Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Sturmübung in Thüle: Johanniter trainieren für den Ernstfall im Wald

Bei einer Übung der Johanniter-Unfall-Hilfe mussten Einsatzkräfte Verletzte versorgen und die Lage unter Kontrolle bringen. 27 Verletztendarsteller sorgten für ein realistisches Szenario.

Artikel teilen:
Voller Einsatz: Die Sanitäter der Unfallhilfe planen die Rettung des Verletzten. Foto: Ferneding

Voller Einsatz: Die Sanitäter der Unfallhilfe planen die Rettung des Verletzten. Foto: Ferneding

Ein Herbststurm fegt über den Ortsteil Mittelsten Thüle der Stadt Friesoythe hinweg und überrascht eine Wandergruppe im Wald. Dann passiert es: Bäume knicken um und Äste fallen herab. Einige Wanderer, die gerade durch den Wald spazieren, verletzen sich. Andere fliehen panisch in den Wald – So könnte ein reales Notfallszenario aussehen. Für die Johanniter-Unfall-Hilfe war der Großeinsatz allerdings nur eine Übung. Zuletzt probten die Einsatzkräfte für den Ernstfall, Ziel der Übung war das Einrichten eines Bereitstellungsraumes und eines Behandlungsplatzes. Außerdem mussten sich die Sanitäter um die Sichtung und Erstversorgung der Patienten sowie den Transport in umliegende Krankenhäuser kümmern.

Insgesamt 27 Verletztendarsteller der KLJB Beverbruch, der Feuerwehren Little und Achternmeer sowie des Fachschaftsrats Physik der Universität Oldenburg stellten ihre schauspielerischen Tätigkeiten unter Beweis. Damit alles glatt läuft, wurden sie vom Team der realistischen Unfalldarstellung der Johanniter Weser-Ems unter Leitung von Dr. Claudia Schmithals auf ihre Darstellung vorbereitet. Aufgrund der großen Zahl Verletzter alarmierte die Großleitstelle Oldenburger Land (GOL) gleich drei Johanniter-Verbände.

Regionalverband Weser-Ems gehört zu den größten

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist nach eigenen Angaben mit rund 35.000 Beschäftigten, mehr als 46.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen und im Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Außerdem verrichten sie Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und leisten humanitäre Hilfe im Ausland. Der Regionalverband Weser-Ems ist, wie die Einrichtung bekannt gibt, bundesweit einer der größten Johanniter-Verbände. Mehr als 1200 hauptamtliche Mitarbeitende und fast 3000 ehrenamtlich Helfende engagieren sich in 19 Ortsverbänden mit mehr als 100 Betriebsstätten für die Menschen. Der Ortsverband Garrel war auf der Großübung mit seinem Gerätewagen „Sanität“, einem Krankenwagen sowie neun Sanitätern im Einsatz.

Darsteller mimen diverse Verletzungen

Der Ortsverband Ems-Vechte schickte seinen Gerätewagen „Betreuung“ mit sieben Einsatzkräften. Aus Oldenburg kam die Gruppe Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) ebenfalls mit einem Gerätewagen an der Unfallstelle an. „Ziel war es, die Zusammenarbeit der Ortsverbände zu fördern und die Lageerkundung am Einsatzort unter erschwerten Bedingungen zu erproben“, erklärte Übungsleiter Benjamin Meyhoff vom Ortsverband Garrel. Als Beobachter war auch der stellvertretende Regionalbereitschaftsführer des Bereichs Weser-Ems, Uwe Drückhammer (Wilhelmshaven), bei der Übung dabei.

Die Lage hatte es wirklich in sich. Die Verletztendarsteller mimten unter anderem offene Knochenbrüche, Beckenfrakturen, Schnittwunden, ein Schädelhirntrauma, aber auch Panikattacken, Asthmaanfälle und Hyperventilation. Einige Personen irrten orientierungslos durch den Wald und mussten erst gefunden und zum Behandlungsplatz geleitet werden. Am Ende wurden 3 Schwerverletzte, 14 Leichtverletzte und zehn weitere Personen ohne Verletzungen oder lediglich mit Bagatellen behandelt. Durch die Einbindung der GOL und der Technischen Einsatzleitung des Landkreises Cloppenburg (Feuerwehr, DRK, THW, Landkreis) wurden auch der Funkverkehr und die Einsatzdokumentation unter realen Bedingungen durchgeführt.
Am Ende waren alle erschöpft, aber gleichzeitig auch zufrieden.

Nur gespielt: Verletzt war zum Glück niemand. Foto: FernedingNur gespielt: Verletzt war zum Glück niemand. Foto: Ferneding

Die Ergebnisse der Übung werden jetzt aufbereitet und bei Nachbesprechungen mit den beteiligten Einsatzkräften erörtert. Möglich gemacht wurde die Durchführung der Großübung „Herbststurm“ durch zahlreiche Unterstützer wie dem SV Thüle unter Leitung der Vorsitzenden Silke Hanneken, der seine Räume sowie Kaffee und Tee zur Verfügung stellte. Ein Dank ging auch an den Saterländer Mietpark, der seine Arbeitsbühne für die Notfallübung bereitstellte.

Danke, OM für 10.000 Digital-Abos! Lesen Sie jetzt OM-Plus ein Jahr lang für nur 8,99€ / Monat und sparen Sie so bis zu 40%. Hier geht es zum Angebot.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Sturmübung in Thüle: Johanniter trainieren für den Ernstfall im Wald - OM online