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Traum vom Kinder-Garten hat sich für  Monika Bode erfüllt

Die langjährige Leiterin des Montessori-Kinderhauses St. Rafael in Vechta geht in den Ruhestand. Ihr pädagogischer Ansatz ist, den Nachwuchs zur Eigenständigkeit zu befähigen.

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Verabschiedung in den Ruhestand: Propst Michael Matschke würdigte die Arbeit von Monika Bode. Den Dankesworten schlossen sich Ökonom Dennis Vaske, Erste Stadträtin Sandra Sollmann und Familienbüro-Mitarbeiterin Wiebke Kläne (hinten, von links) an. Foto: St. Mariä Himmelfahrt

Verabschiedung in den Ruhestand: Propst Michael Matschke würdigte die Arbeit von Monika Bode. Den Dankesworten schlossen sich Ökonom Dennis Vaske, Erste Stadträtin Sandra Sollmann und Familienbüro-Mitarbeiterin Wiebke Kläne (hinten, von links) an. Foto: St. Mariä Himmelfahrt

Eigentlich heißt das Jobprofil inzwischen Erzieherin. Aber Monika Bode stammt noch aus einer Zeit, wo die pädagogischen Fachkräfte als Kindergärtnerinnen bezeichnet wurden. Den veralteten Begriff findet die 65-Jährige irgendwie schöner und auch treffender, wenn sie einen bildlichen Vergleich zur Natur zieht: "Wir lassen die Kinder in den Garten, wir beobachten sie und lassen sie wachsen."

Wie viele Kinder Monika Bode im Laufe ihres Berufslebens buchstäblich beim Wachsen begleitet hat, lässt sich kaum beziffern. Immerhin ist sie fast 30 Jahre im Montessori-Kinderhaus St. Rafael in Vechta tätig gewesen, dazu noch in führender Funktion. Doch zum Jahresende verlässt die Leiterin die Einrichtung der katholischen Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt und geht in den Ruhestand.

Coronabedingt konnte die Wunsch-Verabschiedung nicht stattfinden

Die offizielle Verabschiedung hat am Freitag aufgrund der aktuellen Corona-Lage in der Propsteikirche St. Georg stattgefunden, verbunden mit einem Wortgottesdienst und Grußworten. Viel lieber hätte die scheidende Leiterin die Feier in ihrer vertrauten Wirkungsstätte an der Antoniusstraße ausgerichtet, gemeinsam mit den Kindern, denen sie stets ihre ganze Aufmerksamkeit geschenkt hat.

Vielleicht ist unter den aktuellen Sprösslingen auch jemand, der später den Beruf des Erziehers ergreifen möchte. Für Bode hat sich der Kindheitstraum erfüllt. Die gebürtige Vechtaerin absolviert Anfang der 1970er Jahre eine Ausbildung in der Berufsschule Marienhain, sammelt Erfahrungen in verschiedenen Einrichtungen und tritt schließlich im Sommer 1992 die Leitungsstelle bei St. Rafael an.

"Montessori hat mich angesprochen, weil es dort immer die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln“Monika Bode, Leiterin des Montessori-Kinderhauses St. Rafael

Ihr Montessori-Diplom gilt als Eintrittskarte und Leitfaden für ihre künftige Arbeit. Sich auf die Bedürfnisse, Talente und Begabungen des einzelnen Kindes zu konzentrieren, ist die Basis der von Maria Montessori bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Methode. "Montessori hat mich angesprochen, weil es dort immer die Möglichkeit gibt, sich weiterzuentwickeln“, erklärt die 65-Jährige.

Für die Pädagogin ist es wichtig, gemeinsam mit den Kindern einen Weg zu beschreiten, sie zur Eigenständigkeit zu befähigen und für sich selbst zu sorgen. Bei diesem Prozess gehe es darum, alle Sinne anzusprechen und durch spielerisches Handeln die Fähigkeiten zu verinnerlichen. "Kinder möchten Dinge allein können. Das braucht Zeit und Geduld. Sie sollen etwas falsch machen dürfen", sagt Bode.

Zu Beginn ihrer Laufbahn seien die Voraussetzungen in den Kindertagesstätten jedoch anders gewesen. Wickelecken habe es damals nicht gegeben. "Die Kinder waren älter, wir konnten mehr erwarten", erläutert die Pädagogin. Heute sei das Eintrittsalter deutlich niedriger, die Kinder noch nicht so weit entwickelt. Dadurch sei der Betreuungs- und Pflegeaufwand für die Mitarbeiter gestiegen.

Pädagogin fordert mehr Integrationsgruppen

Was Bode für notwendig hält, sind kleinere Gruppen und vor allem mehr Integrationsgruppen. Es gebe immer mehr Kinder mit Auffälligkeiten. Sie müssten aufgefangen werden und dürften nicht in großen Einheiten untergehen. Aber dazu sei auch mehr Personal erforderlich, sagt die Leiterin und wünscht sich für die Betreuungseinrichtungen mehr Unterstützung von den jeweiligen Trägern und Kommunen.

Ganz wichtig ist für die Pädagogin, dass im Personalbereich eine Kontinuität und somit auch Ruhe herrscht. Die Kinder würden eine feste Konstante brauchen, an der sie sich orientieren könnten. Was diesen Punkt betrifft, gibt es in der Leitungsfunktion bei St. Rafael keine Probleme. Schon Bodes Vorgängerin, Schwester Birgit, war 25 Jahre tätig. Zum 1. Januar übernimmt Miriam Reerink, die derzeit in der Kita St. Franziskus tätig ist und kirchenintern wechselt.

Für Monika Bode beginnt ein neuer Lebensabschnitt. "Ich will erstmal in der Freizeit ankommen", erklärt die Dinklagerin. Sie wolle gerne mehr wandern, vielleicht einen Pilgerweg beschreiten und auf jeden Fall wieder im Chor singen. Ihre Stimme dürfte noch nicht aus der Übung sein, auch wenn das Liedgut in der Kita zuletzt aufgrund der Pandemie zu kurz gekommen ist. "Keine einfache Zeit", sagt die scheidende Leiterin.

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