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Ukraine-Hilfe bittet um mehr Spenden

Fünf große Transporte konnten inzwischen von Löningen aus auf den Weg gebracht werden. Die Unterstützung dürfe nicht nachlassen, appelliert Verena Tönnies. Denn die Lage werde immer schlimmer.

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Gutes Gespann: Ewa Matczuk (links) und Verena Tönnies organisieren die Hilfstransporte federführend. Foto: Tönnies

Gutes Gespann: Ewa Matczuk (links) und Verena Tönnies organisieren die Hilfstransporte federführend. Foto: Tönnies

Seit 8 Wochen schon tobt der Krieg in der Ukraine. Die Versorgungssituation wird zunehmend schwieriger. "Wir brauchen dringend mehr Hilfsgüter", bestätigt Verena Tönnies. Die Löningerin engagiert sich gemeinsam mit anderen seit Kriegsbeginn für Geflüchtete und sammelt im Stadtgebiet Spenden. Zurzeit bereiten sie den sechsten großen Lkw-Transport in Richtung Polen vor.

Benötigt werden vor allem haltbare und stabil verpackte  Lebensmittel sowie Hygieneartikel und Medikamente. "Die Krankenhäuser in der Ukraine haben außerdem kaum noch Waschmittel", weiß Tönnies. Tiernahrung ist ebenfalls Mangelware. Im Lager an der Böener Straße stapeln sich deshalb auch einige Säcke Hunde- und Katzenfutter. Von allem ist jedoch bei Weitem nicht genug da.

Die anfangs riesige Spendenbereitschaft hat inzwischen ein wenig nachgelassen. Verena Tönnies kann das verstehen. Dennoch käme es auf einen langen Atem an, zumal die Kriegssituation und damit das Leid der Zivilbevölkerung sich angesichts der russischen Offensive im Osten weiter verschärfe. Dabei ist es auch jetzt schon groß genug. Verena Tönnies zückt ihr Handy und zeigt Fotos, die sie zugespielt bekommen hat. Sie machen betroffen, auf einem sind mehrere tote Kinder zu erkennen. Die näheren Umstände sind Tönnies aber nicht bekannt.

Westukraine bereitet sich auf Krieg vor

Nah am Geschehen war jetzt ihre Mitstreiterin Ewa Matczuk. Die in Löningen lebende Polin kehrte am Dienstag aus ihrer Heimat zurück. Von dort aus koordinierte sie den Weitertransport der Spenden und fuhr auch selbst mit in die Ukraine. Bis zu 180 Kilometer tief gelangte sie ins Land. Schreckensbilder blieben ihr zum Glück erspart. Noch gibt es im Westen der Ukraine vergleichsweise wenig Zerstörung. Die Menschen würden sich aber darauf vorbereiten, dass der Krieg bald auch sie erreicht, berichtet Ewa. Zudem müssen die zahlreichen Geflüchteten versorgt werden, die das Land erst einmal nicht verlassen wollen. Sie kommen zumeist privat unter. Die Solidarität sei groß. "Alle haben aber Angst, vor allem, wenn sie aus den umkämpften Gebieten im Osten stammen". Das gelte besonders für die Kinder. "Sie verstehen die Situation nicht, sind traumatisiert und sprechen kaum", berichtet Ewa. Über die Kuscheltiere, die ihnen die junge Polin aus Löningen mitbrachte, hätten sie sich aber sehr gefreut.

Dringend benötigt: Vor allem die Kinder in der Ukraine sind auf Hilfe angewiesen.   Foto: Ewa MatczukDringend benötigt: Vor allem die Kinder in der Ukraine sind auf Hilfe angewiesen.   Foto: Ewa Matczuk

Die private Initiative arbeitet mit der Hilfsorganisation "International Human Rights Commission (IHRC) zusammen. "Wir sind von ihr sogar zertifiziert worden", sagt Verena Tönnies. Direkt in die Ukraine können die Güter allerdings nicht gebracht werden. "Das wäre zu gefährlich". Der Treibstoffmangel kommt erschwerend hinzu. Diesel gibt es an ukrainischen Tankstellen kaum noch zu kaufen. Die Helfer schicken deshalb kleinere Fahrzeuge bis in die Kriegsgebiete und versuchen so, die Notleidenden in Charkiw, Donezk und selbst in Mariupol zu erreichen, sofern das überhaupt noch möglich ist. "Die Menschen dort leben ohne Strom und Wasser. Es ist eine einzige Katastrophe", erzählt Ewa Matczuk.

Neben den Transporten, die unbedingt weitergehen sollen, bleibt auch die Hilfe vor Ort eine wichtige Aufgabe. Die meisten Geflüchteten sind privat untergebracht. Verena Tönnies unterstützt Familien bei der Wohnungssuche. Dafür bekäme sie viel Dankbarkeit zurück, berichtet sie. Allerdings wollten die meisten Ukrainer den Deutschen nicht zur Last fallen. "Sie sind es nicht gewohnt, auf andere angewiesen zu sein und würden lieber ihr eigenes Geld verdienen." Die meisten möchten überdies so schnell wie möglich wieder nach Hause zurückkehren. "Aber wann das sein wird, wissen wir alle nicht“, sagt Verena Tönnies.

So können Sie helfen:

  • Benötigt werden Sachspenden, vor allem haltbare Lebensmittel, Babynahrung, Hygieneartikel (auch Windeln), Waschmittel, Tierfutter, Power-Banks sowie frei käufliche Medikamente (unter anderem Kopfschmerztabletten oder Wundsalbe). Infos unter Telefon 0152/34194841.
  • Auch Geld ist willkommen. Es wird zum Tanken benötigt. Überwiesen werden kann es auf das Löninger Spendenkonto Ukraine (DE52 2802 0050 3562 6282 01
    BIC: OLBODEH2XXX). Auch Spendenquittungen sind möglich.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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