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Universität Vechta: Neue Präsidentin will Mut und Verantwortung sehen

Verena Pietzner spricht sich bei ihrer offiziellen Amtseinführung für eine Weiterentwicklung des Transformationsprozesses aus. Aufhorchen lassen Spekulationen über eine Stiftungshochschule.

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Offizielle Amtseinführung an der Universität Vechta: Präsidentin Professorin Dr. Verena Pietzner (Mitte) freute sich über den Besuch von Minister Björn Thümler (2. von rechts). Weitere Glückwünsche gab es von Dr. Martin Kühling (stellvertretender Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Vechta, links), Dr. Josef Lange (Vorsitzender des Hochschulrates) und Dr. Marion Rieken (Vize-Präsidentin für Personal und Finanzen). Foto: Speckmann

Offizielle Amtseinführung an der Universität Vechta: Präsidentin Professorin Dr. Verena Pietzner (Mitte) freute sich über den Besuch von Minister Björn Thümler (2. von rechts). Weitere Glückwünsche gab es von Dr. Martin Kühling (stellvertretender Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Vechta, links), Dr. Josef Lange (Vorsitzender des Hochschulrates) und Dr. Marion Rieken (Vize-Präsidentin für Personal und Finanzen). Foto: Speckmann

Professorin Dr. Verena Pietzner steht seit Anfang dieses Jahres an der Spitze der Universität Vechta. Sie hat klare Vorstellungen, wie sie die Hochschule stärken und weiterentwickeln will – mit Mut und Verantwortung. Dass es sich hier keinesfalls um Lippenbekenntnisse handeln soll, hat die neue Uni-Präsidentin am Mittwoch in ihrer Antrittsrede zur offiziellen Amtseinführung betont.

Die Veranstaltung fand aufgrund der Pandemie erst jetzt statt. Unter den etwa 100 geladene Gästen: Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU). Er hob Pietzners langjährige Berufserfahrung im Hochschulsystem hervor. Sie habe sich bereits an verschiedenen Stellen profiliert und sei nun an einer Universität angekommen, die in der Region fest verankert sei und daraus auch ihre Kraft ziehe.

Neben der guten Vernetzung mit der Wirtschaft kam Thümler auf eine Stärkung des Standortes durch die katholische Kirche zu sprechen, die über das Konkordat hinausreichen könnte. Stichwort: Stiftungshochschule. Er spekulierte über die landesweite Einführung eines Modells, das sich zunächst auf 2 Jahre begrenzen ließe. Die nächste Legislaturperiode könne spannend werden, so der Minister mit Blick auf eine etwaige Gesetzesänderung.

Der Minister hob die Lehrerbildung als Grundlage der Universität Vechta hervor und ging ferner auf die "Transformation ländlicher Räume" ein. In diesem Bereich gebe es riesige Herausforderungen in den nächsten Jahrzehnten. Die Gründung des entsprechenden Instituts an diesem Standort sei „goldrichtig“ gewesen. Hier gebe es große Potenziale, mit denen sich die Universität Vechta in Niedersachsen und darüber hinaus einen Namen machen könne.

Hochschule erhält Unterstützung durch die Region

Dr. Josef Lange, Vorsitzender des Hochschulrates, bezeichnete die Unterstützung durch die Region als beispielhaft. Andere Hochschulen würden Vechta darum beneiden. Dr. Martin Kühling, stellvertretender Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Vechta, griff den Bezug zum ländlichen Raum ebenfalls auf: „Die Universität hat Akzente gesetzt. Das Transformationsmanagement tut der Region gut.“

Dass dieser erfolgreich beschrittene Weg eine Fortsetzung erfahren soll, konnten die Gäste aus der Ansprache der neuen Präsidentin ablesen. Für Untersuchungen auf diesem Forschungsgebiet gebe es nur wenige Standorte in Deutschland, die bessere Voraussetzungen mit sich bringen würden, meinte die 49-Jährige. Die große Stärke der Universität Vechta liege darin, dass sie eben nicht in einer großen Metropole angesiedelt sei.

Der Transformationsprozess müsse gefestigt und kontinuierlich weitergedacht werden, so Pietzner. Nach ihrer Auffassung gebe es keinen Studiengang, der hier nicht in den Blick genommen werden könnte. Wichtig sei es, sich den Fragen nicht nur zu stellen, sondern sie auch zu beantworten. „Wir müssen dazu aber auch den Mut haben, unser Profil weiterzuentwickeln.“

Die Präsidentin zeigte sich davon überzeugt, dass auch der interne Transformationsprozess gelinge und sich langfristig auszahlen werde. Ziel sei es, das ganze Haus strategisch auszurichten. Der Standort müsse sowohl für Wissenschaftler als auch für Studierende attraktiver werden. Ihnen müsse gezeigt werden, dass ein Studium in Vechta Vorzüge habe, die man in Berlin oder München nicht finde.

Wie wichtig Verantwortung ist, machte Pietzner als überzeugte Didaktikerin beispielhaft an den Lehramtsstudiengängen fest. Die Absolventen würden bei ihrer Tätigkeit in den Schulen über Lebenswege entscheiden. Sie müssten die Kinder in ihrer prägenden Lebensphase aktiv und wertschätzend begleiten. Darum sei es wichtig, den Studierenden ihre Verantwortung für die spätere Berufswelt aufzeigen.

„Ich möchte, dass wir unseren Leitsatz im Herzen führen und in Zukunft noch überzeugter in Anwendung bringen.“Professorin Dr. Verena Pietzner, Präsidentin der Universität Vechta

Den mehrfach zitierten Leitspruch „Hochschule in Verantwortung“ übertrug die Präsidentin auch auf die Mitarbeiter ihres Hauses. Fakultäten sollten in ihren Handlungsmöglichkeiten gestärkt werden, sich mit ihren strategischen Zielen auseinandersetzen und über den Einsatz ihrer Budgets selbst entscheiden. „Ich möchte, dass wir unseren Leitsatz im Herzen führen und in Zukunft noch überzeugter in Anwendung bringen.“

Die Präsidentin sprach sich für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe aus, damit das „Gesamtunternehmen Universität Vechta“ gelinge. Sie habe Menschen kennengelernt, die sich als Teil des Teams sehen und die Hochschule weiterentwickeln wollten. Das sei ein "enorm starkes Fundament". Der Erfolg hänge nun davon ab, was in der Breite gelebt und umgesetzt werde. „Es gibt viel zu tun in Vechta, aber wir können auch viel schaffen!“

Zur Person

  • Professorin Dr. Verena Pietzner ist seit Januar 2022 Präsidentin der Universität Vechta. Sie wurde in Bielefeld geboren, ist 49 Jahre alt und hat ein Kind.
  • Nach dem Lehramtsstudium der Mathematik und Chemie in Bielefeld promovierte Pietzner an der Technischen Universität Braunschweig und habilitierte am dortigen Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften.
  • Darüber hinaus lehrte und forschte die Dozentin an den Universitäten Würzburg, Koblenz-Landau und Hildesheim. Ihre Arbeit führte sie auch als Gastwissenschaftlerin an Hochschulen in Japan und Israel.
  • Seit 2014 war Pietzner als Hochschullehrerin für Didaktik der Chemie an der Universität Oldenburg tätig. Von Anfang 2020 bis Ende 2021 fungierte sie dort als Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales.

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