen. Das Ziel von 50.000 Euro ist aber noch nicht erreicht. 

Die Betriebsleitung des Schlachhofes in Westeremstek hatte als Impfanreiz eine Prämie ausgelobt. Gleichzeitig hatte man dort von der Familie erfahren, die auf Unterstützung angewiesen ist, und so fügte es sich, dass mehrere Mitarbeiter auf die Prämie zugunsten von Fabian verzichteten. "Es spendeten auch Kollegen, die gar keine Prämie bekommen haben", freute Simone von Dreele aus der Personalabteilung.

1500 Euro sind so zusammengekommen, die am Freitag an die Bürgerstiftung der Gemeinde Emstek überreicht wurden. Die Stiftung hat sich als Bindeglied zur Verfügung gestellt und kann entsprechende Bescheinigungen ausstellen. Über die Institution wird auch der Kauf des Fahrzeugs abgewickelt. "Wir kommen mit dem Geld gar nicht in Berührung", erzählte die Mutter bei dem Pressetermin.

8500 Euro sind auf dem Stiftungskonto eingegangen

"Die Firma Vion steht stellvertretend für weitere Unternehmen und Einzelpersonen, die zu diesem Zweck gespendet haben. Dass sich die Mitarbeiter hier engagieren, sticht heraus", sagt Reiner kleine Holthaus, Geschäftsführer der Stiftung. 8500 Euro aus der Region sind in den vergangenen Wochen auf dem Stiftungskonto eingegangen, nachdem Vorsitzender Hubertus Aumann in einem Weihnachtsbrief auf das Schicksal von Fabian aufmerksam gemacht hatte. Rund 22.000 Euro hat die Familie in der zurückliegenden Zeit selber eingeworben, was für die Eltern kein einfacher Schritt war. Da war immer dieser Funken Hoffnung, dass Fabian auf eigenen Beinen durchs Leben geht. Deshalb haben sich seine Mutter und sein Vater jahrelang gescheut, bei Firmen und Privatleuten um Unterstützung zu werben.

Für Hubertus Aumann ist dieser Fall das richtige Beispiel, wofür unter anderem die Bürgerstiftung zuständig ist. "Es geht hier um Teilhabe am Leben, damit Fabian nicht nur zum Arzt, sondern auch zu Verwandten oder in den Urlaub mit dem Auto mitfahren kann." Mit ihrem bisherigen Fahrzeug, das für den Neukauf in Zahlung gegeben wird, war dies besonders in jüngster Zeit immer anstrengender. Der Rollstuhl passt so gerade in den Kofferraum, doch der 11-Jährige muss von Vater oder Mutter in den Kindersitz gewuchtet werden, dem er mittlerweile entwachsen ist. "Das kann bis zu 20 Minuten dauern", berichtet die Mutter. Deshalb ist man gestern zum Termin im Rathaus vom Ortsrand aus auch lieber zu Fuß gegangen.

Kein Gepäckstück, sondern Mitfahrer

Für die Familie war es bei der Wahl des Fahrzeuges außerdem wichtig, dass der Junge mitsamt dem Rollstuhl nicht im Kofferraum steht. "Er ist schließlich kein Gepäckstück und soll neben seinen beiden Geschwistern sitzen." Der neue Transporter muss noch umgebaut werden und bekommt eine Rampe sowie Befestigungspunkte für den Rollstuhl, in dem Fabian während der Fahrt sitzen kann. Eine Firma aus Edewecht wird sich darum kümmern. Die Kosten für die Umrüstung trägt der Landkreis Cloppenburg. Für das Auto hingegen gibt es keine offizielle Förderung.

Anfangs hatte sich das Paar an die Lumia-Stiftung gewandt, die in Finanzierungsfragen den betroffenen Familien beratend zur Seite steht. Von dort gab es auch die Empfehlung, sich gleich zu Beginn an die örtlichen Medien zu wenden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. "Das wollten wir aber nicht. Emstek ist ein kleiner Ort, der sehr sozial ausgerichtet ist. Da wollten wir nicht als Bittsteller auftreten", machte die Mutter gestern klar und erklärte damit auch, warum die Familie nicht auf ein gemeinsames Foto mit den Spendern wollte.

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