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Über die Integration entstehen sogar enge Freundschaften

Die Flüchtlingshilfe Löningen hatte zum Kennenlernen eingeladen. Frauen aus verschiedenen Nationen wollten dabei sein. Unter ihnen waren auch zahlreiche Geflüchtete aus der Ukraine.

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Echte Freundinnen: Dorle Schnelle (rechts) unterstützt Veronica Mapingieri bereits seit Jahren. Foto: G. Meyer

Echte Freundinnen: Dorle Schnelle (rechts) unterstützt Veronica Mapingieri bereits seit Jahren. Foto: G. Meyer

Veronica Mapingieri hat leider nicht viel Zeit. Die Pflegeschülerin muss noch zur Arbeit. Trotzdem schaut die zweifache Mutter noch schnell beim Frauen-Treff im Vikar-Henn-Haus vorbei. Dort ging es in dieser Woche besonders international zu.

Zur Begegnung eingeladen hatte die Flüchtlingshilfe Löningen. Sie engagiert sich seit Jahren für die Integration von Menschen aus aller Welt. Mit dem Beginn des Ukraine-Krieges und der Ankunft ukrainischer Familien in der Stadt hat sich die Initiative wieder neu formiert. Ein Steuerungskreis kümmert sich um die Aufnahme der Vertriebenen. Ihnen machen die überwiegend ehrenamtlichen Helfer jetzt konkrete Angebote. So soll gemeinsam gebastelt, gestrickt und Sport getrieben werden. Das Interesse war am Mittwoch bereits groß. Eine Lauf-Gruppe etwa hatte sich schon nach wenigen Minuten formiert.

Mit der Arbeit der Flüchtlingshilfe ist Elisabeth Pohlmann von der Gemeindecaritas zufrieden. Unter dem Strich seien die Ukrainer gut in Löningen aufgenommen worden, findet sie. Dabei profitieren die Helfer von ihren seit dem Jahr 2015 gesammelten Erfahrungen. Anders als damals betreuen sie jetzt überwiegend Frauen, die mit ihren Kindern aus dem Kriegsgebiet ausreisen durften. "Wir haben hier aber auch einige Männer", betont Pohlmann. Für sie sollen ebenfalls Angebote entwickelt werden. Das könne zum Beispiel ein gemeinsamer Angeltag sein, hieß es.

Laden zum Mitmachen ein: Die ehrenamtlichen Helfer berichten über ihr Angebot. Foto: G. MeyerLaden zum Mitmachen ein: Die ehrenamtlichen Helfer berichten über ihr Angebot. Foto: G. Meyer

Die Verständigung klappe besser als erwartet, sagt Pohlmann. Viele Ukrainer würden Englisch sprechen, manche sogar einige Brocken Deutsch. Bei Sprachproblemen springt außerdem Oksana Eilers in die Bresche. Die gebürtige Ukrainerin hilft ihren Landsleuten auch durch den Behördendschungel. Als Vertriebene haben sie ein Anrecht auf Sozialleistungen. Dass es vor allem zu Beginn an manchen Stellen hakte, macht Eilers den Ämtern vor Ort nicht zum Vorwurf. "Sie waren personell einfach überfordert und konnten die vielen Anträge nicht schnell genug bewältigen." Inzwischen habe sich das Problem weitgehend gelöst. Ein Erfolg war auch die Impfkampagne, die kurz nach der Ankunft der ersten Geflüchteten gestartet wurde. Einige hatten sich bereits vor dem Krieg ein- oder zweimal gegen Covid impfen lassen. Andere waren noch ungeimpft. Überzeugungsarbeit musste Oksana Eilers nicht leisten. "Die Bereitwilligkeit, sich impfen zu lassen, war groß", bestätigt sie.

Migrantinnen kommen auch aus Afrika

Das Treffen im Pfarrheim brachte die Neuankömmlinge auch mit Frauen aus anderen Krisenregionen der Welt zusammen. Sie leben wie Veronica Mapingieri seit Jahren in Löningen. Die Simbabwerin kam vor 5 Jahren mit ihrem Mann und ihrem Sohn Kaylan in die Hasestadt. Töchterchen Kunaishi ist bereits in Deutschland geboren. Dass sie heute eine Ausbildung zur Pflegehelferin absolvieren kann, während ihr Mann ebenfalls einen festen Job hat, führt Veronica auch auf die Bemühungen von Dorle Schnelle zurück. Die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin hat sich von Anfang an um die Familie gekümmert. Heute sind die beiden Frauen eng befreundet.

Löningen sei jetzt ihr Zuhause, betont Veronica. Und das habe sie Menschen wie Dorle Schnelle zu verdanken. "Dafür bin ich sehr dankbar."

  • Info: Wer sich für die Flüchtlingshilfe Löningen engagieren möchte, kann sich bei Elisabeth Pohlmann melden (Telefon 05432/30780).

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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