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Stadt Vechta schafft weitere Betreuungsplätze für Kinder

Die Erdarbeiten für die neue Kindertagesstätte in Telbrake haben begonnen. Um den steigenden Bedarf zu decken, sind weitere Investitionen erforderlich.

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Symbolischer Spatenstich für die neue Kindertagesstätte in Telbrake: Harald Schulz (Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Gesundheit und Soziales), Bernhard und Sylvia Schmidt (Krabbelgarten Schmidt gGmbH), Bürgermeister Kristian Kater und Einrichtungsleiterin Cornelia Beimforde (von links) trafen sich am Mittwoch auf der Baustelle. Foto: Kläne / Stadt Vechta

Symbolischer Spatenstich für die neue Kindertagesstätte in Telbrake: Harald Schulz (Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Gesundheit und Soziales), Bernhard und Sylvia Schmidt (Krabbelgarten Schmidt gGmbH), Bürgermeister Kristian Kater und Einrichtungsleiterin Cornelia Beimforde (von links) trafen sich am Mittwoch auf der Baustelle. Foto: Kläne / Stadt Vechta

Manche Kinder würden vermutlich gerne selbst eine kleine Schaufel in die Hand nehmen und unter die Häuslebauer gehen, aber die Erdarbeiten sind eine Sache für Profis. Auf der Fläche an der Maximilian-Kolbe-Straße im Vechtaer Ortsteil Telbrake wird derzeit der Mutterboden ausgebaggert und anschließend Füllsand eingebracht. Dabei handelt es sich um die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Kindertagesstätte.

„Das ist ein ganz wichtiges Bauprojekt für den Ausbau der Betreuungsplätze in Vechta und ganz besonders für die vielen jungen Familien in Oythe“, betonte Bürgermeister Kristian Kater (SPD) am Mittwoch bei einem Ortstermin. Er verwies in Anwesenheit der künftigen Einrichtungsbetreiber und Fachausschussvertreter auf den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen, gerade mit Blick auf neue Baugebiete in der Stadt Vechta.

Neubau bietet Raum für 4 Gruppen mit 30 Krippen- und 50 Kita-Plätzen

Die neue Kindertagesstätte mit dem Namen „Die Weltentdecker“ soll voraussichtlich im Frühjahr 2022 fertiggestellt sein. Sie bietet Raum für 4 Gruppen mit 30 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen. Die Trägerschaft übernimmt die Krabbelgarten Schmidt gGmbH, vertreten durch das Ehepaar Bernhard und Sylvia Schmidt. Sie betreiben bereits seit vielen Jahren die Krippe „Krabbelgarten“ an der Allensteiner Straße in Vechta.

Die Bauarbeiten lassen noch auf sich warten: Auf einem Grundstück an der Straße-Jans-Döpe in Langförden soll ebenfalls eine Kindertagesstätte mit insgesamt 80 Plätzen entstehen. Foto: SpeckmannDie Bauarbeiten lassen noch auf sich warten: Auf einem Grundstück an der Straße-Jans-Döpe in Langförden soll ebenfalls eine Kindertagesstätte mit insgesamt 80 Plätzen entstehen. Foto: Speckmann

Weil der Bedarf an Betreuungsplätzen kurzfristig gestiegen ist, hat sich die Gesellschaft bereits im Mai vergangenen Jahres bereit erklärt, vorzeitig mit einer Krippen- und einer Kindergartengruppe in Wohncontainern zu starten. In der provisorischen Einrichtung in Oythe, direkt neben der katholischen Kindertagesstätte St. Marien, stehen aktuell 40 Plätze zur Verfügung.

In einer Sitzung des Ausschusses für Familie, Gesundheit und Soziales hatten Ratsvertreter unlängst kritisiert, dass die Planungsphase für die Einrichtung sehr lange gedauert habe und mehr Weitsicht bei der Schaffung von neuen Betreuungsplätzen erforderlich sei. Sie wiesen darauf hin, dass der Beschluss für die Baumaßnahme bereits im Oktober 2018 gefasst worden sei und sich die Mietkosten für die Wohncontainer mittlerweile summieren würden.

"Auch wir hatten nicht genügend Zeit für die Planung einer ausreichenden Anzahl an Plätzen in Neubauten. Aber wir haben zusammen mit den Betreibern schnell darauf reagiert und gute Lösungen in Oythe und auch in Langförden geschaffen."Vechtas Bürgermeister Kristian Kater (SPD)

„Natürlich würden wir lieber gleich in einem fertigen Gebäude starten. Unsere langfristigen Planungen von zusätzlichen Betreuungsplätzen sind auch immer darauf ausgelegt", sagte Kater am Mittwoch. In die Planungen für den Bau der neuen Kindertagesstätte in Telbrake sei die Verwaltung frühzeitig eingestiegen. Schließlich würden die vorgeschriebenen Verfahren, die Planung und Abstimmungsgespräche mit den Betreibern sowie der Bau selbst gut 3 Jahre in Anspruch nehmen.

In der Zwischenzeit hätten allerdings gesetzliche Änderungen auf Landesebene, die Beitragsfreiheit für Kinder ab 3 Jahren sowie die Flexikids-Regelung den Druck erhöht. Der Bedarf sei kurzfristig gestiegen. Viele Kommunen würden diese Auswirkungen spüren. "Auch wir hatten nicht genügend Zeit für die Planung einer ausreichenden Anzahl an Plätzen in Neubauten. Aber wir haben zusammen mit den Betreibern schnell darauf reagiert und gute Lösungen in Oythe und auch in Langförden geschaffen“, meinte Kater.

Neubau in Langförden soll "in Kürze" starten

Auch in Langförden sind vorzeitig 40 Betreuungsplätze in Wohncontainern geschaffen worden. Ein Neubau sollte eigentlich zeitgleich mit der Maßnahme in Telbrake beginnen. Wie die Verwaltung am Mittwoch auf Nachfrage mitteilte, sollen die Vorarbeiten auf dem Grundstück an der Straße-Jans-Döpe „in Kürze“ starten. Die Einrichtung soll 30 Krippen- und 50 Kindergartenplätze bieten und vom Kreisverband Vechta des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) betrieben werden.

Die Container seien eine flexible und gute Lösung, stellte die Erste Stadträtin und zuständige Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann fest. „Wir, die Träger, die Eltern und vor allem die Kinder sehen diese Übergangslösungen keineswegs negativ. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten. Die Container sind gut ausgestattet und bieten eine kinderfreundliche Umgebung.“

Wohncontainer verschaffen etwas Luft

Die Übergangslösungen hätten der Stadt vor dem Hintergrund des höheren Bedarfs Luft verschafft, so Sollmann weiter. Gleichwohl behalte die Verwaltung immer im Blick, wie sich der Bedarf an Betreuungsplätzen in Zukunft auch durch die Schaffung zusätzlichen Wohnraums weiterentwickele und in welchen Stadtteilen und Wohngebieten weitere Kindertagesstätten benötigt würden.

An der Antoniusstraße wird ein Gebäude der Liobaschule zur Kindertagesstätte umgebaut, sodass dort zum kommenden Sommer insgesamt 50 Plätze zur Verfügung stehen. Außerdem soll in der Buddenkämpe eine Krippe für 30 Kinder von einem Investor gebaut werden. Die Fertigstellung soll voraussichtlich im Jahr 2022 sein. Betreiber wird das Andreaswerk.

Stadt Vechta verfügt über 1433 Kita-Plätze

Zusammen mit einer neuen Gruppe in der Andreaskrippe werden somit in den Jahren 2021 und 2022 planmäßig insgesamt 255 neue Betreuungsplätze geschaffen, von denen 80 derzeit schon an den Container-Standorten vorhanden sind. Aktuell verfügt die Stadt Vechta über insgesamt 1433 Krippen- und Kindergartenplätze. Hinzu kommen 88 Plätze in der Großtagespflege und 50 Plätze in der privaten Tagespflege.

Mit dem jetzt eingeleiteten Bauleitplanverfahren für ein Baugebiet in Bergstrup sowie dem entsprechenden Aufstellungsbeschluss durch den Verwaltungsausschuss gehen die Überlegungen für weitere Betreuungsplätze einher, wie die Verwaltung mitteilte: "Mit dem Beschluss ist der Neubau einer Kindertagesstätte explizit vorgesehen. Das dafür erforderliche Verfahren kann die Stadt kurzfristig in Gang setzen."

Weiterer Anstieg der Kinderzahlen ist absehbar

Nach Angaben der Verwaltung hat die Kommune zwischen 2015 und 2020 rund 4,2 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert und 200 Betreuungsplätze geschaffen. Zwischen 2010 und 2014 waren es circa 3,8 Millionen Euro. Auch mit dem Haushalt 2021 hat die Stadt weitere Investitionen in diesem Bereich geplant, wobei die Maßnahmen mit Blick in die Zukunft auch notwendig sind.

Ein weiterer Anstieg der Kinderzahlen ist absehbar. Das geht aus dem Kramer-Gutachten zur Bevölkerungs- und Gemeinbedarfsentwicklung und dem Kindertagesstätten-Bedarfsplan des Landkreises Vechta hervor. Nach beiden Gutachten fehlen in den kommenden Jahren für Kinder im Alter von unter und über 3 Jahren Betreuungsplätze. Diese sind aufgrund neuer Baugebiete und eines Generationswechsels in den älteren Wohngebieten erforderlich.

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