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Um alte Tablets gebeten und neue bekommen

Der Spendenaufruf der Dammer Hauptschule läuft besser als gedacht. Der Einrichtung wurden nicht nur gebrauchte Endgeräte angeboten, sondern auch neue.

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Karina Hackstette und Jan Runge, die Initiatoren der Spendenaktion, freuen sich über die vielen neuen Geräte, die die Hauptschule bekommen hat. Foto: Lammert

Karina Hackstette und Jan Runge, die Initiatoren der Spendenaktion, freuen sich über die vielen neuen Geräte, die die Hauptschule bekommen hat. Foto: Lammert

Manchmal entwickelt sich eine Sache anders als geplant. Aber diese Wendung muss nicht schlecht sein. So wie beim Tablet- und Laptop-Spendenaufruf der Hauptschule Damme, den die Stiftung Rückenwind unterstützt. 

Zur Erinnerung: Vor etwa zwei Wochen hatten die Förderschullehrerin an der Hauptschule, Karina Hackstette, und Rektor Jan Runge die Öffentlichkeit gebeten, der Schule Laptops und Tablets zu spenden, damit sie die Geräte im Rahmen des digitalen Unterrichts an Schüler ausleihen kann. Es gab vor allem eine Bitte: Die Geräte sollten nicht älter als fünf Jahre sein.

Schule freut sich über Geldspenden und neue Tablets

Bürger gaben daraufhin sechs gebrauchte Geräte ab. Und ein Spender, der nach Worten Karina Hackstettes nicht genannt werden möchte, stiftete zwölf nagelneue Tablets. Die Dammer Stiftung Rückenwind stellte 13 weitere Endgeräte zur Verfügung sowie die Hüllen für insgesamt 25 Exemplare. Und von der Firma Zerhusen Kartonagen erhielt die Schule eine Geldspende, mit der sie weitere Tablets kaufen wird.

"Es hat mich überrascht, dass wir eine Geldspende und neue Geräte bekommen haben", sagt Karina Hackstette. Ein Grund dafür, dass die Schule vergleichsweise wenig gebrauchte Rechner erhalten hat, dürfte ihrer Ansicht der sein, dass die Firmen diese Geräte leasen und nicht mehr kaufen, mutmaßt die Lehrerin.

Ungeachtet dessen müssen auch die neuen Tablets für den Einsatz in der Hauptschule vorbereitet werden. Auch das bezahlt die Stiftung Rückenwind. Zudem übernimmt sie nach Worten Jan Runges über einen längeren Zeitraum die anfallenden Supportkosten.

Schüler sollen den Schulserver "IServ" nutzen

Der Dümmerlohausener Dominik Kümper installiert die erforderlichen Programme, darunter die für die Nutzung des Schulservers "IServ". Damit sollen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel Arbeitsblätter mit Aufgaben herunterladen und später die Lösungen zurücksenden können.

Zudem hat der IT-Experte Kümper den Auftrag bekommen, die Tablets zu inventarisieren und einmal im Jahr zu warten. Wahrscheinlich wird das in den Sommerferien geschehen, denn vor deren Beginn sollen die Kinder und Jugendlichen die von der Hauptschule ausgeliehenen Geräte abgeben. 

Eltern übernehmen Verantwortung für Geräte

Dass der Bedarf an dieser Ausleihe besteht, habe sich bereits gezeigt, sagt der Rektor. Es hätten sich bereits Eltern gemeldet, die gegen eine geringe Gebühr ein Tablet für ihre Sprösslinge haben möchten. "Damit übernehmen die Eltern auch die Verantwortung für die Geräte", betont Jan Runge. Das wird letztlich auch durch den Vertrag dokumentiert sein, den die Schule mit den betreffenden Eltern abschließen wird.

Und noch eines stellen Jan Runge und Karina Hackstette klar: Die Geräte sollen für den schulischen Gebrauch dienen. Es sei nicht im Interesse des Kollegiums, dass die Kinder und Jugendlichen damit spielen oder durchs Netz surfen.

Mit Blick auf die Zahl der gespendeten Geräte geht der Schulleiter davon aus, dass sie zunächst ausreichen wird, um die akute Nachfrage zu decken. Trotzdem freue sich die Schule über weitere Spenden.

Auf jeden Fall sei die Hauptschule dem Ziel ein großes Stück näher gekommen, das digitale Lernen schon ab Klasse fünf mehr und mehr in den Unterricht einzubinden.  Zudem sollen die Lehrer die neuen Möglichkeiten der Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern vermehrt nutzen.

Elternbrief 2.0: Infos kommen künftig per Mail

Auch für die Eltern ändert sich zukünftig wohl einiges. So kündigt Jan Runge an, die Elternbriefe nur noch per Mail zu verschicken. In Papierform haben sie endgültig ausgedient. Da gibt es kein Zurück mehr in die Zeit vor Corona.

Derweil dürfen sich die ersten Kinder und Jugendlichen freuen: In der kommenden Woche will die Schule beginnen, die Geräte auszugeben. "Dominik Kümper hat die ersten fertig programmiert", sagt Karina Hackstette, die den Kontakt zwischen Schule und Stiftung Rückenwind hergestellt hat.

Jan Runge ist von der Resonanz auf den gemeinsamen Spendenaufruf von Schule und Stiftung noch immer begeistert: "Es ist toll, dass es Menschen gibt, die teilen wollen oder helfen." Einer der Spender habe zu ihm gesagt: "Die Schüler müssen einfach Unterstützung bekommen."

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