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Tauziehen um die Toncoole in Vechta hat ein Ende

Anita Fortmann übernimmt wieder den Betrieb des städtischen Naturbades. Unterdessen spricht der Vorpächter von einem "abgekarteten Spiel“.

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Zurück an der alten Wirkungsstätte: Anita Fortmann übernimmt wieder den Betrieb der Toncoole in Vechta. Dabei wird sie von Ehemann Andreas unterstützt. Das Pachtverhältnis läuft über 5 Jahre. Foto: Speckmann

Zurück an der alten Wirkungsstätte: Anita Fortmann übernimmt wieder den Betrieb der Toncoole in Vechta. Dabei wird sie von Ehemann Andreas unterstützt. Das Pachtverhältnis läuft über 5 Jahre. Foto: Speckmann

Es fühlt sich alles sehr vertraut an, als Anita Fortmann und ihr Ehemann Andreas die Toncoole in Vechta betreten. Vor der Corona-Pandemie haben sich die Eheleute 2 Jahre lang um das Naturbad gekümmert, kennen somit jeden Winkel und dazu viele Stammgäste. Nun ist die frühere Betreiberin zurück. Sie hat einen Pachtvertrag mit der Kommune geschlossen. Damit hat das Tauziehen um die Toncoole ein Ende.

„Wir hatten hier 2 tolle Jahre. Die Gäste waren super zufrieden und scheinbar auch die Stadt Vechta“, sagt Betreiberin Anita Fortmann. Sie und ihr Mann freuen sich über die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Nachdem sie damals aus privaten Gründen ihre Tätigkeit in der Toncoole aufgeben mussten, soll das neue Engagement von längerer Dauer sein. Das Pachtverhältnis läuft über 5 Jahre.

Bisher hatte die Stadt Vechta als Eigentümerin der Freizeiteinrichtung die Pachtdauer auf 1 Jahr beschränkt und dann bei gegenseitigem Einvernehmen eine Verlängerung vorgenommen. Davon rückte die Verwaltung nun ab, indem sie eine langfristige Lösung suchte: „Wir wollen eine verlässliche Regelung für den Pächter, aber auch für uns“, erklärt Bürgermeister Kristian Kater (SPD).

Stadt hat Auswahl zwischen vier Bewerbern

Aufgrund der verlängerten Pachtzeit und des Interesses von mehreren Seiten habe sich die Stadt zu einem Auswahlverfahren entschlossen, so Kater weiter. Schließlich gehe es auch darum, sich als Kommune nicht angreifbar zu machen. Seinen Angaben zufolge warfen vier Bewerber ihren Hut in den Ring, darunter auch Dirk Hoffmann, der das Naturbad in den beiden vergangenen Jahren geführt hatte.

Hoffmann war ziemlich verärgert, als er vor einigen Monaten davon erfuhr, dass die Stadt das Pachtverhältnis nicht fortsetzen und eine öffentliche Ausschreibung vornehmen wollte. Der Vechtaer hätte den Vertrag trotz der Corona-Pandemie gerne verlängert, zumal er verschiedene Anschaffungen für das Gelände getätigt und auch eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer begonnen hatte.

„Das ist ein abgekartetes Spiel“, meint Hoffmann. Er wirft der Stadt vor, dass die Gründe nur vorgeschoben seien und Beziehungen den Ausschlag bei der Neuvergabe gegeben hätten. Damit spielt er auf die Beschäftigung von Andreas Fortmann bei der Stadtverwaltung an. Dieser kümmere sich um organisatorische Dinge, während der Betrieb offiziell über die Ehefrau laufe, so Hoffmann.

Sicherheit ist ein wichtiges Kriterium

Fachbereichsleiterin Christel Scharf erklärt auf Nachfrage, dass die Verwaltung ein „objektives Auswahlverfahren“ durchgeführt habe. Der Bewertung hätten verschiedene Kriterien zugrunde gelegen, etwa Konzept, Identifikation, Zuverlässigkeit und vor allem Badeaufsicht. Gerade beim Thema Sicherheit habe Fortmann die höchste Punktzahl erzielt. Die Entscheidung über die Vergabe habe schließlich der Verwaltungsausschuss gefällt.

Dass die Badeaufsicht eine wichtige Rolle spielen muss, findet auch Hoffmann. Er habe hier mehrere Personalwechsel gehabt, weil junge Helfer häufig Ausbildung oder Studium anstreben würden. Aber es sei stets qualifiziertes Personal vor Ort gewesen, es habe keine Beschwerden gegeben. „Ich war wegen verschiedener Dinge regelmäßig im Gespräch mit der Stadt. Aber mir hat man nie gesagt, dass etwas nicht in Ordnung wäre.“

Anita Fortmann verfügt eigenen Angaben zufolge über ein großes Team, das sich um die Sicherheit des Badebetriebes kümmern soll. Sie selbst will die neue Herausforderung mit ihrem Teilzeitjob als Tagesmutter vereinbaren, unterstützt von Ehemann Andreas. „Das ist wie Urlaub. Es ist super schön hier“, schwärmt der Vechtaer, der schon als Kind so manche Sommertage in der Toncoole verbracht hat.

Betreiberin kümmert sich auch um Biergarten

Neben dem Kiosk will sich das Ehepaar in Zukunft auch um den nahe gelegenen Biergarten kümmern, der durch einen Zaun vom Badebetrieb abgegrenzt ist, sich aber ebenfalls im Eigentum der Kommune befindet. Die kleine Gastronomie war von Dirk Hoffmann zuletzt an einen Schausteller untervermietet worden. Zur anstehenden Saison sollen eine neue Pflasterung und Bestuhlung für die Gäste her.

Spezielle Programme oder Attraktionen hat die neue Betreiberin der Toncoole bisher nicht geplant. „Die Leute sind auch so glücklich“, meint Anita Fortmann. Die kleinen und großen Badegäste sollen in erster Linie das schöne Ambiente genießen, Spaß im Wasser haben oder an einem der vielen Schattenplätze verweilen. Erwachsene können den Tag bei einem Cocktail ausklingen lassen. Die Pforten sollen Mitte Mai öffnen.

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