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Verantwortliche von BW Lohne wehren sich gegen Aussagen zum Stadion-Umbau

Die Führung des Turn- und Sportvereins will einiges geraderücken, was in den vergangenen Wochen über das Großprojekt gesagt wurde. Sie fühlt sich in Teilen ungerecht behandelt.

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Das sportliche Zentrum Lohnes: das Heinz-Dettmer-Stadion und die Anlage des benachbarten Tennisvereins in einer aktuellen Drohnenaufnahme.  Foto: Jehle

Das sportliche Zentrum Lohnes: das Heinz-Dettmer-Stadion und die Anlage des benachbarten Tennisvereins in einer aktuellen Drohnenaufnahme.  Foto: Jehle

Nicht nur während der politischen Debatte, sondern auch während des nun endenden Bürgermeisterwahlkampfs waren die Pläne des Turn- und Sportvereins Blau-Weiß Lohne (BWL), das Heinz-Dettmer-Stadion an der Steinfelder Straße umzubauen und zu erweitern, immer mal wieder ein Thema. Einige der in jüngster Zeit getätigten Äußerungen zu dem Projekt wollen die BWL-Verantwortlichen nicht unkommentiert lassen. 

Während eines Pressegesprächs nahmen jüngst Präsident Christian Tölke, Geschäftsführer Torsten Jehle und Manuel Arlinghaus, Abteilungsleiter Fußball, Stellung zu den Behauptungen. Tölke sagt: "Wir möchten etwas geraderücken." Er betont, dass BWL politisch neutral sei und dies auch bleiben wolle. 

Das ambitionierte Vorhaben, bei dem es vor allem darum geht, die Trainings- und Spielkapazitäten für die 54 Fußballmannschaften – deutschlandweit liegt BWL damit auf Platz 2 – auszubauen und einen jahrzehntelangen Sanierungsstau zu beheben, umfasst mehrere Bauabschnitte und könnte – die Zustimmung der Politik immer vorausgesetzt – bis 2025/26 abgeschlossen werden. Sollte die BWL-Wunschplanung umgesetzt werden, würde sich eine Investitionssumme von knapp 11,8 Millionen Euro ergeben.

"Wir haben alles öffentlich gemacht, haben alles offen gelegt."Christian Tölke, Präsident von Blau-Weiß Lohne

In ersten Schritt legt BW Lohne jetzt den Platz drei als Naturrasen neu an. Platz vier wandelt der Verein in einen Kunstrasenplatz um. Dazu muss die dortige Böschung zum Teil zurückgebaut und angepasst werden. Den Belag des Kunstrasenplatzes zwei tauscht der Turn- und Sportverein aus. Die vorbereitenden Arbeiten für das insgesamt 2,152 Millionen Euro teure Bauvorhaben sind kürzlich gestartet.

Der Stadtrat hatte dem Verein für den ersten Bauabschnitt mit deutlicher Mehrheit einen Zuschuss gemäß der Sportförderrichtlinien von 75 Prozent der anfallenden Baukosten gewährt, maximal 1,323 Millionen Euro. Zudem votierte das Gremium nach einer kontroversen Debatte für eine vollständige Übernahme der Planungskosten, die sich auf maximal 388.000 Euro belaufen. Eine weitere Entscheidung: Im Falle eines Vorsteuerabzugs fordert die Stadt den Zuschuss anteilig zurück.

Anteil am ersten Bauabschnitt beträgt 440.000 Euro

Tölke betont, dass BWL nach mehreren erfolglosen Anläufen der Verwaltung und der Politik – wie immer wieder gefordert – eine Gesamtplanung vorgelegt habe. "Wir haben alles öffentlich gemacht, haben alles offen gelegt." Teil dieser Transparenzoffensive sei auch eine Präsentation des gesamten Projekts gewesen, an der jedoch lediglich die CDU und SPD teilgenommen hätten. "Auch im Anschluss waren wir immer gesprächsbereit."

Der BWL-Präsident geht auf Unterstellungen ein, wonach die Blau-Weißen die weiteren Zuschüsse schon sicher hätten. "Das stimmt nicht. Allein für den ersten Bauabschnitt müssen wir einen Eigenkapital-Anteil von 440.000 Euro aufbringen. Das ist auch für uns ein großer finanzieller Kraftakt. Es ist deshalb zu diesem Zeitpunkt noch keinesfalls sicher, ob die weiteren Teilprojekte überhaupt Realität werden." Er unterstreicht: "Ich sage derzeit nicht, dass nach A zwangsläufig B kommt."

Auslastung im Heinz-Dettmer-Stadion ist immens

Jehle wiederholt, dass die Politik bisher lediglich zum ersten Bauabschnitt ihre Zustimmung gegeben habe. Er greift den Zwist um die 100-prozentige Übernahme der Planungskosten auf und sagt: "Wir waren nicht der erste Verein, bei dem so verfahren wurde." Aus diesem Grund sei BWL auch in keiner Weise bessergestellt worden. Im Gegenteil: So sei nur BWL durch den Ratsbeschluss zur Rückzahlung eines möglichen Vorsteuerabzugs an die Stadt verpflichtet worden. "Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass vor dem Steuergesetz jeder Verein gleich ist und somit auch die gleichen Möglichkeiten und Risiken hat. Somit kann und sollte jeder Verein die Möglichkeiten eines Vorsteuerabzugs im Rahmen eines Bauvorhabens im Vorfeld durch einen Steuerberater prüfen lassen."

Arlinghaus geht auf die immense Auslastung der Plätze im Stadion ein. "Bei BW Lohne teilen sich prozentual gesehen zehn Mannschaften einen Platz. Das gibt es sonst nirgendwo in der Region." Diese Situation schüre großen Unmut innerhalb des Vereins. "Wir halten einige Aktive seit Jahren hin." Arlinghaus berichtet, dass wöchentlich Anfragen von Eltern eingingen, die ihre Kinder anmelden wollten. Der hohen Nachfrage könne man schon länger nicht mehr in allen Fällen nachkommen. "Es ist jetzt an der Zeit, dass wir handeln."

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