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Thüler Radler besuchen den  geschichtsträchtigen Erinnerungsort Alt-Wahn in Sögel

Mitglieder des Radsportclubs Thüle  sind im Emsland unterwegs gewesen. Besondere Eindrücke hinterließ der Besuch der ehemaligen Gemeinde Wahn, die per Gesetz von Adolf Hitler aufgelöst worden war.

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Tour durch das Emsland: Viele Eindrücke erhielten die Mitglieder des Radsportclubs Thüle auf ihrer Tagesfahrt zum Erinnerungsort nach Alt-Wahn bei Sögel.  Foto: C. Passmann

Tour durch das Emsland: Viele Eindrücke erhielten die Mitglieder des Radsportclubs Thüle auf ihrer Tagesfahrt zum Erinnerungsort nach Alt-Wahn bei Sögel.  Foto: C. Passmann

Eine Tagesfahrt hat die Radler des Radsportclubs Thüle zum Erinnerungsort Alt-Wahn/Sögel geführt. Vom Vereinsheim aus ging es zunächst nach Vrees, wo am Dorfteich die Frühstückspause eingelegt wurde. Nach der Stärkung ging es – begleitet von leichtem Nieselregen – weiter nach Sögel zum Schloß Clemenswerth. Nach gut 42 Kilometern bekamen die Teilnehmer im Jägerhof ein deftiges Mittagessen zur Stärkung serviert. So ließ es sich gut nach Alt-Wahn weiterradeln.

1936 hatte Adolf Hitler den Schießplatz bei Wahn besucht und im Anschluss ein im Reichsgesetzblatt veröffentlichtes Gesetz initiiert, das die Auflösung der Gemeinde Wahn anordnete. Zu diesem Zeitpunkt war Wahn eines der größten Dörfer des Emslandes. Neben vier Gaststätten und einem Bahnhof existierten im Ort eine Molkerei und ein Sägewerk. Im Jahr 1941 wurde Wahn für die Erweiterung des Kruppschen Schießplatzes (heute WTD 91), eine Erprobungsstelle für Waffen und Munition, zerstört. Insgesamt 1007 Einwohner Wahns wurden umgesiedelt und fanden in 67 Orten eine neue Heimat.

Viele Wahner wurden in Rastdorf neu angesiedelt, andere in der Gemeinde Lathen im dort neu geschaffenen Ortsteil Wahn. Einige Familien zogen nach Schlesien und verloren nur wenige Jahre später ihr Zuhause ein zweites Mal. 1942 fand in der Antonius-Kirche ein Abschiedsgottesdienst statt, an dem rund 800 Dorfbewohner teilnahmen. Anschließend wurde die Kirche entwidmet und kurze Zeit später abgerissen.

Freigelegte Grundrisse bringen Besuchern das Schicksal der Gemeinde näher

Eine Führung durch das Gebiet der Höfe und des Friedhofs brachten die damaligen Geschehnisse deutlich näher, da Grundrisse freigelegt worden waren. "Auch der Panzer-Friedhof ist in der Nähe“, sagte Pressesprecher Rolf Schrandt. Nach dieser eindrucksvollen Erfahrung mussten sich die Radler erst einmal wieder sammeln und "freistrampeln“. Über schöne Wege und am Steinkreis entlang tat sich Werpeloh auf. Dort lud Tourenleiter und -planer Olaf Brünen zu Kaffee und Kuchen ein. Insgesamt hatten die Radler bis dahin 63 Kilometer zurückgelegt.

Anschließend machten sich die Thüler auf die letzten Meter über den Windberg nach Spahnharrenstätte. Dort wartete der Bus nach Thüle. Alle Fahrräder wurden professionell verladen und gesichert. Ein großes Lob ging an Olaf Brünen und seinen Vorstand für eine erneut gelungene Tour durch das Emsland. "Planen und machen. Ein Markenzeichen unserer Tourenleiter seit Jahren im Radsportclub Thüle. Das ist nicht selbstverständlich“, so Schrandt.

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