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Studentenwohnanlage soll zum Wintersemester fertig sein

Das Großprojekt an der Diepholzer Straße in Vechta macht sichtbare Fortschritte. Der Preis für die Kaltmiete steht bereits fest.

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Zufriedener Blick auf die Baustelle: Investor Wolfgang Grieshop rechnet mit einer Fertigstellung der Studentenwohnanlage im Herbst dieses Jahres. Foto: Speckmann

Zufriedener Blick auf die Baustelle: Investor Wolfgang Grieshop rechnet mit einer Fertigstellung der Studentenwohnanlage im Herbst dieses Jahres. Foto: Speckmann

Wolfgang Grieshop steht auf der frisch fertiggestellten Dachterrasse eines Neubaus und wirft einen zufriedenen Blick auf die Großbaustelle. Es wirkt fast so, als würde er gerne selbst noch einmal Student sein, um in den Genuss der Wohnanlage zu kommen. Gemeinsam mit den Kommilitonen ein komfortables Zimmer teilen, die Sommerabende in dem Innenhof genießen und über Neuigkeiten in der Uni plaudern. All das wird an dem Standort an der Ecke Diepholzer Straße/Am Sternbusch in Vechta bald möglich sein.

Die Bauarbeiten für die neue Studentenwohnanlage machen Fortschritte und werden voraussichtlich im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. „Punktgenau zum Wintersemester“ sollen die fünf Gebäude mit ihren insgesamt 211 Plätzen bezugsfertig sein, versichert Wolfgang Grieshop, der als Geschäftsführer der Genos Grundwerte und Projektentwicklung GmbH für das millionenschwere Vorhaben verantwortlich zeichnet.

Fliesenleger und Maler kommen gut voran

„Die Handwerker machen einen guten Job“, erklärt Grieshop bei einem Rundgang über die belebte Baustelle. Dabei wirft er einen Blick auf die Maurer, die dank des bisher milden Winters kaum Pausen einlegen müssen. Die Fliesenleger und Maler brauchen keine Rücksicht auf niedrige Temperaturen zu nehmen. Sie kommen gut voran in dem Gebäudekomplex, der in mehreren Bauphasen abgewickelt wird.

Stilvolle Gestaltung: Die Fassade der fünf Wohngebäude wird von französischen Fenstern geprägt.   Foto: SpeckmannStilvolle Gestaltung: Die Fassade der fünf Wohngebäude wird von französischen Fenstern geprägt.   Foto: Speckmann

Der Bauherr macht keinen Hehl daraus, dass der Baustart erst im Mai 2020 und somit ein halbes Jahr später als zunächst geplant in Angriff genommen worden ist. Grund für die anfängliche Zurückhaltung ist die Corona-Pandemie. Im Nachhinein sei es die „absolut richtige Entscheidung“ gewesen, meint Grieshop. Denn mit dem wiederholten Aussetzen von Präsenzveranstaltungen an der Universität Vechta hätten auch die potenziellen Bewohner und somit die Einnahmen gefehlt.

Über konkrete Zahlen, etwa zur Investitionssumme oder mögliche Kostenanpassungen, will der Geschäftsführer des heimischen Unternehmens bei dem Ortstermin nicht sprechen. Die jüngsten Preissteigerungen in der Baubranche haben ihn aber wohl nicht so hart getroffen wie viele andere Bauherren. „Wir hatten die Verträge vor der Kostenexplosion unter Dach und Fach“, zeigt sich Grieshop recht gelassen.

Netto-Nutzfläche von 7500 Quadratmetern

Auch mit Lieferschwierigkeiten hat die Gesellschaft bislang offenbar kaum zu kämpfen. Während manche Häuslebauer wochenlang auf das Holz für den Dachstuhl warten, setzt der hiesige Bauherr bei allen fünf Wohnblöcken auf Betondecken. Jedes Gebäude verfügt über drei Vollgeschosse und zwei zurückgesetzte Staffelgeschosse. Die Netto-Nutzfläche des Wohnparks beträgt insgesamt 7500 Quadratmeter.

„Es muss nicht nullachtfünfzehn sein. Man kann auch im sozialen Wohnungsbau qualitativ hochwertige Gebäude errichten.“Wolfgang Grieshop, Geschäftsführer der Genos Grundwerte und Projektentwicklung GmbH

Die Dachterrassen sind für alle Bewohner zugänglich und sollen damit die Aufenthaltsqualität unterstreichen, die vor allem durch den zentralen Platz der Anlage gewährleistet werden soll. Aus der Architektur stechen auch die Fassaden mit den französischen Fenstern hervor. „Es muss nicht nullachtfünfzehn sein. Man kann auch im sozialen Wohnungsbau qualitativ hochwertige Gebäude errichten“, sagt Grieshop.

Bei vier von fünf Häusern greift die Firma Genos auf eine staatliche Förderung zurück. Die vergünstigten Darlehen des Landes Niedersachsen verpflichten dazu, den geschaffenen Wohnraum günstig anzubieten. Die Kaltmiete soll 8,50 Euro pro Quadratmeter betragen. Bei 30 Quadratmetern kommt ein Bewohner somit auf 255 Euro. „Das ist ein super Preis. Da kann man nicht meckern“, ist der Bauherr überzeugt.

Die Wohnanlage verfügt über 100 Wohnungen mit jeweils 60 Quadratmetern, die von zwei Personen gleichzeitig genutzt werden. Sie verfügen über ein eigenes Zimmer sowie gemeinsame Küche und Bad. Hinzu kommen elf Appartements für Einzelpersonen mit jeweils 30 Quadratmeter inklusive Bad und Küchenzeile. Alle Wohnungen sind barrierefrei, einige auch behindertengerecht ausgestattet.

Großinvestoren übernehmen drei Wohngebäude

Die Firma Genos, die seit mehr als 20 Jahren in der Entwicklung und Projektierung von Handels- und Gewerbeimmobilien tätig ist, will zwei der fünf Gebäude in eigener Hand führen. Der Rest wird an Großinvestoren veräußert. Um wen es sich dabei handelt, sagt Grieshop nicht. Um die Vermietung und Instandhaltung der Wohnungen soll sich eine noch zu beauftragende Hausverwaltungsgesellschaft kümmern.

Hereinspaziert in die gute Stube: Der Geschäftsführer der Firma Genos, Wolfgang Grieshop, ist mit dem Fortschritt der Bauarbeiten zufrieden. In einigen Bereichen des fünfteiligen Gebäudekomplexes läuft schon der Innenausbau für die insgesamt 111 Wohnungen. Foto: SpeckmannHereinspaziert in die gute Stube: Der Geschäftsführer der Firma Genos, Wolfgang Grieshop, ist mit dem Fortschritt der Bauarbeiten zufrieden. In einigen Bereichen des fünfteiligen Gebäudekomplexes läuft schon der Innenausbau für die insgesamt 111 Wohnungen. Foto: Speckmann

Um die Auslastung macht sich der Investor keine Sorgen. Er sieht eine entsprechende Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt und verweist auf die Standortvorteile der neuen Anlage. Es gebe in der Stadt nur wenige solcher gemeinschaftlichen Angebote für Studenten, erklärt der Geschäftsführer, der mit seiner Firma bereits die Wohnanlage direkt neben der Hochschule an der Universitätsstraße projektiert hat. Vier Häuser sollen allein den Studenten vorbehalten sein.

Im fünften Haus könnten sich auch Auszubildende einmieten. Hier sieht Grieshop auch Vorteile für angehende Pflegekräfte, sofern das geplante Zentralklinikum Vechta-Lohne auf dem direkt angrenzenden Grundstück errichtet werden sollte. „Das würde sich super ergänzen“, meint der Bauherr, während er den Blick über die Dächer des Gebäudekomplexes schweifen lässt.

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